Stellenabbau trotz Wachstum

Warum bei Uber trotz satten Gewinnen tausende Jobs gestrichen werden.
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Trotz kräftigen Wachstums streicht Uber weltweit rund 3300 Stellen

Uber will seine weltweite Belegschaft um rund zehn Prozent reduzieren. Betroffen sind nach Reuters-Angaben rund 3300 der zuletzt 36’600 Mitarbeitenden.

Der Schritt ist Teil eines umfassenden Konzernumbaus und wird von CEO Dara Khosrowshahi ausdrücklich nicht mit einer schwachen Geschäftsentwicklung begründet – vielmehr soll die Organisation stärker auf Effizienz und autonomes Fahren ausgerichtet werden..

Das starke Wachstum der vergangenen Jahre habe die Organisation zunehmend komplex gemacht. Zu viele Hierarchieebenen, kleine Teams und Überschneidungen bei Verantwortlichkeiten sollen nun reduziert werden.

Die Zahl der Mitarbeitenden, die mindestens sieben Hierarchieebenen vom CEO entfernt sind, soll um 20 Prozent sinken. Teams mit lediglich ein oder zwei Personen sollen nahezu halbiert werden.

Geschäftsbereiche werden gebündelt

Auch organisatorisch will Uber stärker zentralisieren. Die bisher getrennten operativen Einheiten für Restaurants, Einzelhandel und Direktvertrieb sollen zusammengeführt werden. Im Technologiebereich sind ebenfalls Zusammenlegungen vorgesehen.

Parallel verändert sich die Standortstrategie. Globale Teams sollen künftig vor allem in New York und San Francisco angesiedelt werden, regionale Funktionen in entsprechenden Zentren. Die bisher weit verbreitete Arbeit im Homeoffice wird ebenfalls zurückgefahren: Für hybride Mitarbeitende sind drei Bürotage pro Woche vorgesehen. Langfristig soll nur noch etwa ein Prozent der Belegschaft vollständig remote arbeiten.

Wachstum statt Krise

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt des Umbaus. Uber wächst weiterhin deutlich. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Bruttobuchungen um 24 Prozent auf 58 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um zwölf Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar, das bereinigte operative Ergebnis sogar um 33 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar.

Der Stellenabbau ist damit weniger als Reaktion auf eine Nachfrageschwäche zu verstehen, sondern als Versuch, die Strukturen an die inzwischen erreichte Unternehmensgrösse anzupassen. Die durch die Verschlankung frei werdenden Mittel sollen laut Konzernführung unter anderem in Wachstum und Innovation fliessen.

Autonomes Fahren gewinnt an Gewicht

Eine strategische Rolle spielt dabei das Geschäft mit autonomen Fahrzeugen. Zeitgleich mit der Ankündigung des Stellenabbaus starteten in London die ersten Robotaxis aus der Partnerschaft zwischen Uber und dem britischen Technologieunternehmen Wayve.

Für Uber gehört das autonome Fahren zu jenen Zukunftsfeldern, auf die künftig gezielt mehr Personal und Kapital konzentriert werden sollen. Der Konzern reduziert damit zwar insgesamt seine Belegschaft, verschiebt gleichzeitig aber Ressourcen in Bereiche, die für das künftige Mobilitätsgeschäft strategisch relevant sind.

Der Umbau zeigt somit, dass Uber seine internationale Expansion weniger über zusätzliche organisatorische Breite als über stärker gebündelte Strukturen und neue Technologie vorantreiben will. (TI)