Stephanie Schulze zur Wiesch zum aktuellen Geschäftsjahr

Dertour Suisse setzt auf Markenvielfalt und Beratung und hält daher am Filialnetz fest.
Stephanie Schulze zur Wiesch, CEO von Dertour Suisse, gibt in der Algarve Einblick in die aktuelle Geschäftsentwicklung ©SW

Im Rahmen einer Medienreise an die Algarve hat Stephanie Schulze zur Wiesch, CEO von Dertour Suisse, Einblick in die aktuelle Geschäftsentwicklung und die strategische Ausrichtung des Unternehmens gegeben.

Im Zentrum stehen dabei unterschiedliche Ferienbedürfnisse, die mit dem breiten Markenportfolio der Gruppe abgedeckt werden sollen.

Grundsätzlich unterscheidet Schulze zur Wiesch diese zentralen Kundenbedürfnisse:

  1. Erholung und Entspannung
  2. individuell gestaltete Entdeckungsreisen sowie Reisen, bei denen eine bestimmte Leidenschaft oder ein vertieftes Interesse im Vordergrund steht. Dazu gehören beispielsweise Rundreisen durch Australien oder die USA ebenso wie Wanderferien auf Madeira oder Reisen mit einem starken kulturellen Fokus.

Auf diese Bedürfnisse sei auch die Markenstrategie von Dertour Suisse ausgerichtet.

Hotelplan, Helvetic Tours und Migros Ferien bedienen insbesondere das klassische Badeferiensegment, während Kuoni auf individuell kombinierbare Reisen ausgerichtet ist. Hinzu kommt das Portfolio der Spezialisten für spezifische Reiseformen und Erlebnisse.

Klares Bekenntnis zu den Filialen

Eine zentrale Rolle spielt für Schulze zur Wiesch weiterhin die persönliche Beratung. Zwar finde die Inspiration zunehmend online statt, bei komplexeren Reiseplänen würden Kundinnen und Kunden jedoch weiterhin gezielt die Expertise von Reiseprofis suchen. Entsprechend bekennt sich Dertour Suisse klar zu seinem Filialnetz.

«Wir glauben fest an unsere Marken und die persönliche Beratung und Expertise», betont die CEO. Gleichzeitig soll moderne Technologie die Beratung und Produktion effizienter machen. Dank der Grösse der Gruppe und ihrer Systemlandschaft könne Dertour Suisse zudem Preisvorteile schaffen und auf ein breiteres Angebot an Hotelpartnern zugreifen.

Aufholjagd nach schwierigen Monaten

Das Reisejahr 2026 begann laut Schulze zur Wiesch zunächst mit einem deutlichen Plus. Die Iran-Krise habe die positive Entwicklung jedoch abrupt gebremst. Unter anderem mussten Reisende aus Destinationen zurückgeholt werden, während das Drehkreuz Dubai zeitweise stark beeinträchtigt war. In dieser Phase verzeichnete Dertour Suisse zweistellig rückläufige Buchungszahlen.

In den folgenden Wochen erholte sich das Geschäft schrittweise. Zuletzt habe insbesondere das kurzfristige Buchungsgeschäft wieder für positive Zahlen gesorgt.

Für das Gesamtjahr rechnet Dertour Suisse derzeit mit einem kleinen einstelligen Minus. Angesichts der geopolitischen Herausforderungen und der laufenden Integration bezeichnet Schulze zur Wiesch diese Entwicklung als erfreulich.

Auch der Ausblick auf 2027 sei positiv: Die aktuellen Buchungszahlen für das kommende Reisejahr lägen im Plus.

Algarve gewinnt an Beliebtheit
Karin Markwalder, General Manager Kuoni & Helvetic Tours ©SW

Während der Medienreise wurden auch die West- und Ostküste der Algarve erkundet. Mit dabei war Karin Markwalder, General Manager Kuoni & Helvetic Tours.

Sie sieht grosses Potenzial in der portugiesischen Ferienregion. «Die Algarve ist extrem vielfältig, verfügt über wunderschöne, lange Sandstrände, das kulinarische Angebot ist hochstehend und sowohl das kulturelle Angebot wie die geschichtlichen Hintergründe sind unglaublich interessant», so Markwalder.

Für Kuoni und Helvetic Tours gewinnt die Destination nach Angaben von Dertour Suisse laufend an Bedeutung. Das Unternehmen beobachtet unter anderem eine Verlagerung der Nachfrage aus Teilen des östlichen Mittelmeerraums in Richtung Länder wie Portugal. Entsprechend sollen bedürfnisgerechte Angebote weiter ausgebaut und die verschiedenen Destinationen auf der Iberischen Halbinsel stärker berücksichtigt werden.

 

Eine Rolle spielen dabei auch die konzerneigenen Hotelmarken wie Sentido und Ananea. Gleichzeitig verfolgt die Destination selbst das Ziel, die Saison stärker über die klassischen Sommermonate hinaus auszudehnen. Aktivferien sollen dabei ebenso zur Verlängerung der Saison beitragen wie die Positionierung der Algarve als Ganzjahresdestination.

Daniel Himburg, Chefreiseleiter von Dertour ©SW

Daniel Himburg, Chefreiseleiter von Dertour, sieht insbesondere in den Wintermonaten Potenzial.

Dann biete die Algarve ein entspanntes Ambiente, häufig sonniges Wetter und besondere Lichtverhältnisse.

Vor- und Nachsaison immer wichtiger

Diese Entwicklung deckt sich mit einem generellen Reisetrend, den Dertour Suisse beobachtet. Die zunehmend heissen Sommermonate lassen laut Schulze zur Wiesch die Vor- und Nachsaison stärker in den Vordergrund rücken. Zwar bleibt der Juli der umsatzstärkste Monat, Wachstum verzeichnet das Unternehmen jedoch insbesondere im Herbst und Winter.

Für 2027 zeigt sich zudem eine verstärkte Nachfrage nach Destinationen «hoch im Norden und tief im Süden». Gleichzeitig bleibt die Verbindung von persönlicher Beratung mit moderner Technologie und künstlicher Intelligenz ein wichtiges Thema für das Unternehmen.

Schweizer bevorzugen kleinere Hotels

Auch beim Reiseverhalten sieht Schulze zur Wiesch Besonderheiten im Schweizer Markt. Schweizer Gäste bevorzugten tendenziell kleinere und ruhigere Hotels statt grosser Anlagen. Gefragt seien zudem massgeschneiderte Reiseerlebnisse und höherwertige Zimmerkategorien. Meerblick sei für viele Schweizer Reisende besonders wichtig.

Ebenfalls entscheidend sei das Vertrauen in den Anbieter und die Möglichkeit, bei Problemen einen persönlichen Ansprechpartner zu haben. Genau diese Verbindung von Beratung, Service und einem breiten Angebot soll auch künftig ein zentraler Bestandteil der Strategie von Dertour Suisse bleiben.

Silvio Weilenmann, Albufeira