
Mit einem hochkarätigen Content wartete das 18. Swiss Travel Management Forum im Mama Shelter Hotel in Zürich Oerlikon auf. 160 Teilnehmende als Corporate Travel Manager und Dienstleister bildeten eine eindrückliche Kulisse.
Hier eine Zusammenfassung der einzelnen Referate und Themen, sowie eine Bildergalerie.
«Wer passt zu wem – lokale TMC vs. Globale All-in-one Anbieter?»
Den Auftakt der Fachreferate machten zwei anerkannte Branchenvertreter, die ihre Argumente zum Grundsatzthema wortgewandt und pointiert zu artikulieren wussten.

Roland Birchmeier, CEO von BTA First & Kuoni Business Travel, stellte die Positionierung der ‘schweizerischen TMC’ in den Vordergrund. Sein Credo: «The Customer has the choice».
Vom Service Level über Online Booking Tools bis hin zu Reporting- und Analyseinstrumenten wie BTA-ANALYSIS setzt das Unternehmen auf modulare, individualisierbare Lösungen statt Einheitsmodelle.
«Wir haben alle notwendigen technologischen Lösungen, aber immer gepaart mit der Expertise von Menschen», warf Birchmeier in die Debatte.

Dem gegenüber präsentierte Markus Sommer, Country Manager Switzerland von Perk, den Ansatz einer global integrierten Plattform. Ziel sei es, indirekte Arbeit zu automatisieren und Reisen, Spesenmanagement, Zahlungsprozesse und Eventorganisation auf einer zentralen Lösung zu bündeln.
7000 Unternehmen weltweit vertrauten bereits auf das System, das unter anderem NDC-Anbindungen, CO₂-Tracking, automatisierte Spesenverarbeitung und virtuelle Karten integriert. Zentral für Sommer ist dabei das Eliminieren von zeitraubenden, unnötigen Arbeiten, um «das Wachstum und die Innovation» zu fördern.
Die Diskussion zeigte: Der Markt bewegt sich zwischen Individualisierung und Plattformökonomie. Entscheidend bleibt die Frage, welche Lösung zur jeweiligen Unternehmensstruktur passt.
«Compliance im Business Travel»

Anschaulich und lebhaft thematisierten Alexandra Schulz, Risk & Compliance & Global Privacy Manager EMEA, Amex GBT und Michael Hosp, Head of Client Management, Amex GBT den stetig an Bedeutung wachsende Themenbereich ‘Compliance’ und ‘Risk Management’.
Standen früher die Kostenkontrolle, die Einhaltung der
Reiserichtlinien sowie die korrekte Belegführung im Vordergrund, sind in den letzten Jahren neue Aktionsfelder wie Nachhaltigkeit, KI unterstützte Analysen sowie der Datenschutz stark in den Vordergrund gerückt. Nicht erstaunlich, weist Michael Hosp eingangs darauf hin, dass sich die ganze Thematik in den letzten Jahren extrem verändert hat. «Das ganze Unternehmen ist heute von der Compliance betroffen. Jede Abteilung muss ihren Beitrag leisten, damit das System funktionieren kann».
Eindrücklich schilderte Alexandra Schulz, wie die Dynamik des Risk Managements sich verändert hat. «Viele Travel Managers haben den Eindruck, dass sie nur noch reagieren können und die Zeitfenster, um zu agieren, immer kürzer werden». Ihre Empfehlung: «Erstellen Sie einen Krisenmanagement-Plan, definieren Sie im Vorfeld klare Verantwortungsbereiche und Zuständigkeiten, versuchen Sie zu antizipieren. Das hilft, aus einer reaktiven Position in eine aktive Rolle zu wechseln».
Das Incident Management System (IMS) von Alexandra Schulz basiert auf 3 Säulen: Antizipieren, auch mit Hilfe von KI, Monitoring etc., zuteilen von Verantwortlichkeiten sowie die entsprechende Fürsorge, d.h die gezielte Unterstützung der Mitarbeitenden. «Suchen Sie nach Lösungen, auch mittels KI, die das Leben einfacher machen, holen Sie sich die Mithilfe von externen Partnern, denn Vertrauen ist in Krisensituationen essentiell», so die Botschaft der erfahrenen Risk Managerin.
«KI im Business Travel»

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Künstliche Intelligenz. Claire Ollivier, Senior Director Solutions Engineering bei BCD Travel, sprach von einer «AI (r)evolution» in der Reisebranche. Auf eindrückliche zeigte sie auf, wie sich der technologische Fortschritt über die letzten Jahrzehnte stetig und immer stärker beschleunigt hat.
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein integraler Bestandteil des Entwicklungs-Toolkits und wird in allen Technologien und Lösungen von BCD eingesetzt. BCD nutzt KI, um die Produktivität, Effizienz und Intelligenz zu steigern, aber es ist die Technologie, die
die Hauptrolle spielt.
Täglich erreichen tausende von Kunden-E-Mails die weltweiten Niederlassungen von BCD. Um diese effizient zu verarbeiten, wurde eine E-Mail-KI implementiert. Diese fasst den Inhalt des E-Mails zusammen, hält die wichtigsten zu bearbeitenden Punkte fest und zeigt auf welche Information allenfalls fehlt. Basierend darauf schlägt die KI nächsten Schritte und eine entsprechende Antwort vor. Der zuständige Agent kann die KI auch trainieren in dem er ein Feedback gibt.
Des Weiteren hat BCD Analysetools basierend auf KI implementiert die Helfen Trends festzustellen, Gelegenheiten zu entdecken und die Leistung in einer Anwendung zu verfolgen. So zeigt das Tool beispielsweise die Einsparmöglichkeiten auf, die durch Onlinebuchung zustande kommen könnten.
Folgende Fragen sollten sich Anwender gemäss Claire Ollivier stellen:
- Werden KI-gestützte Reiseassistenten neben Online Booking Tools bestehen bleiben oder diese ersetzen?
- Wie viele personenbezogene Daten sind wir bereit, im Austausch für einen personalisierten Service preiszugeben?
- Sind die bestehenden SLA und KPI noch relevant?
- Wie tolerant sind wir gegenüber Fehlern der KI im Vergleich zu menschlichen Fehlern?
Claire Ollivier endete ihren Vortrag mit einem Zitat von Karim Lakhani PhD, Harvard Business School, 2023. «KI wird Menschen nicht ersetzen – aber Menschen mit KI werden Menschen ohne KI ersetzen.»
«Smarte Zahlungslösungen – Corporate Virtual Cards»

Eine hochkarätig besetzte Dialogplattform thematisierte den Mehrwert der neuen digitalen Zahlungslösungen im Corporate Bereich.
Die Protagonisten: Sebastian Sutter, Director Business Development, Visa; Maurizio Paschini, Head Business Sales, Cornercard und Robert Troy, Sales Commercial Cards & Strategic Channel Management UBS Cardcenter.
Zum Auftakt schon mal ein klares Statement von Sebastian Sutter: «Business Travel ist ein sehr komplexer Prozess», um unmittelbar eine Grössenordnung in den Raum zu stellen:
«Unsere Branche generiert in diesem Jahr ein Umsatzvolumen von 390 Milliarden Euros, und ein grosser Teil wird über Kreditkarten generiert». Neben den bekannten Visa Corporate Cards und Visa Central Travel Accounts werden künftig verstärkt die neuen virtuellen Karten (Visa Commercial Pay) den Markt bestimmen.
Um ein Fazit schon mal vorwegzunehmen: In der Zukunft gibt es nicht entweder oder, sondern «digitale Zahlungssysteme werden in bestehende Lösungen integriert». Will heissen, die Plastikkarte dürfte uns noch lange begleiten.
Aber die Vorteile der «Corporate Virtual Cards» liegen auf der Hand. Ganz unterschiedliche Anforderungen, Bedürfnisse und Vorgaben können bedürfnisgerecht auf das Handy der entsprechenden Ansprechperson geladen werden.
In der Tat sind die Nutzungsbedürfnisse in grösseren Unternehmen ausgesprochen vielfältig. Weitere Vorteile: Grosse Datenvielfalt, grösstmögliche Transparenz bei Transaktionen, individuelle, flexible Konfiguration und erhöhte Sicherheit. Und, sind die relevanten Anforderungen erfüllt, ist die digitale Karte in Sekundenschnelle ausgestellt. Wie meinte doch ein Teilnehmer: «Corporate Virtual Cards» sind smart, beinhalten eine lohnenswerte Intelligenz!
Silvio Weilenmann








