Swiss-Chef Klühr will nachhaltig über 20 Prozent sparen

Kurzarbeit noch für eine Jahr möglich.
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Angesichts des Einbruchs der Nachfrage setzt die Swiss die Schere bei den Ausgaben an. «Wir müssen sicher eine nachhaltige Kostensenkung in der Grössenordnung von 20 bis 25 Prozent erreichen», sagt Swiss-Chef Thomas Klühr in einem Videointerview mit der Nachrichtenagentur «AWP».

Dieses Jahr würden die Kosten natürlich stärker sinken aufgrund des reduzierten Angebots. Aber nachhaltig müsse man eine Grössenordnung von über 20 Prozent erreichen, sagt Klühr: «Es sind alle Bereiche aufgefordert, Kostensenkungen zu erreichen. Wir haben einen Einstellungsstopp, Kurzarbeit und werden unser Projektportfolio sehr hart anpacken.»

Zuerst müssen Kader gehen

Die Kurzarbeit könnte noch bis August 2021 dauern. Damit wird es vorläufig kaum zu einer Entlassungswelle kommen. Allerdings werden Kaderstellen gestrichen. «Auch wir werden unsere Führungsstrukturen reduzieren. Wie hoch die Zahl ausfällt, haben wir noch nicht festgelegt. Das wird in wenigen Wochen erfolgen», sagt Klühr. Die Swiss-Mutter Lufthansa will die Anzahl Kader konzernweit um 20% beziehungsweise um 200 Stellen verringern.

Die Flottengrösse solle durch die verzögerte Auslieferung der bestellten Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge verkleinert werden. Und man prüfe die vorgezogene Ausmusterung älterer Flugzeuge. Was dies für 91 Maschinen der Swiss heisst, wollte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einer Medienkonferenz nicht genau beziffern: Die Flottengrösse der Swiss hänge davon ab, wie die einzelnen Märkte zurückkommen würden.

Warten auf die Staatshilfe

Der Buchungsstand betrage derzeit rund 20% eines normalen Jahres, sagt Klühr. Flüge werden jetzt durchgeführt, sobald sie die variablen Kosten wie Treibstoff oder Gebühren einspielen. So verliere die Swiss weniger als CHF 1 Mio. pro Tag. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte der Swiss-Chef die Verluste auf CHF 3 Mio. pro Tag beziffert.

Die Staatshilfe des Bundes sei noch nicht geflossen. «Wir warten auf die Freigabe durch den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Deutschland. Ich hoffe, dass die in den nächsten Tagen kommt», so Klühr. Er hatte sehr früh auf Staatshilfe gepocht und als dringlich bezeichnet. Bisher sei die Swiss durch ihren Mutterkonzern Lufthansa gestützt worden. (TI)