Swiss-Piloten: «Jetzt ist es Zeit, die internen Probleme anzugehen»

Aeropers ‘stupst’ Swiss im Kontext mit den Halbjahreszahlen nochmals an.
© Swiss International Air Lines Ltd.

Diese Woche hat Swiss seine Halbjahreszahlen präsentiert. Aeropers, der Personalverband der Swiss und Edelweiss Pilotinnen und Piloten, zeigt sich in einem Communiqué «Erfreut darüber, dass Swiss in der aktuell anspruchsvollen Situation so gute Halbjahreszahlen präsentieren konnte.»

«Mit dem operativen Ergebnis von etwas mehr als 189 Mio. Schweizerfranken ist Swiss erneut die Cash Cow des Lufthansakonzerns und die einzige Passagier-Airline im Lufthansa Konzern, die einen Gewinn erwirtschaften konnte», heisst es darin weiter.

Stockende GAV Verhandlungen

Natürlich entspringen diese freundlichen Worte seitens Aeropers nicht purer Nächstenliebe. Denn mit den nächsten Sätzen kommen die Piloten*innen konkreter zur eigentlichen Sache: «Die aktuell laufenden GAV-Verhandlungen geben dem Unternehmen die Chance, viele der aktuellen internen Probleme zu lösen und die Basis für eine noch erfolgreichere Zukunft zu legen.» Siehe dazu den Schlagabtausch von Ende Juli.

Klartext vom Vorstand

Thomas Steffen, Vorstandsmitglied Aeropers ©Aeropers

«Wir freuen uns, dass unsere Swiss auch in der aktuell anspruchsvollen Situation so erfolgreich unterwegs ist», sagt Thomas Steffen, Vorstand und Mediensprecher von Aeropers.

«Jetzt ist es Zeit, die internen Probleme anzugehen. Der Firma entgehen durch den viel zu hohen Anteil an Wet Lease Flügen und die Flugstreichungen wegen des Personalmangels im Cockpit grosse Verdienstmöglichkeiten und das Personal leidet zugleich an übermässiger Arbeitsbelastung und mangelnder Planbarkeit des Soziallebens».

«Die aktuell laufenden GAV-Verhandlungen bieten die Möglichkeit, die Probleme gemeinsam nachhaltig zu lösen. Swiss braucht zukunftsfähige und moderne Arbeitsbedingungen, um den Unterbestand im Cockpit zu beheben und einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen. Das Management und die Arbeitnehmenden haben beide berechtigte Anliegen und die Verhandlungen bieten die Chance, diese umzusetzen», erklärt Steffen weiter.

«Um die bestehenden Probleme zu lösen, fordern die Pilotinnen und Piloten der Swiss Arbeitsbedingungen, die dem nationalen und internationalen Vergleich standhalten und den Nachwuchs im Cockpit sicherstellen», führt der Mediensprecher von Aeropers und Pilot auf dem Airbus A330 aus.

Mit der Schwester herrscht Frieden

«Als Sozialpartner haben wir in den Verhandlungen zum GAV2024 mit Edelweiss bewiesen, dass man mit uns sehr gute Lösungen finden kann. Die Edelweiss funktioniert unter dem neuen Vertrag sehr gut und das Personal dort ist sehr zufrieden. Unser Ziel ist es, auch mit dem Swiss Management eine für beide Seiten gewinnbringende Lösung zu erreichen». (TI)