«Ferien für alle»

So läuft es bei Hotelplan Suisse im aktuellen Geschäftsjahr.
(v.l.): Victoria Studer (Director Tour Operating Hotelplan & Migros Ferien), Modestino Capolupo (Director Tour Operating Tourisme pour Tous), Nicole Pfammatter (CEO Hotelplan Suisse), Laura Meyer (CEO Hotelplan Group) und Sebastian Kickmaier (Director Tour Operating Travelhouse) ©YS

Hotelplan Suisse ist auf bestem Weg, das laufende Geschäftsjahr auf dem Niveau von 2019 abzuschliessen. Insbesondere im Badeferien-Bereich stellt der Schweizer Reiseveranstalter einen grossen Nachholbedarf fest, wie Laura Meyer, CEO Hotelplan Group, und Nicole Pfammatter, CEO Hotelplan Suisse, an der Medienkonferenz vom 29. Juni im Restaurant Sablier im Circle am Flughafen Zürich mitteilten.

«Beim Reisen wird nicht gespart», freut sich Laura Meyer und verkündet damit auch die starken Zahlen der Hotelplan Group. Der Buchungsstand liegt 4%, bzw. 3% (Umsatz Buchungseingang / Umsatz bereits abgereist) über dem von 2019. Auch der Net Promoter Score (NPS) entwickle sich positiv – die gesamte Hotelplan Group wird weiterempfohlen, innerhalb 2023 ist der Wert bereits um 10% gestiegen.

«Wir von Hotelplan Suisse möchten Ferien für alle ermöglichen», sagt Nicole Pfammatter. «Deshalb ist es umso erfreulicher. dass das Reisefieber der Schweizerinnen und Schweizer definitiv zurück ist.» Die Buchungseingänge bei Hotelplan Suisse zeigen deutlich, dass Reisen ins Ausland bei den Kundinnen und Kunden des Schweizer Reiseveranstalters im Sommer 2023 wieder an erster Stelle stehen.

Spanien und Griechenland ganz vorn

Ferien rund ums Mittelmeer mit den Marken Hotelplan und Migros Ferien sind besonders beliebt. Spanien liegt auf dem ersten Platz der Beliebtheitsskala der Destinationen, gefolgt von den griechischen Inseln, Zypern, der Türkei sowie Ägypten.

Gerade Ägypten lege einen gewaltigen Run hin und werde wie auch die Vereinigten Arabischen Emirate auch im Sommer gerne und oft gebucht. «Die Schweizerinnen und Schweizer mögen es anscheinend, wenn sie grilliert werden», scherzt Pfammatter.

Im Individualreisen-Bereich mit den Marken Travelhouse und Tourisme Pour Tous sind diesen Sommer Reisen in die USA, nach Kanada, auf die Malediven, nach Thailand und Norwegen am meisten gefragt. Noch nicht auf dem Vor-Corona-Niveau von sind Reisen nach Asien sowie Australien und Neuseeland.

Geld spielt keine Rolle

«Der Nachholbedarf nach Ferien im Ausland ist riesig. Wir rechnen damit, in diesem Jahr das Umsatz-Niveau von 2019 wieder zu erreichen», freut sich Nicole Pfammatter, CEO Hotelplan Suisse. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass Kundinnen und Kunden tendenziell mehr Geld für ihre Ferien ausgeben als noch vor der Pandemie.

«Die Kundinnen und Kunden möchten sich etwas gönnen und entscheiden sich oft für ein höherklassiges Hotel oder bleiben statt einer Woche gleich zwei Wochen am Ferienort», ergänzt Pfammatter.

Doch bleibt das auch so – werden Herr und Frau Schweizer auch in Zukunft weiterhin viel Geld für Ferien in die Hand nehmen? «Ich denke, es könnte eine Verlagerung geben – die Menschen werden vielleicht nicht mehr mehrmals im Jahr in die Ferien fliegen, sondern nur noch einmal, aber dafür richtig», sagt Sebastian Kickmaier, Director Tour Operating Travelhouse.

Ist Reisen teurer geworden – Hotelplan Suisse sagt: Ja, Ferien sind teurer geworden, im Vergleich zu 2019 zirka 10 bis 25%. «Im Groben sehen wir klare Preisanstiege, verglichen mit 2022 sind die Preise teils aber auch rückläufig», relativiert Victoria Studer, Director Tour Operating Hotelplan & Migros Ferien.

Versicherungen verlieren an Gewicht

Nicht nur die Buchungszahlen sind praktisch wieder bei Vor-Corona. Auch beim Thema Sicherheit hat sich die Lage beruhigt. «Das Thema Versicherungen ist nicht mehr top-of -mind, erklärt Pfammatter. Sicherheit sei nach wie vor wichtig, aber wieder etwa so wie vor der Krise.

Einen Einfluss auf die Buchungen in den Filialen habe das aber nicht. «Der Direkt- wie auch Online-Vertrieb wächst bei uns stetig an – wir spüren aber, dass Kunden für Spezialreisen eher den persönlichen Kontakt suchen, während einfach Pauschalreisen öfter online gebucht werden», erklärt die Hotelplan Suisse Chefin.

Vertrauen in langfristige Ferienplanung

Die meisten Kundinnen und Kunden von Hotelplan Suisse schmieden ihre Ferienpläne wieder gleich weit im Voraus wie 2019, das heisst durchschnittlich zwischen 90 und 150 Tagen vor Abreise.

Wer seine diesjährigen Sommerferien noch nicht gebucht hat, werde bei Hotelplan Suisse trotzdem fündig. Sei es bei Flug- oder Hotelleistungen – es gibt aktuell noch Verfügbarkeiten. Dies nicht zuletzt deswegen, weil Hotelplan Suisse ab den Flughäfen Zürich und Bern frühzeitig Charterplätze an die beliebtesten Mittelmeerdestinationen eingekauft und bei vielen Hoteliers Zimmer zu attraktiven Konditionen gesichert hat.

Auch die Planung für die kommenden Herbst- und Winterferien wird bereits rege in Angriff genommen. Im Badeferien-Bereich werden in den Herbstmonaten auch dieses Jahr Mittelmeerdestinationen auf der Beliebtheitsskala die Nase zuvorderst haben. Im Langstreckenbereich zeigen erste Tendenzen, dass es in der kühleren Jahreszeit die meisten Kundinnen und Kunden von Hotelplan Suisse nach Dubai, auf die Malediven oder Thailand ziehen wird.

Individuell zusammengestellten Reisen

Der Anteil Pauschalreisen bei Hotelplan Suisse und Migros Ferien wurde massiv gesteigert. «Pauschalreisen sind das, was wir am besten können», sagt Studer. Dennoch spürt der Reiseveranstalter bei der Kundschaft je länger, je mehr den Wunsch nach individuell zusammengestellten Reisen.

Travelhouse und Tourisme Pour Tous bauen ihr Programm deswegen stetig aus. Neu finden Kundinnen und Kunden verschiedene Inselhopping-Reisen in Griechenland oder Rundreisen auf den Azoren, auf Madeira oder dem portugiesischen Festland im Angebot. Zudem bieten die beiden Individualreisen-Spezialisten neu auch massgeschneiderte Weltreisen oder Auszeiten in Form eines Sabbaticals an.

Auch im Badeferien- und Städtereisen-Bereich ist der Trend zu Ferien nach Mass spürbar. So werden von Hotelplan zusammengestellte Pauschalreisen mit Flug- und Hotelleistung immer mehr auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kundschaft angepasst.

Zug ist Trend

Weiter erfreuen sich die vor einem Jahr mit der Marke Migros Ferien lancierten Zugpauschalreisen immer grösserer Beliebtheit. Insbesondere bei Städtereisen ins nahe gelegene Ausland wird je länger, je mehr auf Zug statt Flug gesetzt.

«Reisen mit dem Zug ist nicht nur nachhaltiger, sondern erspart einem je nach Destination auch Zeit. Bei einer Anreise von bis zu acht Stunden entscheiden sich deswegen viele unserer Kundinnen und Kunden für den Zug. Fast 90% der bei uns gebuchten Reisen nach Paris beispielsweise werden mit dem Zug absolviert”, sagt Studer Die fünf beliebtesten Ziele für Städtereisen mit dem Zug sind Paris, Wien und Hamburg, gefolgt von München und Amsterdam. 20% aller Zugreisen erfolgen mit einem Nachtzug.

Quereinsteigerprogramm gegen Fachkräftemangel

Um für die Kundenberatung in den eigenen Filialen auch zukünftig genügend versiertes Fachpersonal zu haben, hat Hotelplan Suisse im letzten Herbst ein eigenes Quereinsteigerprogramm lanciert. Neun Personen mit unterschiedlichstem beruflichen Hintergrund wurden in verschiedenen Ausbildungsblöcken zu Reisefachverkäuferinnen und Reisefachverkäufern ausgebildet.

«Das Quereinsteigerprogramm werten wir bereits jetzt als vollen Erfolg und werden es im kommenden Herbst mit zwölf Personen erneut durchführen», erklärt Nicole Pfammatter. Weiter setzt Hotelplan Suisse auch zukünftig auf die Erstausbildung. So werden diesen Sommer 22 Personen ihre Lehre im Tour Operating als auch in den Filialen von Hotelplan Suisse beginnen. Von den 31 jungen Erwachsenen, welche ihre Ausbildung diesen Sommer abschliessen, werden 75% bei Hotelplan Suisse weiterbeschäftigt.

Das macht die Romandie aus

Auch in der Welschschweiz läuft das Geschäft, wie Modestino Capolupo, Director Tour Operating Tourisme Pour Tous, erklärt. «In der französischen Schweiz gelten aber andere Regeln – Ferien in frankophonen Destinationen sind genauso gross nachgefragt, wie begleitete Rundreisen (natürlich nur auf Französisch)», witzelt Capolupo.

In der Romandie werden ausserdem verstärkt Wellness- und Thalasso-Angebote, exklusive Wanderferien und Lesereisen angeboten. «Wir sind auch Exklusivpartner von verschiedenen Marathons, wie in New York, Berlin, London und Chicago. Und diese Angebote sind bereits restlos ausgebucht.

Yannick Suter