Kuoni: News und Spekulationen hüben wie drüben

«Sonntagszeitung» spekuliert über Stellenabbau bei Kuoni-Schweiz – neue Konzernstruktur für Muttergesellschaft DER Touristik – Kuoni Group schafft Holding-Dach ab.
Kuoni Group Headquarter

Kuoni Schweiz befindet sich weiterhin im Fokus des öffentlichen Interesses. Die «Sonntagszeitung» spekuliert zum wiederholten Male, dass ein weiterer Stellenabbau wahrscheinlich sei. Sie stützt sich dabei auf Aussagen von «guten Kennern des Unternehmens». Gemäss diesen Informationen soll Kuoni Schweiz im letzten Jahr CHF 18 Mio. Verlust eingefahren haben, im Jahr zuvor sogar CHF 25 Mio. Der Umsatz soll von CHF 650 Mio. im Jahr 2014 auf CHF 450 bis 500 Mio. geschrumpft sein. Kuoni bestätigt offiziell lediglich einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe für das vergangene Jahr. Weiter schreibt die Zeitung von «internen Grabenkämpfen» zwischen den Spezialisten und den Hauptmarken Kuoni und Helvetic Tours, da sich die Spezialisten «als etwas Besseres fühlen» würden. «CEO Dieter Zümpel wird sich überlegen müssen, ob und wie er die Spezialistenmarken enger an die Kandare nimmt und bei ihnen ebenfalls Synergien mit dem Mutterhaus sucht. Eine andere Option wäre, den einen oder anderen Spezialisten an einen Mitbewerber zu verkaufen», so das Fazit des Sonntagsmediums.

Die Muttergesellschaft DER Touristik plant derweil eine Reorganisation. Sie soll als eigene Holding DER Touristik Group innerhalb der Rewe eine Konzernstruktur mit vier Divisionen erhalten: Central Europe, Eastern Europe, Northern Europe sowie DMCs und Hotels. Für Kuoni Schweiz ändert sich gemäss DER-Sprecher Tobias Jüngert nichts: Sie wird weiterhin bei DER Touristik Central Europe angesiedelt sein, und Kuoni-Schweiz-CEO Dieter Zümpel wird wie bisher an Zentraleuropa-Chef René Herzog rapportieren.

Die Kuoni Group hingegen ist weiterhin damit beschäftigt, das Holding-Dach abzuschaffen und die einzelnen Sparten Global Travel Services (Gruppengeschäft und Destination Management), Global Travel Distribution (v.a. Bettenbank GTA) und VFS Global (Visa-Geschäft) einzeln weiterzuführen. «Schon im Oktober wird die Holding inhaltlich nicht mehr existent sein», kündigt Kuoni-Verwaltungsratspräsident Ulf Berg in der «Schweiz am Wochenende» an. Formal würden danach noch ein paar Aufgaben übrig bleiben. Seine Aufgabe als Präsident sei nach der Entfernung des Holding-Dachs dann «wahrscheinlich erledigt». Die langfristige Strategie für die Marke sei noch nicht definiert; heute wird sie von der Kuoni Group praktisch nur noch im Gruppengeschäft verwendet. Besitzerin EQT will zusammen mit der Kuoni- und Hugentobler-Stiftung aber schauen, «wie wir dieser wertvollen Marke am besten Sorge tragen.»