DER Touristik schafft mit Kuoni den Turnaround

Wachstum der Marke dank grossen Marketinginvestitionen.
©zVg/màd

Der im Sommer 2019 angekündigte Turnaround ist geschafft: DER Touristik Suisse schreibt drei Jahren nach der Integration der damals hochdefizitären Kuoni Reisen AG ein leicht positives Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) für das Geschäftsjahr 2019. Im herausfordernden Touristikjahr 2019 erzielte der Veranstalter einen Umsatz von knapp CHF 644 Mio. Der konsolidierte Gesamtumsatz ist im Vorjahresvergleich leicht rückläufig (-1,5%).

Kuoni-Comeback als Grundlage für Turnaround

CEO Dieter Zümpel sieht mehrere Faktoren, die dem Markenhaus das Verlassen der Verlustzone ermöglicht haben: «Gerade unsere Kernmarke Kuoni erfreut sich dank erheblichen Marketinginvestitionen und der Erweiterung des Kundenkreises – insbesondere durch tiefere Hoteleinkaufpreise im europaweiten Gruppenverbund der DER Touristik – eines anhaltenden Wachstums. Ihr Comeback ist die Grundlage der positiven Entwicklung von DER Touristik Suisse. Dies gilt auch für die Kuoni-Reisebüros, die den Anteil verkaufter Reisen eigener Veranstalter erheblich steigern konnten. Gleichzeitig haben erfreuliche Deckungsbeiträge unserer Spezialveranstalter und das Kostenmanagement des Gesamtunternehmens signifikant zum Turnaround beigetragen.»

Die Trendwende ist dem Unternehmen in einem herausfordernden Touristikjahr gelungen. Nach einem bereichsübergreifend von Wachstum geprägten Wintergeschäft 2018/19 lag die Nachfrage nach Ferien im Sommerhalbjahr 2019 branchenweit unter den Erwartungen. Als dafür mitursächlich nennt Zümpel das Wetter: «Überwiegend trockene und heisse Sommermonate haben nicht wenige Kurzentschlosse ermuntert, die Hauptferienzeit in heimischen oder alpinen Regionen anstatt mit einer klassischen Ferienreise zu verbringen.» Auch mehrere Konkursfälle von Fluggesellschaften hätten ein noch besseres Ergebnis verhindert, «wenngleich sie den Mehrwert einer Buchung bei einem Reiseveranstalter eindrücklich unterstrichen haben», wie Zümpel ergänzt. Kunden einer Veranstalterreise treten das Risiko des Ausfalls eines Leistungsträgers an ihren Vertragspartner ab.

Ambivalenter Start in das Geschäftsjahr 2020

Die Vorzeichen für das laufende Geschäftsjahr stimmten mit Zuwächsen gegenüber Januar 2019 zunächst positiv. Seit Ende Januar spürt DER Touristik Suisse hingegen eine gewisse Zurückhaltung bei der Nachfrage nach Reisen infolge des Corona-Virus. «Zwar besteht laut Einschätzungen von Behörden und vieler Gesundheitsexperten keine überproportional grosse Gesundheitsgefährdung für weltweite Aufenthalte ausserhalb der Sperrzonen, und Reisewarnungen offizieller Stellen beziehen sich derzeit ausschliesslich auf die chinesische Provinz Hubei. Selbstverständlich begegnen wir verunsicherten Kunden aber mit Verständnis und erarbeiten beim Wunsch nach einer Reiseplanänderung gemeinsam mit ihnen individuelle Lösungen», so Zümpel.

Auch wenn die Auswirkungen des Coronavirus aktuell noch nicht abschätzbar sind und die Touristik-Branche nach Überzeugung von DER Touristik Suisse für eine gewisse Zeitspanne beschäftigen werden, so hält DER Touristik Suisse dennoch am Ziel einer weiteren Ergebnisverbesserung im Geschäftsjahr 2020 fest. Zu DER Touristik Suisse zählen neben den Volumenveranstaltern Kuoni sowie Helvetic Tours und den schweizweit rund 80 Kuoni-Reisebüros mehr als zehn Spezialveranstalter, die Ferien-, Gruppen- und Geschäftsreisen in insgesamt über 100 Länder anbieten. (TI)

Drucken