Prevost-Deal: Das sagen die Protagonisten dazu

Hotelplan-Suisse-CEO Kurt Eberhard mit Details zum neuen Departement – Knecht-Reisegruppe-CEO Roger Geissberger präsentiert ersten Teil der Nachfolgeregelung.
Kenny Prevost (l.) und Marc Fraefel.

Seit gestern ist klar, wohin es Kenny Prevost zieht: Nach 33 Jahren bei Knecht Reisen heuert er bei Hotelplan Suisse an und übernimmt dort die Leitung des neu kreierten Departements «Tour Operating Sport & Special Tours». Ebenfalls zu Hotelplan Suisse stösst Marc Fraefel, der die letzten zwölf Jahre in Knechts Schneesport-Abteilung «Powder Dreams» tätig war und sich dort zur Nummer 2 hinter Kenny Prevost entwickelt hat.

Prevost legt im Gespräch mit TI Wert auf die Tatsache, dass es sich hier nicht um einen «Package Deal» handle. «Marc hat vor mir gekündigt, ich habe ihn nicht ‚mitgenommen‘. Die beiden Personalien liefen völlig unabhängig voneinander.» Dies bestätigt Kurt Eberhard, CEO Hotelplan Suisse: «Ich habe Marc Fraefel beim Heliskiing in Kanada angetroffen und ihm später einen Job für unser neues Wintersport-Produkt angeboten. Erst danach erfuhr ich von der Kündigung Prevosts, und so hat sich dann die Idee konkretisiert, ein komplett neues Departement aufzubauen.»

Hotelplan Suisse sieht Potenzial bei Special-Interest-Themen

Mit diesem neuen Departement, das am 1. November startet, will Hotelplan Suisse strategisch stärker auf Special-Interest-Themen setzen. «Diese lagen bei uns bisher etwas brach, mit Ausnahme von Golf und einigen Wintersportangeboten in den Nord-Katalogen», so Eberhard. Zuerst wird das Departement aus drei Produktlinien bestehen: Golf, das weiterhin von Maurice Lutz geführt wird; die Special Tours von Monika Peter; und das Ski- und Heliskigeschäft, das nun vor allem vom neuen Product Manager Fraefel aufgebaut wird. «Darauf werden wir uns vorerst konzentrieren; wir sind aber relativ offen für weitere Produkte», sagt Eberhard. Übrigens wird der neue Travelhouse-Katalog «Winterträume USA & Kanada» nicht ins neue Departement wechseln, sondern weiterhin bei Sandra Räber im Departement von Pino Andreano angesiedelt sein. Kenny Prevost und Marc Fraefel werden dort aber ihr Know-how für Ski und Heliski einbringen.

Prevost: Ein persönlicher Entscheid zum «Rebooten»

Kenny Prevost freut sich derweil auf seinen neuen Job: «Die Hotelplan Group ist zurzeit einer der innovativsten Player auf dem Markt, und ich freue mich, dort etwas bewegen zu können.» Er betont erneut, dass sein Abgang nicht gegen Knecht gerichtet sei. «Es ist ein persönlicher Entscheid; es wird Zeit, dass ich mich ‚rebooten‘ kann. Offiziell bin ich aber bis 31. Oktober bei Knecht eingestellt und werde bis zum letzten Moment noch Vollgas geben. Selbstverständlich stehe ich für eine geordnete Übergabe zur Verfügung.»

Martin Gallati übernimmt bei Knecht den Lead fürs Heliskiing

Roger Geissberger, CEO der Knecht Reisegruppe, zeigt sich nicht überrascht, dass Prevost zu Hotelplan Suisse wechselt: «Ich hatte so eine Ahnung und es liegt eigentlich auf der Hand nach seiner Kündigung. Kurt Eberhard und er sind gut befreundet. Natürlich verlieren wir einen Pionier und eine wichtige Kaderperson, aber mit so etwas muss man immer rechnen.»

Ursprünglich sei das Heliskiing bei Knecht Reisen von Prevost eingeführt geworden. Der grosse Step kam dann durch die Übernahme 2000 von Agrar Reisen und Voyageplan, die GSA von CMH Heliski waren. «Martin Gallati, Direktor Voyageplan Montreux, war schon damals dabei und für das CMH Heliskiing in der Westschweiz verantwortlich. Er wird im Einkauf für Knecht Reisen und Voyageplan nun den Lead im Heliskibereich von Kenny Prevost übernehmen, in enger Zusammenarbeit mit dem neuen Product Manager Heliskiing Knecht Reisen Zürich», erklärt Geissberger.

Nachfolgeregelung steht bis Ende August

Bis Ende August werde die neue Struktur und die Nachfolgeregelung für Prevost stehen, sagt Geissberger weiter. «Nächste Woche werden wir im persönlichen Gespräch mit ihm entscheiden, wie es weitergeht und bis wann er noch für Knecht Reisen arbeitet.»

Geissberger zeigt sich zuversichtlich, dass trotz dieser zwei Abgänge das Produkt Powder Dreams weiterhin überaus erfolgreich sein wird: «Das Knecht-Produkt ist seit 27 Jahren breit distribuiert und verankert und hat viele Stammkunden, auch vom Knecht Reisen VIP Club oder Club 100 im Kanton Aargau.»

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