Thomas Cook erwägt Verkauf seiner Airlines

«Wir sind in einer frühen Phase einer strategischen Revision und werden alle Optionen prüfen», so Vorstandschef Peter Fankhauser.
Boeing 757-300, Condor
© Condor

Dieser strategische Schritt überrascht: Der Thomas Cook erwägt den Verkauf der konzerneigenen Airlines – zu welchen auch Condor gehört. Anlässlich der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse sagte Vorstandschef Peter Fankhauser: «Wir sind in einer frühen Phase einer strategischen Revision und werden alle Optionen prüfen.» Man brauche mehr finanzielle Flexibilität, so Fankhauser. Diese Ressourcen sollen in die Stärkung des eigenen Hotelportfolios und der Digitalisierung der Verkaufskanäle gesteckt werden. In diesem Jahr eröffnen zwanzig Hotels der eigenen Marken.

Schon seit geraumer Zeit wird gemunkelt, Thomas Cook könnte sich von seiner Airline-Sparte trennen. Fankhauser hatte die Gerüchte aber stets und mehrfach zurückgewiesen. Zur Airline-Sparte des zweitgrössten Reisekonzerns Europas gehören neben Condor die Thomas Cook Airline UK, Thomas Cook Airlines Scandinavia, Thomas Cook Aviation sowie die spanische Thomas Cook Airlines Balearics. Insgesamt umfasst die Sparte mehr als 100 Flugzeugen. 2008 war eine geplante Fusion von Condor und Air Berlin aber am Widerstand der Politik gescheitert. Mit Eurowings gab es anschliessend ebenfalls Gespräche, die allerdings ergebnislos verliefen.

Der Umsatz des Reiseveranstalters stieg im ersten Quartal (bis Ende Dezember) um 1% auf £ 1,66 Mia. Operativ verbuchte der Konzern einen Verlust von £ 60 Mio. Im vergangenen Geschäftsjahr war bei dem Reisekonzern der operative Gewinn fast um ein Fünftel auf £ 250 Mio. eingebrochen. Der heisse und lange Sommer und hohe Preise auf den Kanaren hätten die Buchungen im Winter dann negativ beeinflusst, sagte Fankhauser. In Grossbritannien herrsche zudem eine gewisse Verunsicherung betreffend dem Brexit-Szenario und seinen Auswirkungen.  (TI)

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