Thomas-Cook-Pleite: Hotelplan doppelt betroffen

Die Migros-Tochter war prioritärer Partner und verkaufte in England über Thomas-Cook-Reisebüros.
© Thomas Cook

Thomas Cook verkaufte in der Schweiz seit Jahren über seinen prioritärer Partner Hotelplan Suisse. In den letzten Monaten ist die Kooperation allerdings laufend reduziert worden. «Die Auswirkungen für Hotelplan Suisse sind minimal», sagt Sprecherin Bianca Gähweiler auf Anfrage von TRAVEL INSIDE.

Aktuell seien ein paar Dutzend Kunden von Hotelplan Suisse noch mit Thomas Cook unterwegs. Und: «Hotelplan Suisse hat nur eine geringe Anzahl von Buchungen verteilt über die nächsten Monate», sagt Gähweiler. Diese Buchungen beträfen besonders Skiferien in der Schweiz, Norditalien und Österreich. Man nehme Kontakt mit den betroffenen Kunden auf und schaut für eine jeweilige individuelle Lösung.

Von der Pleite betroffen ist auch die Hotelplan Group, die mit Hotelplan UK in Grossbritannien aktiv ist. Ihre Reisen wurden auch von Thomas Cook verkauft. «Wir bedauern den Konkurs von Thomas Cook. Insbesondere bei Hotelplan UK haben wir in den letzten Jahren mit Thomas Cook zusammengearbeitet», sagt Thomas Stirnimann, CEO Hotelplan Group. «Wie gross die Auswirkungen für unser Geschäft in Grossbritannien sind, können wir zur Zeit noch nicht sagen.»

Ein paar Dutzend Reisende bei DER Touristik Suisse

Auch DER Touristik Suisse hat mit ihrer Marke Kuoni mit Thomas Cook zusammengearbeitet. «Eine tiefe dreistellige Anzahl der Reisebüro-Kunden von Kuoni hat ein Arrangement von Thomas Cook gebucht und befindet sich derzeit entweder am Ferienort oder hat eine Abreise in den kommenden Tagen beziehungsweise Wochen geplant», sagt Sprecher Markus Flick. Betroffen seien Pauschalreisegäste mit Zielen überwiegend im Mittelmeerraum, auf den Kanaren oder in Ägypten.

Obwohl Kuoni als Vermittler nicht in der Haftung stehe, würden alle Thomas-Cook-Kunden am Ferienziel kontaktiert. «Wir erörtern mit ihnen den Sachstand und bieten dort alternative Unterbringungs- beziehungsweise Transportleistungen an, wo es aufgrund der aktuellen Lage notwendig scheint», so Flick. Die Unternehmenseinheiten von Thomas Cook in Deutschland und in der Schweiz haben bisher keinen Konkurs angemeldet. «Das weitere Vorgehen für unsere Thomas-Cook-Kunden mit bevorstehender Abreise ist abhängig von den weiteren Entwicklungen. Wir unterstützen unsere Thomas-Cook-Kunden nach Kräften», so Flick.

Retailer betroffen

Auch die unabhängigen Retailer betrifft die Pleite, ein grosser Teil des Volumens von Thomas Cook in der Schweiz wurde über sie abgewickelt. «Ja klar spüren wir die Pleite. Und Kunden haben wir auch unterwegs», sagt etwa Alex Bähler, Managing Director von Media Reisen in Basel.

Finanziell müssen sich die Reisebüros bei dieser Pleite meist weniger Sorgen machen als bei den letzten Airline-Konkursen: In der Regel verkauften sie als Vermittler die Packages von Thomas Cook, die über die Kundengeldabsicherung des Veranstalters bei der Zurich in Deutschland gedeckt sind. (TI)

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