TUI-Travelopia: Kuoni Group geht wieder leer aus

Die Spezialistensparte des TUI-Konzerns geht an eine amerikanische Private-Equity-Gesellschaft.
TUI Hauptsitz Hannover

TUI hat sich entschieden: Der Spezialistenbereich des Reisekonzerns, der unter dem Namen Travelopia zusammengefasst wird, geht an die Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) mit Sitz in New York. Der Kaufpreis beträgt EUR 381 Mio., was dem 14,4-fachen des bereinigten EBITA von Travelopia im letzten Geschäftsjahr entspricht. Gehofft hatte TUI auf rund EUR 500 Mio.

Damit geht die Kuoni Group leer aus. Sie hatte sich gemäss Berichten von englischen Medien ebenfalls für das Geschäft interessiert. Schon 2016 war Kuoni mit einem TUI-Deal in Verbindung gebracht worden, nämlich mit dem Kauf der Bettenbank Hotelbeds. Auch damals erhielt ein anderer Investor, nämlich die britische Gesellschaft Cinven, den Zuschlag.

Gleichzeitig gab die TUI Group gestern Montag ihr Quartalsergebnis bekannt. Der Umsatz sank – vor allem wegen aufgegebenen Geschäftsfeldern – um knapp 5% auf EUR 3,54 Mia., der Verlust reduzierte sich von EUR 101,7 Mio. auf EUR 72,5 Mio. Wie gewohnt sind Verluste im ersten Quartal eines touristischen Jahres für einen Reiseveranstalter normal und kein Anlass zur Sorge.

Die Region Zentral mit Deutschland, Österreich, Polen und der Schweiz musste aber einen Ergebnisrückgang verbuchen, und zwar gleich um EUR 25,4 Mio. Für den Löwenanteil davon ist der Quasi-Streik bei TUI Fly Deutschland im Oktober 2016 verantwortlich, der alleine EUR 22 Mio. kostete.

 

 

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