Tourismus dominiert die Wirtschaft auf den Kanaren

Der Massentourismus auf der Insel schafft Arbeitsplätze.
Gran Canaria ©Unsplash/Joel Rohland

Die spezialisierte Analyseplattform Impactur hat den Einfluss des Tourismus auf die kanarische Wirtschaft untersucht.

Die Studie, basierend auf den Daten von 2024, bescheinigt dem Tourismus auf den Kanarischen Inseln eine dominierende Rolle für Wirtschaft und Beschäftigung. Demnach entfielen seit 2019 rund 47,6% des Wirtschaftswachstums des Archipels auf den Tourismussektor. Dessen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt wird laut Studie auf 23,4 Milliarden Euro beziffert – das entspricht 37,7% der gesamten regionalen Wirtschaftsleistung.

Auch auf dem Arbeitsmarkt bleibt der Tourismus zentraler Motor: Zwischen 2019 und 2025 entstanden laut Studie mehr als 76’500 direkte und indirekte Arbeitsplätze. Insgesamt hängen inzwischen rund 413’000 Jobs – etwa 42,3% aller Beschäftigungsverhältnisse auf den Inseln – vom Tourismussektor ab.

Grösser, besser, diversifizierter

Treiber dieser Entwicklung sei vor allem die strategische Aufwertung des touristischen Angebots. Seit 2023 wurden jährlich mehr als eine Milliarde Euro in die Modernisierung von Hotels und Apartments investiert. Allein 2025 flossen rund 1,2 Milliarden Euro in die Umwandlung von Drei- und Vier-Sterne-Anlagen in Fünf-Sterne-Unterkünfte. Parallel dazu stiegen die touristischen Ausgaben auf Rekordniveau: Besuchende gaben durchschnittlich 177 Euro pro Person und Tag aus.

Die Studie hebt zudem hervor, dass sich das touristische Angebot zunehmend diversifiziert. Neben klassischen Strand- und Sonnenurlauben profitierten auch Handel, Landwirtschaft, Kultur und traditionelle Angebote. Gleichzeitig wachse die Zahl kleiner und mittlerer Unternehmen im Erlebnis- und Freizeitbereich.

Der Beitrag der Kanarischen Inseln zu den inländischen Tourismusausgaben beträgt ihrerseits 2 Milliarden Euro, und der Tourismus steigt weiterhin um mehr als 12% pro Jahr. In diesem Zeitraum erzielte der Tourismus 4,1 Millionen Euro, was 43,2% der öffentlichen Einnahmen auf den Kanarischen Inseln entspricht. Mit diesen Mitteln würden wesentliche Bereiche wie Gesundheit, Bildung, Sozialleistungen und Infrastruktur finanziert.

Tourismus generiert Stellen

Besonders betont der Bericht den sogenannten Multiplikatoreffekt des Tourismus: Jeder zusätzliche Wertschöpfungsbeitrag von 100 Euro im Tourismussektor löse weitere 44,5 Euro in anderen Wirtschaftsbereichen aus. Zudem entstünden auf 100 Arbeitsplätze im Tourismus weitere 38,5 Stellen in Branchen wie Handel, Bau, Landwirtschaft oder Logistik.

Auch die Ausgaben internationaler Gäste legten deutlich zu. Für 2025 erwartet die Studie Einnahmen von rund 17,4 Millionen Euro aus dem Auslandstourismus – ein Plus von 61,6% gegenüber 2019. Der Inlandstourismus aus dem spanischen Festland stieg im selben Zeitraum um 23,6 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro.

Parallel dazu setzt sich der Trend zur Qualitätssteigerung fort: Die Zahl der Betten in Fünf-Sterne-Hotels nahm seit 2019 um mehr als 30% zu, während Kapazitäten in niedrigeren Kategorien zurückgingen. Trotz insgesamt stagnierender Bettenzahlen wurden zuletzt vor allem Unterkünfte im Luxussegment ausgebaut. (TI)