Airliners kämpfen gemeinsam gegen Flughafengebühren

Gipfeltreffen der Chefs der grossen Langstrecken-Airlines führt zur Gründung des Verbands «Airlines for Europe».
Airlines for Europe

Zu Beginn der Woche trafen sich Vertreter der Fluggesellschaften Lufthansa, British Airways und Iberia, Air France-KLM, Ryanair und Easyjet in Amsterdam. Erstmals setzten sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr, Willie Walsh von British Airways, Alexandre de Juniac von Air France mit dem Ryanair-Chef Michael O’Leary sowie Carolyn McCall von Easyjet an einen Tisch. Ebenfalls anwesend war EU-Transportkommissarin Violeta Bulc. Nun haben die schärfsten Konkurrenten im europäischen Luftraum mit der Gründung des Verbandes «Airlines for Europe» (kurz A4E) eine Lobbyorganisation geschaffen. Dies wurde an ihrer ersten gemeinsamen Pressekonferenz gestern am Amsterdamer Flughafen Schipol bekannt gegeben.

Oberstes Ziel der neuen Gemeinschaft ist die Senkung der Flughafengebühren. So liess der Verband verlauten: «Wir bitten die EU dringend,  dafür zu sorgen, dass Monopol-Flughäfen bei der Entgeltgestaltung effektiv reguliert werden.» Der Gebührenzuwachs bedeute, dass die Fluggäste in den zurückliegenden zehn Jahren EUR 5,4 Mia. mehr für Gebühren bezahlt hätten. Die höchsten Gebühren pro Passagier würden mit EUR 44 in Grossbritannien anfallen, gefolgt von der Schweiz (EUR 38) und Deutschland (EUR 35). Ausserdem verlangen die Airlines eine neue, mildere Regelung der EU-Entschädigungsvorgaben, wenn Flüge verspätet sind oder ganz ausfallen. Bislang müssen die Fluggesellschaften nicht nur Verpflegung und Hotelübernachtungen zahlen, sondern auch bis zu EUR 600 Entschädigung. Dies koste jede Airline einen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr. Ebenso soll die Anzahl der Fluglotsen im europäischen Raum verringert werden. Dies führe zu vielen teuren Umwegen beim Fliegen. Das soll die EU ändern und einen gemeinsamen europäischen Luftraum schaffen.

 

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