Eurowings verabschiedet sich von Langstrecken-Strategie

Eine Sanierungsmassnahme von vielen: Lufthansas Billigairline soll sich künftig auf Kurzstrecken konzentrieren.
Eurowings A330
© Eurowings

Die finanzielle Lage der Lufthansa-Billigairline Eurowings ist schlecht. Angesichts dessen wurden bereits vergangene Woche entsprechende «Turnaround-Massnahmen» angekündigt, welche die Airline in die Gewinnzone zurückbringen sollen – auch zugunsten der Aktionäre. Nun wurde am internationalen Kapitalmarkttag in Frankfurt die Zukunftsstrategie verkündet.

Hauptmassnahme der neuen Strategie ist die «klare Fokussierung auf Kurzstrecken im Punkt-zu-Punkt-Verkehr», wie die LH Group vor Analysten und Investoren betonte. Die Langstreckenverbindungen sollen an die Netzwerkcarrier (Lufthansa, Swiss, Austrian) des Konzerns übergeben werden. Zudem soll es künftig nur noch einen Flugbetrieb (AOC) in Deutschland geben und die Flotte auf Flugzeuge der A320-Familie vereinheitlicht werden.

Brussels wird nicht in Eurowings integriert

Neu ist ausserdem der Plan, dass Brussels Airlines nun doch nicht wie geplant in Eurowings integriert werden soll, stattdessen soll es eine engere Anbindung an die Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines geben. Details dazu wurden für das dritte Quartal 2019 angekündigt.

Natürlich geht es auch konkret ums Kosten sparen, denn Eurowings und die anderen LH-Airlines stehen gewaltig unter Druck. Bei Eurowings sollen die Stückkosten (CASK) bis 2022 um 15 Prozent gesenkt werden, die Netzwerk-Airlines sollen durch «Vertriebsinnovationen» bis 2022 einen «strukturellen Wachstumsbeitrag» von 3 Prozent zur Entwicklung der Stückerlöse liefern. Zudem soll es auch bei den Netzwerk-Airlines kontinuierliche Stückkostensenkungen um 1 bis 2 Prozent pro Jahr geben.

«Wir wollen nicht nur für Kunden und Mitarbeiter die Nummer Eins sein, sondern auch für unsere Aktionäre die erste Wahl», sagte Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, in Frankfurt. Künftig sollen 20 bis 40% des Konzerngewinns (EBIT) an die Aktionäre ausgeschüttet werden, bisher waren es 10 bis 25%. (TI)

Lufthansa Group Präsentation Capital Markets Day 2019 [PDF]

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