Fairplane-CEO: «Die Fluggesellschaften sind in diesem Spiel nicht die Armen»

Gründer Andreas Sernetz lässt den Vorwurf nicht gelten, dass Entschädigungszahlungen der Grund für Airline-Insolvenzen seien.
©Fairplane

Die jüngst ins Straucheln geratenen Airlines Small Planet Deutschland, Azur Air Deutschland und Primera Nordic machten für ihre finanziellen Schwierigkeiten primär die hohen Entschädigungszahlungen verantwortlich – auch solche seitens der Fluggastentschädigungsportale. Andreas Sernetz, Gründer und CEO von Fairplane, bestätigt denn auch gegenüber der «FVW», dass sein Unternehmen bisher gut 37’000 Ansprüche gegen Fluggesellschaften durchgesetzt hat.

Zu niedrige Ticketpreise
Der Vorwurf, dass die Fluggastentschädiger jedoch Schuld an der Misere und den Insolvenzen der Airlines seien, bringt den CEO auf die Palme: «Das wahre Problem sind doch die viel zu niedrigen Ticketpreise, die die Nachfrage stimulieren sollen. Offenbar ist der Posten Entschädigung in den Kalkulationen nicht ausreichend berücksichtigt worden, die Fluggesellschaften sind also selbst schuld», sagte er gegenüber der «FVW». Dabei sei die Rechnung relativ einfach: Würden die Airlines lediglich einen Euro pro Ticket für Entschädigungen einrechnen, könnten sie diese auch problemlos bezahlen.

Sernetz lässt zudem den Vorwurf, dass die Fluggastentschädiger die Airlines finanziell regelrecht ausquetschen, nicht auf sich sitzen: «Die Fluggesellschaften sind in diesem Spiel nicht die Armen.» Man helfe Konsumenten lediglich dabei, ihre berechtigten Ansprüche durchzusetzen. Es gebe mit der EU-Fluggastverordnung eine gesetzliche Regelung, die  rein aus wirtschaftlichem Kalkül absichtlich von den Airlines gebrochen werde. Und dies habe einen völlig anderen Grund: die «Schlacht» zwischen Netzwerk- und Lowcost-Carriern, die um Marktanteile kämpfen – wobei meistens die kleineren Airlines auf der Strecke bleiben, mit oder ohne Entschädigungszahlungen. (TI)