Feedback: «Dem Hotelpersonal ist es egal, wer Maske trägt und wer nicht»

Aktualisiert am 04.01.2021
Verschiedene TRAVEL INSIDE Leser eröffnen weitere kontroverse Meinungen zur Kritik von Erwin Zehnder an Edelweiss Air.
Leser-Zuschrift als Feedback.

Jürgen Meier, Zürich

«Auch ich bin mit der Edelweiss nach Punta Cana geflogen und möchte meine Eindrücke schildern. Der Flieger war bis auf den letzten Platz voll. Es erklärt sich von alleine, dass nicht jeder Passagier die Maskenpflicht an Bord berücksichtigt.

Obwohl die Edelweiss Crew immer wieder Ansagen bzgl. der Maskenpflicht gemacht hat und die Crew jedes Mal die Passagiere drauf aufmerksam gemacht hat, hat es leider nichts gebracht. Die Crew kann keine 10 Stunden lang darauf schauen, ob die Passagiere ihre Masken tragen oder nicht – schlussendlich sind es alles Erwachsene.

Der Erwin Zehnder schreibt, dass er sowas von begeistert sei, wie das Hotelpersonal in seinem Hotel die Maskenpflicht durchsetzt. Ich muss ihm da leider widersprechen. Auch ich war in der DomRep. und glauben Sie mir, dem Hotelpersonal ist es wirklich egal, wer eine Maske trägt und wer nicht.

Bar, Restaurant, Lobby etc., mehr als 60% der Hotelgäste trugen keine Masken und hat sich jemand geäussert vom Hotelpersonal? Nein, leider niemand. Es ist offensichtlich, dass der Erwin Zehnder die Edelweiss schlecht machen will. Ich wünschte mir, dass in meinem Hotel in der DomRep so Personal vorhanden gewesen wäre wie die Edelweiss-Crew.

Und ausserdem, wenn der Erwin Zehnder solche Angst vor Corona hat, wieso fliegt er dann noch?»

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Dieter Bretscher, Gutmann Travel, Zürich

«Ich möchte mich auch zu der Maskentragpflicht auf Flügen äussern: denn ich finde es schade, dass die Flughäfen, die meisten Fluggesellschaften und Reedereien ein Masken-Obligatorium verlangen.

Wenn Masken wirklich gegen Ansteckung einer Ansteckung nützen würde, wären die momentan hohen Fallzahlen weltweit sicher bedeutend niedriger. Aber es wird einfach angenommen, dass Masken etwas nützen, obwohl das Virus bedeutend kleiner ist als die Poren der Masken. Dann wird mit der grossen Kelle ein Obligatorium da und dort ausgerufen.

Ja es gibt sogar Leute, welche allein im Auto eine Maske anziehen. Wie im Fall Erwin Zehnder, der sich aufregt und sich sogar bedroht fühlt, wenn das Masken-Obligatorium nicht durchgesetzt wird.

Zum Glück hat es Länder wie die Dominikanische Republik, in welche man immer noch ohne weiteres einreisen kann. Ganz Südostasien und auch Kambodscha, wo ich wohne, ist zu, respektive braucht es eine Quarantäne von zwei Wochen bei einer Einreise. Und es wird in vielen Ländern ein Covid-Test vor Abflug verlangt, der nicht älter als 72 Stunden sein muss.

Die Chance die Grippe zu bekommen ist immer noch sehr klein und liegt bei maximal 5/10000. Wenn gesunde Leute mit oder ohne Covid-Test fliegen wollen, muss angenommen werden, dass sie während dem Flug gesund bleiben. Auf Kreuzfahrtschiffen könnte man die bestehenden Kameras mit Thermokameras auswechseln und sofort einen Passagier mit Fieber erkennen und im Spital isolieren.

Also die Chance sich auf einem Flug oder auf einem Kreuzfahrtschiff zu infizieren ist nicht höher als beim Einkaufen in der Migros oder im Zug. Wir müssen einfach mit dem Grippevirus leben können, so wie wir in der Vergangenheit immer gemacht hatten.

Die Verantwortlichen der Flughäfen, Fluggesellschaften oder Reedereien sollten sich überlegen, warum es so wenige Passagiere und so wenig Nachfrage hat. Anstatt die Maskenpflicht und teilweise Plastikschutzanzüge zu fordern und durchzusetzen, sollten sie mal überlegen das Reiseerlebnis zu verbessern und die Reiselust anzukurbeln. Denn eine Grippe kann man nicht ausrotten.

Es soll auch nicht die Rolle von Fluggesellschaften sein eine Zwangsimpfung durchzusetzen. Leider studiert die IATA an einem weltweiten Impfpass und glaubt, dass dann deswegen die Flüge weltweit wieder gefüllt werden.

Das ist leider ein grosser Irrtum. Denn solange solche zusätzlichen Obligatorien und Zwänge bestehen und eingeführt werden, muss ich jeden Monat die Negativzahlen von Flughäfen lesen, das Wehklagen von Fluggesellschaften und Reedereien hören und Kenntnis nehmen über Reisebüros welche bankrottgehen.

Solange nämlich Kunden Masken tragen müssen, sich einem schmerzhaften Covid-Test unterziehen müssen, sich später sogar obligatorisch impfen müssen und eventuell bei Ankunft eine Quarantäne droht, bleiben unsere Reisebürokunden eben zu Hause oder fahren dorthin, wo sie diese Regelungen umgehen können.

Und Flüge und Kreuzfahrtschiffe bleiben weiter leer. Unsere Reisebürokunden wollen sich auf die Reise und auf die Ferien freuen. Also anstatt noch mehr Obligatorien einzuführen sollen sich die Manager von Flughafen, Fluggesellschaften und Reedereien mal überlegen ob diese Restriktionen nicht aufgehoben werden sollen, um die Reiselust wieder zu fördern und um die Passagiere wieder zurückzugewinnen.

Das sollte relativ schnell passieren, sonst kaufen sich unsere Kunden mit dem Reisebudget einen Schrebergarten und werden keine Flugreisen und Kreuzfahrten mehr buchen. Man sollte sich nicht auf das Problem konzentrieren, sondern eine Lösung zu suchen wieder unbeschwertes schönes Reisen zu gewährleisten.»

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Robert Graf, Effretikon

«Klaus Bader widerspricht den Aussagen von Erwin Zehnder zum Tragen der Masken auf dem Flug in die Dominikanische Republik. Kann ja sein, dass eine Maskenflicht auf einem Flug unnötig ist, aber das ist ja nicht das Thema das Erwin Zehnder anspricht.

Auf allen Unterlagen von Edelweiss steht klar, dass auf den Flügen eine Maskenpflicht gilt. Entweder gilt diese, dann hat man sie auch durchzusetzen, wie es Erwin Zehnder von Edelweiss auch gesagt wurde. Oder man ändert die Regel.

Edelweiss hatte auch ein noch nicht fertig gestelltes Einreiseformular auf der Webseite und das wurde auch auf meine Meldung nicht geändert. Die Antwort, jeder sei selber verantwortlich zu klären was es für die Einreise braucht, war nicht gerade überzeugend. Die Antwort wäre ja einfach gewesen. ‚Die notwendigen Formulare werden während dem Flug verteilt‘, wie es zuvor bei den Einreisebestimmungen stand. Das sollte man bei der Auskunftstelle wirklich wissen.

Durch das ändern des Flugzeugtypes für den Flug hatte ich auch nicht mehr den reservierten Sitzplatz. Offenbar ist es kompliziert die reservierten Plätze um sechs Reihen nach hinten zu verschieben.»

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Klaus Bader

«Sehr geehrter Herr Zehnder, mussten Sie in Quarantäne? Ist irgend jemand krank geworden?

Ja, es gibt Ansteckungen im Flugzeug, diese sind aber sehr gering und darum schadet diese unnötige Massnahme zum Tragen einer Maske den Airlines nur. Die Filteranlagen in den Flugzeugen sind sehr gut und man weiss ja, wie unnütz diese Masken sind.

Gehen Sie doch mal in die Stadt und beobachten Sie die Leute, wie die mit den Masken umgehen. Die Handhabung macht mir viel mehr Sorge als keine Maske zu Tragen in einem Flugzeug. Und dann gibt es Desinfektionsmittel überall, die Dermatologen können sich auf gute Zeiten freuen mit all den Hautschäden. Ich habe noch nie solche Mittel verwendet, Händewaschen mit Wasser und Seife reicht völlig.

Ein grosses Lob an die Edelweiss Crew: ihr macht immer einen tollen Job und lasst euch nicht verunsichern.»

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Erwin Zehnder, Wädenswil/ZH

«Nachdem im Newsletter bzw. im TRAVEL INSIDE Reise-Erfahrungsberichte während der Coronazeit von Let’s go Travel bzw. Stephan Roemer von Tourasia erschienen sind, möchte ich Ihnen gerne einen Erfahrungsbericht zu meiner privaten Reise während der Coronazeit in die Dominikanische Republik vom 16. November 2020 bis 1. Dezember 2020 zur Veröffentlichung zukommen lassen.

Erschreckend dabei ist unter anderem, wie die Fluggesellschaft Edelweiss mit der Gesundheit Ihrer Kunden umgeht. Man könnte sogar davon sprechen, dass es sich um eine «Vorsätzliche Gesundheitsgefährdung» handelt. 

Erfahrungsbericht einer Reise in die Dominikanische Republik 

Kurzfristig gebucht, reise ich Mitte November 2020 privat mit Edelweiss Air nach Punta Cana. 

Obwohl es sich bei der Edelweiss Air um eine renommierte Gesellschaft handelt, fühle ich mich in der gefährlichen Coronazeit an Bord des Flugzeugs der Edelweiss nicht wohl. Reihenweise haben Fluggäste – obwohl ausserhalb der Essens- und Getränkeaufnahme obligatorisch – keine Maske angezogen oder noch schlimmer vorsätzlich die Nase nicht mit der Maske bedeckt. Zu meinem Erstaunen interessiert sich die Edelweiss-Crew nicht im Geringsten für die fehlenden oder nicht richtig angezogenen Masken. Anzumerken ist, dass beim Verlassen des Flugzeugs in Punta Cana plötzlich alle Fluggäste die Maske richtig angezogen haben. 

Auf meine diesbezügliche schriftliche Reklamation bei der Edelweiss Air wird mir in der Antwort zu verstehen gegeben, dass die Umsetzung der Maskenpflicht an Bord penibel kontrolliert werde, dass der Edelweiss die Gesundheit aller Passagiere und selbstverständlich der Mitarbeitenden wichtig sei, dass sich die Edelweiss an die Vorschriften des BAG halten würde und dass es den Besatzungen nicht an Durchsetzungsvermögen fehle. 

Angekommen im Hotel Iberostar Selection in Bavaro bin ich mehr als erstaunt, wie sich dieses Hotel coronamässig vorbildlich verhält. Im Umgang mit Gästen tragen alle Mitarbeitenden Masken, an jeder Ecke hat es Desinfektionsspender. Gleichzeitig kontrollieren die Mitarbeitenden des Hotels, dass die Gäste jederzeit an der Bar oder beim Speisenbuffet die Maske tragen. Sollte es einem Gast in den Sinn kommen, ein Getränk ohne Maske an der Bar beziehen zu wollen, so wird ihm das Getränk verwehrt, bis er die Maske angezogen hat. Perfekt organisiert, ist es den Gästen im Iberostar Selection in der Coronazeit nicht erlaubt, das Essen selbst vom Buffet zu nehmen.

Ebenso vorbildlich werden in der Dominikanischen Republik in der Coronazeit nicht mehr als 50% der Betten belegt, es herrscht am Abend ausserhalb der Hotelanlagen Ausgangssperre und die Discos sind seit Monaten geschlossen. Beim individuellen dreitägigen Ausflug nach Santo Domingo mit dem öffentlichen Bavarobus entdecke ich keine Passagiere, die die Maske nicht konform angezogen haben. Äusserst selten treffe ich in den Gassen der Kolonialstadt von Santo Domingo Einheimische an, die die Maske nicht tragen bzw. nicht richtig tragen. 

Zusammenfassend darf ich festhalten, dass sich die Dominikaner sehr Mühe geben, den Coronavirus im Griff zu halten und dass der Staat sogar bei einer Ansteckung von Touristen mit Covid19 die anfallenden Gesundheits- und Mehrkosten des Aufenthalts bzw. des umgebuchten Rückfluges übernimmt. Eine Leistung, die man von einem Entwicklungsland nicht erwartet. So gibt es keinen Moment, indem ich mich bezüglich des Coronavirus in der Dominikanischen Republik unsicher fühle. 

Nicht unerwähnt lasse möchte ich, dass die Mitarbeitenden des Hotels Iberostar Selection jederzeit sehr freundlich sind, dass der Strand äusserst gepflegt ist und dass ich es geniesse, dem Hochnebel der Schweiz entflohen zu sein. 

Nach der vor Selbstvertrauen strotzenden Antwort von Edelweiss auf meine Reklamation bezüglich des Hinflugs trete ich voller Zuversicht nach zwei Wochen den Rückflug an. Bitter enttäuscht nehme ich zur Kenntnis, dass sich Edelweiss in den letzten zwei Wochen betreffend Einhaltung des ‚Schutzkonzeptes Covid19‘ nicht verbessert hat. Als ich in der Nacht in der hintersten Küche ein Getränk beziehen möchte, stelle ich fest, dass zwei von drei Besatzungsmitgliedern die Maske nicht angezogen haben. Nein, die Mitarbeitenden sind zu diesem Zeitpunkt nicht am Essen oder Trinken!

Aufgrund dieser Feststellung will ich mich an den Maitre de Cabin wenden. So begebe ich mich in die vorderste Küche. Hier haben ebenfalls beide Crewmitglieder die Maske nicht angezogen. Dabei ist ein Crewmitglied am Wasser trinken, was die fehlende Maske erklärt.

Nach dem verdienten Schlaf erscheint der Maitre de Cabin an meinem Platz. Selbstverständlich mit vielen Ausreden und Schutzbehauptungen, die nicht der Wahrheit entsprechen. So zeige ich ihm, dass in meiner Reihe und der hinteren Reihen zwei Gäste die Maske nicht über die Nase gezogen haben sowie ein Gast gar keine Maske angezogen hat. Man hätte nun meinen können, der Maitre de Cabin würde die drei Gäste auf die obligatorische Maskentragepflicht aufmerksam machen, was leider nicht eintrifft. Schon ein wenig naiv meint er auf meine Reklamation, sie würden die Gäste immer wieder auf die Tragepflicht aufmerksam machen, andere Durchsetzungsmittel hätten sie nicht. Wie stand es doch im Antwortschreiben der Reklamation bezüglich dem Hinflug? … dass es den Besatzungen nicht an Durchsetzungsvermögen fehle!!!

Traurig stimmt mich, dass die Reisebüros versuchen, wieder Kunden zum Reisen zu bewegen, sich die Edelweiss jedoch keinen Deut um die Einhaltung der Schutzmassnahmen kümmert. So können sich die Leistungserbringer an der Destination jegliche Mühe geben, dem Gast in der Coronazeit durch geeignete Massnahmen Sicherheit zu bieten, die potenziellen Gäste müssen jedoch aufgrund meiner Erfahrungen berechtigterweise den Flug fürchten.

Schade für die Gäste, schade für den Tourismus in der Dominikanischen Republik.»