Finnair: «Schweizer Markt nach Finnland boomt»

Jan Pellinen (DACH-Chef der Finnair) und Ivan Rasovszky (Finnair Schweiz) freuen sich über eine grosse Zunahme der Passagierzahlen.
Jan Pellinen (links) mit Ivan Rasovszky.

«Finnair befindet sich derzeit in der grössten Expansionsphase seiner Geschichte und wir treiben den Ausbau unserer Kapazitäten zu beliebten Zielen in Asien und Europa voran», sagt Finnair-DACH-Chef Jan Pellinen. So würden im Sommerflugplan 2019 Hongkong, Osaka und Tokio ausgebaut, und mit der fünften Destination Los Angeles erweitert Finnair ihr USA-Angebot. Das Ziel einer Passagier-Verdoppelung in der Zeitperiode von 2010 bis 2020 sei bereits im 2018 erreicht worden. Pellinen ist absoluter Schweiz-Fan, wie er vor den Medien gesteht. Vor seinem Engagement in Deutschland ab 2009 war der aus Helsinki stammende Finne während zwei Jahren als Chef in der Schweiz tätig. Heute arbeitet er als General Manager in Frankfurt. In der Schweiz bedient die Finnische Airline Zürich und Genf. Pellinen denkt jedoch laut über eine Ausweitung aus der Schweiz nach: Basel, Bern, Lugano und Sion wären da noch zu haben, aber da gebe es noch keine konkreten Neuigkeiten.

Nonstop nach Kittilä
Diesen Winter legt die Gesellschaft ab dem 15. Dezember bis zum 30. März erneut einen samstäglichen Nonstop-Flug nach Kittilä (Lappland) auf. Zum Einsatz kommt ein A321 mit 209 Sitzplätzen, mit voller Economy-Bestuhlung. Der Rückflug sei um eine Stunde auf 07.00 Uhr später angesetzt worden, was den Schweizer Passagieren entgegenkomme, sagt Ivan Rasovszky im Rahmen eines Treffens mit Medienvertretern. Die Vorausbuchungen sind Stand heute bereits besser als im Vorjahr zum gleichen Zeitraum, so der Schweiz-Chef. Die Buchungen für diesen Flug kommen in erster Linie von den Tour Operators. Es gäbe aber auch Schweizer Passagiere, welche via Helsinki andere Destinationen in Lappland buchen: Rovaniemi, Ivalo, Kuusamo und Kemi.

Via Finnland nach Japan
Beim Umsatz aus der Schweiz fallen 60% auf den Domestic-Markt Schweiz-Finnland, während die restlichen 40% den Beyond-Verkehr – also über den Hub Helsinki – betreffen. Hier wiederum würden die Schweizer Kunden – vor allem Corporates – die Destinationen in Japan buchen, aber auch China mit Peking, Shanghai und Hongkong. Die Route über Helsinki sei keineswegs ein Umweg, wie ein Blick auf die Karte fälschlicherweise zeige. Die Erde sei bekanntlich rund und die Flüge nach Asien mit Finnair über Helsinki sehr oft kürzer und schneller, sagt Rasovszky, der seit sechs Jahren für die Finnair als Sales Manager arbeitet. Der Flughafen Helsinki als Umsteige-Airport sei ideal: «Die Mindest-Umsteigezeit beträgt nur 45 Minuten, viele Anschlüsse seien optimal für Zürich-Gäste, der Flughafen absolut überschaubar und es gibt auch keinen zusätzlichen Handgepäck-Check für Schengen-Passagiere.» Der Flughafen Helsinki werde zudem für EUR 900 Mio. zurzeit renoviert und erweitert, allerdings nicht störend oder hemmend für die Passagiere. Der Marktanteil der Finnair am Flughafen Helsinki beträgt 60%. Ein Stopover in Helsinki, so Rasovszky,  lohne sich absolut. Die Millionen-Hauptstadt des 5,5 Millionen-Volkes biete sehr viel, auch für jüngere Gäste.

Langstrecke mit A350
Finnair ist auf schnelle Verbindungen zwischen Asien, Europa und Nordamerika über Helsinki spezialisiert. Die Fluggesellschaft transportiert jährlich rund zwölf Millionen Passagiere und verbindet 19 Städte in Asien und sieben nordamerikanische Städte mit über 100 Flugzielen in Europa. Die Langstrecken-Flüge werden mit modernen Airbus A350 durchgeführt, welche 25% weniger CO2-Ausstösse verursachen und auch umweltfreundlicher unterwegs sind, wie Pellinen erklärt. Finnair beschäftigt rund 6000 Mitarbeitende, das sind 2000 mehr als noch vor wenigen Jahren. Die Gesellschaft ist 94 Jahre alt und die Mitarbeitenden erreichen im Durchschnitt ein Dienstalter von 17 Jahren. In der DACH-Region gibt es acht Mitarbeitende, zwei davon in der Schweiz. Finnair ist Mitglied der Oneworld-Allianz. Im Vertrieb generiert Finnair aus der Schweiz 30% über die eigene Website, der Rest wird über OTA, stationäre Büros (Leisure und Business Travel) und Firmen gebucht. Deutschland mit sieben angeflogenen Flughäfen ist der grösste Markt in Europa und weltweit an dritter Stelle nach Japan und China. (AH)

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