KLM und Partner kündigen erstes europäisches Biotreibstoffwerk an

Als Ausgangsmaterial werden Abfallprodukte der regionalen Industrie verwendet.
zVg

KLM Royal Dutch Airlines (im Bild: Pieter Elbers, KLM President & CEO) hat sich für zehn Jahre zur Entwicklung und zum Kauf von 75’000 Tonnen nachhaltigem Biotreibstoff pro Jahr verpflichtet. Damit ist KLM gemäss eigenen Angaben die weltweit die erste Fluggesellschaft, die in dieser Grössenordnung in Biotreibstoff investiert. SkyNRG, ein Anbieter von nachhaltigem Biotreibstoff für den Flugverkehr, entwickelt im holländischen Delfzijl das erste europäische Werk. In der Anlage werden primär mittels regionaler Abfall- und Restströme nachhaltiger Flugtreibstoff, BioLPG und Naphtha produziert. Es wird die weltweit erste Anlage dieser Art sein und der Bau soll 2022 abgeschlossen sein. Damit unternimmt KLM einen konkreten Schritt, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen und zum breiteren Branchenplan «Smart and Sustainable» beizutragen. SHV Energy, spezialisiert auf Flüssiggasdistribution, investiert ebenfalls in die Anlage und wird das produzierte BioLPG kaufen.

Ein wichtiger Schritt für die Industrie

In der zivilen Luftfahrt gilt der Einsatz von nachhaltigem Biotreibstoff neben dem Unterhalt einer modernen Flotte und betrieblicher Effizienz als notwendige Möglichkeit, die CO2-Emissionen kurzfristig zu reduzieren. Es wird derzeit allerdings nicht genügend nachhaltiges Kerosin produziert. Die neue Anlage von SkyNRG namens DSL-01 widmet sich der Produktion von nachhaltigem Biotreibstoff. Ab 2022 werden in Delfzijl an der Nordostküste Hollands jährlich 100’000 Tonnen nachhaltiger Flugtreibstoff sowie als Nebenprodukt 15’000 Tonnen BioLPG produziert. Für die Luftfahrt bedeutet dies eine CO2-Reduktion von 270’000 Tonnen pro Jahr. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Industrie, um einerseits der dringlich notwendigen Reduzierung von CO2-Emissionen und andererseits der steigenden Nachfrage nach nachhaltigem Flugtreibstoff gerecht zu werden, schreibt die Fluggesellschaft.

CO2-Emissionen um 85 Prozent reduzieren

Für die Produktion werden als Ausgangsmaterial Abfall- und Restströme wie Altspeiseöl verwendet, die mehrheitlich aus der regionalen Industrie stammen. Die Anlage wird mit nachhaltigem Wasserstoff betrieben, der aus Wasser und Windenergie gewonnen wird. Damit liefert der nachhaltige Flugtreibstoff eine CO2-Reduktion von mindestens 85% im Vergleich zu fossilen Treibstoffen. Der Einsatz von nachhaltigem Biotreibstoff trägt auch zu einer deutlichen Verringerung der Feinstpartikel- und Schwefelemissionen bei. Der Bau der Anlage steht im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen von KLM und ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des Industrieplanes «Smart & Sustainable», der von zwanzig  Verkehrsunternehmen und Wissenszentren erarbeitet wurde. Auch der Amsterdamer Flughafen Schiphol investiert in die Entwicklung der Anlage. (TI)

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