Neuer Ansatz: American Airlines zahlt Bonus für NDC-Buchungen

Pro Flugsegment gibt es zwei US-Dollar.
American Airlines 787-800

Bonus- statt Malusprogramm: American Airlines verfolgt in Sachen NDC eine andere Strategie als ihre Mitbewerber. Während beispielsweise die Lufthansa-Gruppe ihre direkten Buchungskanäle dadurch zu pushen versucht, indem sie Gebühren auf die GDS-Buchungen erhebt, geht American Airlines neue Wege.

Die Airline zahlt zwei USD-Dollar pro Flugsegment für eigene Flüge, wie auch solche als Codeshare mit AA-Flug- und Ticketnummer (001). «Jedes Reisebüro weltweit und jede Travel Management Company (TMC) kann davon profitieren», sagte Cory Garner, Vice President Vertriebs- und Distributionsstrategie bei American Airlines. Ausgeschüttet wird der Bonus als Rückübertragung – also via Billing and Settlement Program (BSP) der IATA als Agent Credit Memo (ACM).

Bedingung für das Incentive-Programm ist, dass sich die interessierten Reisebüros zuerst bei American Airlines unter dem sogenannten «NDC Connection Point» registrieren müssen. Anschliessend kann die Buchung über einen IT-Service auf dem Niveau von NDC Level 3 vorgenommen werden. Die Suche, wie auch die eigentliche Buchung muss also über diesen Vertriebsweg erfolgen. Anbieter der IT-Services kann sowohl ein Aggregator – wie beispielsweise Farelogix –, oder auch ein herkömmlicher GDS-Betreiber sein.

Weitere Vorteile liegen auf der Hand: Mit der NDC-Anbindung haben die Reisebüros Zugriff auf den Full Content und die gesamten Ancillaries der Airline, wie auch auf spezielle Leistungspakete im Bereich Geschäftsreisen.

Dass alle Airlines den Trade dazu bringen wollen, früher oder später über Direct Connect oder einen NDC-Kanal zu buchen, ist hinlänglich bekannt. Ob der «sanftere» Weg mit zusätzlichen Anreizen von American Airlines mehr Anklang findet als die ungeliebten «Strafgebühren» (Distribution Cost Charge) der Lufthansa-Gruppe, wird sich weisen. (ES)

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