Nun soll Benetton bei Alitalia einsteigen

Es handelt sich (wieder einmal) um einen Rettungsversuch in letzter Sekunde.
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Der italienische Infrastrukturkonzern Atlantia, der von der Familie Benetton kontrolliert wird, soll bei der Rettung der dauerkriselnden Fluglinie Alitalia helfen. Die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) wählte das Unternehmen als Mitinvestor aus. Daneben seien die US-Fluglinie Delta Air Lines und das Finanzministerium in Rom an der Operation beteiligt, teilte FS am Montagabend mit. Grösster Anteilseigner der Fluglinie, die bereits vor mehr als zwei Jahren insolvent gegangen ist, soll der italienische Staat bleiben.

Mit Benetton soll nun also ausgerechnet jener Konzern die Fluglinie retten, der für den Einsturz der Autobahnbrücke in Genua verantwortlich gemacht wird. Allerdings ist auch dies nichts Neues: Benetton sollte im Endlos-Drama um den italienischen Carrier bereits im Mai als Investor einspringen – und winkte damals ab. Man sei derzeit an so vielen offenen Fronten gebunden, dass man überhaupt nicht an ein Engagement in einer so komplexen Angelegenheit wie Alitalia denken könne, sagte damals Unternehmenschef Giovanni Castellucci. Offenbar hat nun ein Sinneswandel stattgefunden.

Der Staat werde künftig die Kontrolle über Alitalia behalten, sagte Industrieminister Luigi Di Maio. Die Regierung will vor allem Stellenstreichungen verhindern. Laut Medienberichten könnten Ferrovie künftig 35% und das Finanzministerium 15% halten. (ES)

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