Ralf Teckentrup: «Condor ist kein Problemfall, den man sanieren muss»

Trotz Verkaufsabsichten stockt der Thomas-Cook-Konzern seine Flotte auf und übernimmt für den Sommer zwei weitere A321.
Boeing 757-300, Condor
© Condor

Vorstandschef Peter Fankhauser gab im Februar bekannt, dass der Thomas-Cook-Konzern den Verkauf der Airline-Sparte prüfe. Der Grund: Man wolle sich verstärkt auf das Hotel- und Kreuzfahrtgeschäft fokussieren. Dennoch stockt der Konzern nun seine Flotte auf: Condor übernimmt für den Sommer zwei weitere A321, die früher für die deutsche Germania flogen. Damit soll unter anderem die Anzahl der Wet-Lease-Maschinen reduziert werden. Vorerst sollen die Maschinen in Deutschland abheben, auf  den Start des Winterflugplans aber zur Konzernschwester Thomas Cook UK wechseln, wie das Portal «Airliners.de» berichtet.

Derweil gab der Chef von Condor, Ralf Teckentrup, gegenüber dem Portal «Aerotelegraph» darüber Auskunft, wie es um die Verkaufsabsichten genau steht.

…über den Verkauf als Ganzes oder einen Teilverkauf
«Alle Optionen sind offen. Sie haben Vor- und Nachteile. Welche gewählt wird, entscheide nicht ich, sondern die Konzernleitung. Und die wird die für Thomas Cook beste Variante wählen.»

…über die Sondierungsgespräche
«Die Sondierungsgespräche werden von Konzernchef Peter Fankhauser mit Hilfe von drei Banken geführt. Das Airline-Management ist in dieser Phase nicht eingebunden – es könnten im Prozess ja eigene Interessen bestehen. Da gibt es bei uns klare Abgrenzungen. Aber Sorgen machen muss man sich meiner Meinung nach wirklich nicht – auch die Angestellten nicht.»

…über die Gründe einer guten Investition
«Der Thomas-Cook-Konzern hat ja selbst klar gesagt, dass die Fluggesellschaften dauerhaft und seit vielen Jahren Geld verdienen und das egal, ob der Ölpreis hoch oder tief ist, egal, wie der Dollar steht und egal ob die Angst vor dem Brexit umgeht. Irgendwas machen wir also richtig. Condor und die Thomas Cook Airlines sind kein Problemfall, den man dringend loswerden muss. Und das macht uns zu einer guten Investition. Ein neuer Eigentümer wird das auch so sehen.» (TI)

 

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