Steht Alitalia kurz vor dem Konkurs?

Das Partner-Netzwerk der Etihad bricht finanziell auseinander.

Von Synergien und reichlich Sparpotenzial sollten die Airlines des Etihad-Airways-Partner-Netzwerks profitieren. U.a. durch gemeinsame Ausbildungs- und Wartungszentren, Codeshares, Zubringerflüge, Crewaustausch. Doch das Modell – zu dem neben Alitalia und Air Berlin übrigens auch die Tessiner Darwin Airline («Etihad Regional») gehört – scheint nun auseinanderzufallen. Mit der «Hunter-Strategie», an der bereits die Swissair gescheitert war, hat sich nun offenbar auch die Etihad aus dem reichen Abu Dhabi verrechnet.

Alitalia droht die Pleite
Der Konkurs der Alitalia stehe unmittelbar bevor, wird Luca di Montezemolo, Verwaltungsratschef der Airline, in der Tageszeitung «Il Messaggero» zitiert. Er bzw. Alitalia-CEO Cramer Ball hätten die Banken um neue Kredite gebeten. Kurzfristig gehe es um Überbrückungskredite in der Höhe von EUR 180 Mio. Ohne diese könne der Flugbetrieb nicht aufrecht erhalten werden. Wie das Portal «Austrian Aviation.net» schreibt, soll Alitalia das laufende Geschäftsjahr mit einem Fehlbetrag von EUR 400 bis 500 Mio. abschliessen. Der Schuldenberg würde somit auf weit über eine Milliarde Euro anwachsen. Ähnlich wie bei Air Berlin.

Ob Etihad-Aviation-Group-Chef James Hogan, der als Chef des Partner-Netzwerks auch Vizepräsident von Alitalia und Air Berlin ist, das Ganze unbeschadet übersteht, wird seit einigen Tagen bezweifelt. In Zeiten versiegender Ölmilliarden liegen die Nerven in Abu Dhabi offenbar blank.

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