Swiss-Gewinn bricht in den ersten neun Monaten 2019 ein

Die Airline verdient weniger trotz höherem Umsatz.
© Swiss/LH Group

Höhere Treibstoffkosten und der Preiskampf in Europa machen der Swiss zu schaffen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz zwar leicht um 1% auf CHF 4,05 Mia. Der Betriebsgewinn (EBIT) brach in diesem Zeitraum dagegen um satte 11% auf 490 Mio. ein. Pikant: Noch nicht eingerechnet ist hierbei das Grounding der A220-Flotte im Oktober diesen Jahres.

Gegenüber dem Rekordjahr 2018 hätten vor allem steigende Treibstoffkosten das Ergebnis belastet, schrieb die Swiss am Donnerstag in einem Communiqué. Zudem hätten sich die erstmals fälligen, periodisch stattfindenden Instandhaltungsarbeiten (sogenannte C-Checks) auf der modernisierten Flotte die Kosten nach oben getrieben. Überdies sei die Nachfrage im Frachtgeschäft gesunken und die Durchschnittserlöse insbesondere im Europaverkehr seien weiter geschrumpft, was negativ auf das Ergebnis geschlagen habe.

Im Sommerquartal, das traditionell das stärkste des ganzen Jahres ist, flog die Swiss mehr Gewinn ein. Der EBIT wuchs um 8% auf CHF 244 Mio., der Umsatz legte um 2% auf 1,47 Mia. zu.

Neben dem höheren Passagierumsatz hätten auch verschiedene Einmaleffekte zur Ergebnisverbesserung beigetragen. «Zu nennen sind hier beispielsweise die Verschiebung von Projektkosten im Zusammenhang mit einem angepassten Zeitplan für den Umbau der letzten beiden A340-Flugzeuge», schreibt die Swiss.

Der ganze Konzern leidet

Auch der ganze Mutterkonzern Lufthansa leidet unter «einem schwierigeren Marktumfeld», wie der Konzern schreibt. Er erzielte Adjusted EBIT von EUR 1,3 Mia. und liegt damit knapp unter dem Vorjahresergebnis von EUR 1,4 Mia. Angesichts der gestiegenen Treibstoffkosten, die allein im Berichtsquartal um EUR 171 Mio. über dem Wert von 2018 lagen, habe sich der Konzern gut behauptet.

Zum Ergebnis für das dritte Quartal hat das weiterhin starke Geschäft auf Nordatlantikstrecken beigetragen. Zudem konnten die Stückkosten im dritten Quartal vor allem bei den Netzwerk Airlines Swiss, Lufthansa und Austrian Airlines deutlich gesenkt werden.

Wegen anhaltendem Gewinnschwund bei Austrian und Eurowings leitet der Konzern auch Sparmassnahmen ein. Bei der österreichischen Airline soll sogar ein Stellenabbau bevorstehen.

Die Netzwerk Airlines werden im Winterflugplan 2019/20 nur moderat wachsen, Eurowings die angebotene Kapazität sogar verringern. Der Konzern wirke damit dem anhaltenden Preisdruck in Europa, der durch die gesamtwirtschaftliche Abschwächung verschärft wird, entgegen, schreibt die Lufthansa Group. (TI)

 

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