Swiss sieht Langstreckenziele durch die Klimadebatte bedroht

Der Carrier sieht in den aktuellen Klima-Konzepten einen direkten Angriff auf den Drehkreuzbetrieb.
Photo: Swiss

Im Wahljahr 2019 spielt die Klimadebatte eine gewichtige Rolle: Beinahe alle Parteien wollen sich mit neuen Konzepten profilieren und sich möglichst klimafreundlich präsentieren. Der Swiss wurde das Ganze nun zu viel. «In der aktuellen Debatte, wie der Luftverkehr in Bezug auf den Klimawandel in die Pflicht genommen werden soll, geistern Konzepte herum, die als direkte Angriffe auf den Drehkreuzbetrieb zu werten sind», heisst es gemäss «Watson» in einem Lobbying-Magazin, das Swiss regelmässig an Politiker und Interessenvertreter verschickt.

«Jede weitere Verschlechterung würde das Fass zum Überlaufen bringen»

Denn: Der Flughafen Zürich sei bereits jetzt schon am Limit, und der Betrieb eines Hubs dementsprechend herausfordernd. «Jede weitere Verschlechterung könnte das Fass zum Überlaufen bringen», so der Carrier in dem Schreiben. Wenn aufgrund der hitzig geführten Klimadebatte weitere Restriktionen drohen, habe dies gravierende Konsequenzen: «Gäbe es kein Drehkreuz, würde die lokale Nachfrage ausreichen, um maximal fünf Langstreckendestinationen zu bedienen.» Das heisst indirekt, dass 19 Langstrecken bedroht wären. Das Drehkreuz in Zürich sei ein optimal abgestimmtes System. «Kleine Ursachen können grosse Wirkung haben.»

New York, Tel Aviv, Dubai, Bangkok und Singapur würden gestrichen

«Watson» berichtet, dass Swiss bereits vor einem Jahr potenzielle Rotstift-Kandidaten aufgelistet habe: New York, Tel Aviv, Dubai, Bangkok und Singapur. Auch für Ziele wie Tokyo, San Francisco, Boston, Delhi oder Montreal hätte 2018 die lokale Nachfrage nicht genügt.

Swiss-CEO Thomas Klühr droht regelmässig damit, dass Langstreckenziele auch ins Ausland verlagert werden könnten, wenn keine Wachstumschancen in Zürich mehr bestehen würden. So sagte er im Oktober 2018 im Interview gegenüber TRAVEL INSIDE: «Wir machen in Gesprächen immer wieder deutlich, was passieren würde, wenn nichts passiert. Dann ist kein Wachstum mehr möglich am Standort Zürich. Wenn wir es nicht schaffen, die Infrastruktur schneller und nachfragegerecht anzupassen, dann wird das Wachstum dort stattfinden, wo es möglich ist.» (ES)