Swiss Skies will 45 Ziele auf fünf Kontinenten anfliegen

Die Gründer wollen innerhalb von fünf Jahren einen Umsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar erreichen. Zuerst brauchen sie aber Startkapital.
A321LRneo
© Airbus

Eher argwöhnisch wurde die Ankündigung von Experten und Medien gleichermassen aufgefasst, dass ein Billigflieger in der Schweiz aus dem Boden gestampft werden soll, der dann bereits in der zweiten Jahreshälfte 2019 ab Basel Langstreckendestinationen bedienen will. «Utopisch», «darauf hat niemand gewartet», «Hochrisiko-Projekt»: Swiss Skies wehte umgehend ein steifer Wind entgegen. Gestern nun meldete sich Swiss Skies in einem Medien-Communiqué.

USD 1,5 Mia. Umsatz und 5000 Arbeitsplätze
Zwar ist noch nicht offiziell bekannt, wer nebst dem Schweiz-Brasilianer Alvaro Nogueira de Oliveira (ehemaliger Director of Flight Operations bei Azul Airlines) und dem Deutschen Armin Bovensiepen (Ex-Niki) hinter dem Projekt steht – gemäss «Tages-Anzeiger» soll aber Philippe Blaise, Ex-Mitarbeiter von Etihad und Swiss, ebenfalls mit an Bord sein. Auf heute Donnerstag ist zudem ein Investoren-Event in der Basler Innenstadt angekündigt, um das nötige Startkapital zu beschaffen. Denn: Nach eigenen Angaben braucht Swiss Skies rund USD 100 Mio., um wie geplant Mitte 2019 abheben zu können. Experten bezweifeln jedoch, dass dies ausreichen wird.

In der Medienmitteilung wurden auch erste Ziele genannt: Innerhalb von fünf Jahren wolle man einen Umsatz von USD 1,5 Mia. erreichen, bereits im dritten Jahr wolle man profitabel sein. Mit-Gründer Oliveira verspricht, dass man im Raum Basel direkt und indirekt 5000 neue Arbeitsplätze schaffen werde. Selber wolle Swiss Skies 1900 Mitarbeiter beschäftigen und 45 Ziele auf fünf Kontinenten anfliegen. «Wir wollen zu einem echten Disruptor für die Luftfahrtindustrie werden. Es gibt im europäischen Privatreiseverkehr eine Nachfrage nach solchen Niedrigpreismodellen», so Oliveira.

30% tiefere Preise – und nun auch 30% schnellere Reisezeiten
Dass der Billigflieger 30% günstiger als Swiss werden solle, kündigten die Verantwortlichen bereits bei der ersten Präsentation an. Nun gingen sie gar noch einen Schritt weiter und sprachen von Reisezeiten, die sich für die Passagiere um 30% verkürzen. Wie diese Ankündigung genau erreicht werden soll, liess Oliveira offen. «Hochwertige, sekundäre Einzugsgebiete in Europa direkt mit mehreren internationalen Zielen verbinden», sagte er. Zum Beispiel also Basel mit Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio, dem einzigen bisher bekannten Ziel von Swiss Skies. Mit regionalen und kostengünstigeren Flughäfen planen die Gründer, die Reisekosten drastisch zu senken.

Ein zweiter Erfolgsfaktor der Strategie: Mit der neuen Generation an Flugzeugen soll es möglich gemacht werden, Langstreckenflüge mit tieferem Kerosinverbrauch durchzuführen. Die Flotte soll denn auch aus 38 Maschinen vom Typ A321neo mit 190 Plätzen bestehen, was eine volle Auslastung bei tieferen Kosten erleichtert. Morgen Freitag planen die Gründer übrigens etwas Licht ins Dunkle zu bringen: Eine Medienkonferenz in Basel soll Klarheit über die Strategie zur Erreichung der überaus ehrgeizigen Ziele schaffen. (ES)

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