Umstrittene Klimazertifikate für die Flugbranche

Die Airlines müssen ihre Emissionen mit Zertifikaten abgelten.
ZVG

Im Moment findet in Madrid die Klimakonferenz statt. Vor allem für die Flugbranche ist das Thema wegen der aktuellen Klimadebatte momentan heikel. Ausserdem ist sie bisher von internationalen Klimaverpflichtungen verschont geblieben: keine Kerosinsteuern und keine politischen Auflagen durch internationale Klimaregeln.

Fluggesellschaften brauchen bald Milliarden von Klimazertifikaten, um sich von ihren Emissionen freizukaufen. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) hat das CO2-Kompensationssystem Corsia für den internationalen Flugverkehr aufgebaut. Dabei will sie umstrittene alte Zertifikate kaufen, die nicht den aktuellen Vorgaben entsprechen.

Eine international Forschergruppe warnt im Fachmagazin «Nature Climate Chance» nun davor, dass diese Zertifikate zu keiner weiteren Reduktion der Emissionen führe und keinen Anreiz für neue Investitionen in Klimaprojekte schaffe. Kurzum meinen die Wissenschaftler, dass die Umsetzung der Klimaziele von Paris weiter verlangsamt würden. Schon die bisherigen Klimaversprechen der Vertragsstaaten seien weit weg vom Emissionspfad, der nötig wäre, um den Klimawandel zu bremsen.

Ausserdem existiert laut dem Tages Anzeiger ein Überschuss an Zertifikaten, die den aktuellen Vorgaben nicht mehr entsprechen. Und die Schweiz lehne eine Übertragung dieser Zertifikatie in das Pariser Abkommen ab. Die Übertragung sei eines der Schlüsseltraktanden an der diesjährigen Konferenz. Es drohe damit ein Überangebot an Zertifikaten und damit fehlten die Anreize, zusätzliche Emissionsreduktionen zu generieren, erklärten die Wissenschaftler im Tages Anzeiger weiter. (TI)

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