Welche Auswirkungen hat die Klimadebatte auf den Tourismus?

Die Fluggesellschaften stehen im Fokus.
ZVG

Das ökologische Gewissen der Reisenden scheint zu wachsen. Die Anzahl der Schweizer Touristen, die bei der Stiftung Myclimate das für ihre Reise verpuffte CO2 kompensieren, sei von 2017 auf 218 markant gestiegen, schreibt die «SonntagsZeitung» in der Ausgabe von gestern. Das Wachstum betrage fast 70% und auch im laufenden Jahr werde fleissig CO2 kompensiert.

Die Klimadebatte kratze aber auch am Image der Fluggesellschaften. «Wenn häufiges Fliegen wirklich zum Imageproblem wird, hätte das massive direkte und indirekte Auswirkungen auf die Airlinebranche», wird Peter Baumgartner, strategischer Berater bei der Etihad Group, zitiert. Am Event zum Thema «Overtourisms: Verdienen und verantworten», der letzte Woche vom Swiss Travelwriters Club organisiert wurde, diskutierten Globetrotter-Group-CEO André Lüthi, Pascal Wieser, Geschäftsführer von Vögele Reisen, und DER-Touristik-Suisse-Chef Dieter Zümpel über das Dilemma der Schweizer Reiseveranstalter: einerseits so viele Reisen wie möglich verkaufen, andererseits damit zum Massen- und Overtourismus beitragen. Doch Zümpel befürchtet nicht, dass die Touristen in naher Zukunft weniger Fliegen werden, er finde es aber eigenartig, dass Kerosin nicht besteuert werde und würde eine Diskussion darüber begrüssen. Lüthi plädierte einmal mehr dafür, dass man weniger, dafür längere Reisen unternehmen sollte. Er findet aber, dass die Airlines zurzeit übermässig im Fokus stehen.

Was der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber zum Thema an der ITB zu sagen hatte, lesen Sie hier. (TI)