ZRH-Chef Widrig: «Ab Frühjahr geht es wieder aufwärts»

Stephan Widrig erklärt wie es um den Flughafen Zürich steht.
Stephan Widrig, CEO Flughafen Zürich.

Angesichts der hochansteckenden Omikron-Variante droht auch mindestens für die ersten Monaten des neuen Jahres ein erneutes Reise-Chaos. Mittendrin: der Flughafen Zürich. Dieser ist wieder im Blindflug. «Seit Omikron auf dem Radar aufgetaucht ist, ist die Luftfahrtbranche fast wieder zurück auf Feld 1», sagt Chef Stephan Widrig zu «Blick».

Keine Quarantäne mehr!

Prognosen sind derzeit schwierig, aber die Unsicherheiten nehmen laut Widrig wieder deutlich zu und die Planbarkeit in den nächsten Monaten wieder merklich ab. «Viel hängt jetzt davon ab, wie sehr und wie lange der Reiseverkehr eingeschränkt wird.» Reisen müsse weiter möglich bleiben und eine Quarantäneregelung verunmögliche das Reisen nahezu komplett. «Wegen Omikron ist ein Test bei der Einreise aus Risikogebieten in die Schweiz vertretbar», fügt Widrig an.

Vom Bundesrat erwartet Widrig verhältnismässige Entscheidungen, keine pauschale Reiseverbote, und dass mindestens innerhalb Europas nicht mehr mit einer Quarantäne-Liste gearbeitet wird. «Es ist in Ordnung, wenn man zwischen den Kontinenten eine gewisse Reiseverlangsamung sicherstellt. Aber innerhalb von Schengen muss man frei reisen können», sagt der ZRH-Chef.

Komplette Erholung erst 2025

In Bezug auf die massiv sinkenden Passagierzahlen gibt sich Widrig zuversichtlich: «Wir sind 2021 mit höheren Fallzahlen gestartet. Dieses Jahr ebenso. Wir stehen aber an einem ganz anderen Punkt als vor zwölf Monaten, sind in den Mitteln, die wir zur Pandemiebekämpfung haben, einen grossen Schritt weiter. Und wir haben gesehen, dass die Leute die Lust auf Reisen nicht verloren haben. Im Frühjahr dürften wir das Schlimmste überstanden haben, dann geht es wieder aufwärts.» 

Bis sich die ganze Branche komplett vom Corona-Einbruch erholt habe und ein uneingeschränkter weltweiter Reiseverkehr wieder hergestellt sei, dauere es aber noch Jahre. «Aktuell gehen wir davon aus, dass dies etwa im Jahr 2025 wieder der Fall sein wird», erklärt Widrig gegenüber «Blick».

Ausreichend finanzielle Mittel

Für 2021 rechnet er mit 10 Millionen Passagieren. Das ist weniger als ein Drittel gegenüber 2019 vor Corona. Dass dem Flughafen in Zukunft das Geld ausgeht, denkt er aber nicht: «Wir haben zum Glück in den guten Zeiten Reserven gebildet, auch das Geschäft diversifiziert. Letztes Jahr haben wir zudem CHF 900 Mio. Fremdkapital aufgenommen, um jederzeit die Liquidität sicherstellen zu können.» Das Jahr 2020 wurde dann mit einem Verlust von fast 70 Millionen Franken abgeschlossen. 

«Wir haben ausreichend finanzielle Mittel, um diese Krise durchzustehen. Und wir benötigen auch bei einem schwierigen 2022 keine Staatshilfe, einmal abgesehen von der Kurzarbeitsentschädigung», fügt Widrig an. Das Mittel der Kurzarbeit habe enorm geholfen, dass kaum Entlassungen ausgesprochen werden mussten. Trotzdem sei die Infrastruktur, die es zu warten gilt, genau gleich gross, weshalb nicht beliebig Kurzarbeit gemacht werden könne. (TI)

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