Zu teuer: SRV klagt nicht gegen BAZL und Skywork

SRV-Präsident Max E. Katz und Geschäftsführer Walter Kunz sind ob der zunehmenden entschädigungslosen Zusatzarbeit für die Schweizer Reisebüros frustriert.
SRV-Präsident Max E. Katz (rechts) und Geschäftsführer Walter Kunz.

Nach dem Air Berlin (Belair)-Flop nervt nun im Raum Bern das Skywork-Grounding die ganze Branche. Insbesondere stösst der SRV-Führung und den betroffenen Reisebüros und Kunden sauer auf, dass die Airline im Wissen des BAZL noch kurz zuvor (Montag bis Mittwoch) Tickets verkaufte. SRV-Geschäftsführer Walter Kunz: «25 Dossiers mit 68 betroffenen Passagieren sind uns nach unserem Aufruf von unseren Mitgliedern eingereicht worden.» Dies bei einer Schadenssumme von CHF 25’486.95. Der finanzielle Aufwand für eine Klage würde wohl diese Summe deutlich überschreiten, weshalb der Verband von einer solchen schweren Herzens absieht, wie an einer Medienkonferenz bekannt wurde.

Man hätte gerne einen Präzedenzfall durchgezogen, sagt SRV-Präsident Max E. Katz. Es sei absolut unverständlich, dass das BAZL der Skywork nicht die Lizenz bereits am Montag vor dem Grounding am Mittwoch entzogen habe. Katz vermutet, da sei viel Lokalkolorit mit im Spiel gewesen, offensichtlich habe man die Rückkehr der Fussballmannschaft von Bern (Young Boys) am Mittwoch nach deren Auswärtsspiel um die Qualifikation zur Champions League durchführen wollen. Und dies auch noch medial grossartig zelebriert. Die gesamte Schadenssumme für die Berner Reisebüros aus dem Skywork-Grounding schätzt der SRV auf über CHF 500’000. «Das Einzige, was wir allenfalls noch unternehmen können, ist, das Richteramt in Bern in einem Schreiben darauf aufmerksam zu machen,» ergänzt Katz. (AH)

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