
Geopolitische Spannungen, Sicherheitsbedenken und wirtschaftliche Unsicherheiten beeinflussen derzeit das Buchungsverhalten vieler Reisender. TRAVEL INSIDE wollte deshalb wissen, wie die aktuelle Lage in der Schweizer Reisebranche ist.
Mehr Annullationen und Umbuchungen
Die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Lage sind in der Branche deutlich spürbar. 37% der Umfrageteilnehmenden verzeichnen aktuell deutlich mehr Annullationen oder Umbuchungen bei bereits gebuchten Reisen als üblich, weitere 28% beobachten eine leichte Zunahme. Rund ein Drittel (31%) stellt keine Veränderung fest, während nur 4% von weniger Anpassungen berichten.

Umbuchungen erfolgen meist mehrere Wochen im Voraus
Die meisten Änderungen erfolgen nicht kurzfristig, sondern mit etwas Vorlauf. 47% der Befragten geben an, dass Annullationen oder Umbuchungen zwischen 15 und 30 Tagen vor Abreise stattfinden. Weitere 35% nennen einen Zeitraum von mehr als 30 Tagen. 17% sehen Annullationen und Umbuchungen 7 bis 14 Tage vor Abreise. Kurzfristige Anpassungen unterhalb einer Woche bleiben hingegen die Ausnahme (1%).

Nahost und östliches Mittelmeer besonders betroffen
Bei den Destinationen zeigt sich ein klares Muster: Besonders häufig werden Rückgänge im Nahen Osten (27%), in Ägypten (22%) sowie auf Zypern (21%) festgestellt. Auch die Türkei (17%) ist betroffen. Asiatische Destinationen spielen mit 9% aktuell eine geringere Rolle.

Südeuropa profitiert von Umbuchungen
Umgebucht wird vor allem innerhalb Europas. Spitzenreiter sind Spanien inklusive Balearen und Kanaren (37%). Auch Fernreisen ausserhalb der betroffenen Regionen (19%) sowie Portugal (15%) profitieren. Griechenland und Nahziele in Europa liegen gleichauf bei 10%, Italien folgt mit 9%.

Tour Operator zeigen sich am kulantesten
Bei der Kulanz punkten vor allem die Veranstalter. 49% der Befragten sehen die Tour Operator als derzeit kulanteste Partner. Airlines folgen mit deutlichem Abstand (20%), während Hotels (13%), Versicherungen (9%) und DMC (9%) weniger gut abschneiden.

Nachfrage geht deutlich zurück
Am deutlichsten fällt das Ergebnis beim Neugeschäft aus. 55% der Teilnehmenden berichten von insgesamt rückläufigen Buchungen. Weitere 37% beobachten eine zurückhaltendere Kundschaft. Nur eine kleine Minderheit stellt keine Veränderung (4%) oder eine stärkere Kurzfristigkeit fest (4%). (TI)








