Vorsicht bei Flugvergleichs-Portalen

Laut deutschem Bundeskartellamt lässt die Transparenz der Preisrankings zu wünschen übrig.
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Auf Vergleichsportale ist nicht unbedingt Verlass, das legt eine neue Untersuchung des deutschen Bundeskartellamts nahe. Auch Flugvergleiche bzw. Rankings sind nicht immer so transparent und neutral, wie man meinen möchte. Vielfach seien die als besonders empfehlenswert dargestellten Optionen nicht die günstigsten. Verbraucher sollen darum darauf achten, wie genau das Ranking von Angeboten bei Vergleichsportalen zustande kommt.

Die Situation im Bereich der Flugpreisvergleiche wird als besonders heikel herausgestellt, da die Anbieterseite stark konzentriert sei. Anders als etwa im Hotelbereich würden einige wenige Fluggesellschaften den Markt dominieren. Billigfluggesellschaften lehnten Vergleichsportale als Vertriebskanal sogar generell ab. Aber auch andere seien in der Regel nur über Dritte an die Vergleichsportale angebunden, zitiert «airliners.de» aus der Untersuchung.

Airlines unterbinden die freie Preisgestaltung

Auf Seiten der Vergleichsportale wird hingegen beklagt, dass Fluggesellschaften zunehmend anstreben, den Online-Vertrieb selbst zu übernehmen. Zudem würden Fluggesellschaften durch verschiedene Beschränkungen die freie Preisgestaltung unterbinden. Günstigere Kombinationen verschiedener Fluggesellschaften für den Hin- und Rückflug könnten so beispielsweise oftmals nicht angezeigt werden, was sich unmittelbar negativ für die Verbraucher auswirke, heisst es bei der Kartellbehörde.

Da viele Airlines zudem Provisionen für Vermittlungen einstellen, generieren die Vergleichsportale der Untersuchung zufolge ihre Einnahmen überwiegend aus Zusatzgebühren. Hierzu gehören laut Untersuchung Servicepauschalen, Gebühren für bestimmte Zahlungsarten sowie das Angebot von Zusatzleistungen, etwa für die Vermittlung von Reiserücktrittskostenversicherungen, Hotels oder Mietwagen.

Und noch eine Empfehlung des Kartellamts: Nutzer sollten sich nicht von Hinweisen auf angeblich geringe Verfügbarkeiten verlassen. Auch vermeintlich «exklusive» Angebote seien vielfach nicht wirklich exklusiv. (TI)

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