
Das dritte Quartal bei TUI (April bis Juni 2026) war laut dem deutschen Touristik-Konzern unverändert geprägt von einem anspruchsvollen Marktumfeld sowie fortgesetzter geopolitischer Unsicherheiten, insbesondere dem Iran-Krieg, wirtschaftlicher Schwäche in Kern-Märkten Europas und in vielen Branchen festzustellender Konsum-Zurückhaltung. Trotz dieses Gegenwindes hält TUI an der EBIT-Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest.
«Reisen bleibt für das Leben der Menschen sehr relevant, aber der Zeitpunkt der Reise-Entscheidung hat sich verschoben», sagt TUI CEO Sebastian Ebel. «Kriege und Geopolitik, Konsumzurückhaltung, wirtschaftliche Schwäche, gestiegene Inflation in Kernmärkten Europas – das hatte Einfluss auf die Kauflaune und den Zeitpunkt der Kaufentscheidung.»
Entwicklung des 3. Quartals und Neunmonatsergebnis 2026
Das bereinigte EBIT lag im dritten Quartal bei 235 Millionen Euro (Vorjahr: 321 Millionen Euro), belastet durch die direkten Folgen des Iran-Kriegs (TUI Cruises Schiffe in den Emiraten) in Höhe von 20 Millionen Euro. Getrieben wurde das Q3-Ergebnis von der Nachfrage nach TUIs differenzierten Produkten. TUI verzeichnete über alle Geschäftsbereiche im dritten Quartal 9,9 Millionen Kund*innen (-3%).
Nach neun Monaten lag das bereinigte EBIT bei rund 123 Millionen Euro, nach rund 165 Millionen Euro im Vorjahr. Der Iran-Krieg und der Hurrikan auf Jamaika belasteten daher das Ergebnis mit insgesamt 81 Millionen Euro.
Der Geschäftsbereich ‘Urlaubserlebnisse’ (Hotels & Resorts, Kreuzfahrten und TUI Musement) erzielte im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2026 ein bereinigtes EBIT in Höhe von 278 Millionen Euro (Vorjahr: 294 Millionen Euro).
Das Segment ‘Hotels & Resorts’ hat ein operatives Ergebnis von 121 Millionen Euro erzielt. Die Zahl der verfügbaren Bettennächte stieg leicht um 1% auf insgesamt 11,3 Millionen, während die Auslastung um 5 Prozentpunkte auf 77% zurückging. In dem Rückgang spiegelt sich die Anlaufphase neuer Hotels sowie eine gesunkene Nachfrage im östlichen Mittelmeerraum, Mexiko und der Karibik aufgrund der geopolitischen Situation wider. Die durchschnittliche Tagesrate blieb im Berichtszeitraum im Vergleich zur Vorjahresperiode stabil bei 88 Euro. Das bereinigte EBIT nach neun Monaten belief sich auf 356 Millionen Euro (Vorjahr: 384 Millionen Euro). Der Hurrikan auf Jamaika war für negative Einmaleffekte in Höhe von 15 Millionen Euro verantwortlich.
Das Segment Kreuzfahrten verzeichnete im 3. Geschäftsquartal 2026 ein bereinigtes EBIT in Höhe von 133 Millionen Euro (Vorjahr: 143 Millionen Euro). Der Rückgang von 20 Millionen Euro führt TUI vollständig auf den Iran-Krieg zurück. Aus Sicherheitsgründen verblieben die Mein Schiff 4 und die Mein Schiff 5 von März bis Mitte Mai 2026 in Häfen der Golfregion. Die Routen konnten ab Mitte Mai wieder aufgenommen werden.
Die starke Nachfrage nach TUIs differenziertem Kreuzfahrtangebot sowohl in Deutschland als auch in Grossbritannien trug zu einem Anstieg der Preise um 4% auf 252 Euro (Vorjahr: 243 Euro) bei. Die verfügbaren Passagiertage lagen mit 3 Millionen leicht unter dem Vorjahresniveau (Q3 2025: 3,1 Millionen). Dies spiegelt planmässige Werftaufenthalte der Mein Schiff 3 und der Hanseatic Spirit wider. Die Gesamtauslastung verbesserte sich ohne die Auswirkungen des Iran-Kriegs um einen Prozentpunkt auf 99%. Das bereinigte EBIT nach neun Monaten lag bei 297 Millionen Euro (Vorjahr: 273 Millionen Euro).
Das bereinigte EBIT im Segment ‘TUI Musement’ stieg um 10,8% auf 23 Millionen Euro (Vorjahr: 21 Millionen Euro). Treiber der Entwicklung waren das verbesserte B2B-Geschäft und operative Effizienzsteigerungen. Die Zahl der Transfers im dritten Quartal sank um 10% auf 7,9 Millionen (Vorjahr: 8,8 Millionen). Der Rückgang ist hauptsächlich auf eine geringere Nachfrage aufgrund der geopolitischen Unsicherheit zurückzuführen. Die Zahl der verkauften Erlebnisse in Q3 blieb mit 2,9 Millionen leicht unter dem Vorjahr (Vorjahr: 3 Millionen). Beim Blick auf das bereinigte EBIT nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2026 fällt der Anstieg mit 171% auf 17,3 Millionen Euro (Vorjahr: 6,4 Millionen) deutlich aus.
Im Geschäftsbereich ‘Märkte + Airline’ (Reiseveranstalter, Vertrieb und TUI Airline) operierte TUI im 3. Quartal in einem unverändert herausfordernden Marktumfeld. Das bereinigte EBIT in Q3 belief sich auf -16 Millionen Euro (Vorjahr: 50 Millionen Euro). Ursächlich für diese Entwicklung war eine schwächere Nachfrage infolge der geopolitischen Entwicklungen und ein erhöhter Preisdruck in einem Marktumfeld gekennzeichnet durch höhere Treibstoffkosten und zusätzliche Kapazitäten auf dem Markt. Auch die voranschreitende strategische Transformation half dabei, die finanziellen Belastungen resultierend aus den geopolitischen Herausforderungen zu verarbeiten.
Das bereinigte EBIT nach neun Monaten lag bei -474 Millionen Euro (Vorjahr: -440 Millionen Euro). Die Verkäufe über die TUI App konnten auf knapp 13% gesteigert werden (+20%). Die durchschnittliche Flugauslastung blieb über alle Märkte mit insgesamt 91%(Vorjahr: 94%) auf einem hohen Niveau.
In der Region Zentral mit den Veranstaltern in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen lag das bereinigte EBIT bei -10 Millionen Euro (Vorjahr: 25 Millionen Euro). In der Region Nord mit Grossbritannien, Irland und den nordischen Ländern lag das bereinigte EBIT bei 10 Millionen Euro (Vorjahr: 45 Millionen Euro). Das bereinigte EBIT der Region West mit den Niederlanden, Belgien und Frankreich lag bei -16 Millionen Euro (Vorjahr: -21 Millionen Euro). In allen drei Regionen wirkt sich das herausfordernde Marktumfeld auf das Ergebnis aus.
Buchungsstand und Erwartungen für das vierte Quartal
Der Bereich ‘Urlaubserlebnisse’ profitiert von TUIs vertikaler Integration, starker Nachfrage und höheren Durchschnittsraten für die differenzierten Produkte des Konzerns. Im Segment Hotels & Resorts liegen die verfügbaren Bettennächte bei +1%. Die Auslastung liegt bei -3 Prozentpunkten. Seit dem Halbjahresbericht hat sich die Auslastung verbessert – ein Zeichen für die Normalisierung der Nachfrage im östlichen Mittelmeerraum. Der Durchschnittspreis liegt bei +4%.
Die Zahl der verfügbaren Passagiertage im Segment ‘Kreuzfahrten’ liegt bei +12%. Der Anstieg resultiert aus der Indienststellung der Mein Schiff Flow als insgesamt 19. Schiff der TUI Flotte (Mein Schiff, Marella Cruises, Hapag-Lloyd Cruises). Die Auslastung bleibt trotz der gestiegenen Kapazität unverändert hoch. Die durchschnittliche Tagesrate steigt um +2%.
Das Segment ‘TUI Musement’ profitiert von einer starken Nachfrage nach eigenen, differenzierten Erlebnissen und erwartet einen Buchungsanstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Anzahl der Transfers soll sich im vierten Quartal im Einklang mit den Annahmen für ‘Märkte + Airline’ entwickeln.
Auch das Sommergeschäft 2026 im Bereich ‘Märkte + Airline’ war weiterhin von den Folgen des Iran-Kriegs beeinflusst. Dies äussert sich in gestiegener Zurückhaltung der Verbraucher und dem anhaltenden Trend zu späteren Buchungen. Der gebuchte Umsatz liegt derzeit bei -6% und zeigt eine Verbesserung um einen Prozentpunkt seit dem Update am 13. Mai 2026. Darüber hinaus zeigen die letzten vier Wochen mit einem deutlichen Plus eine Erholung der Nachfrage (+7%). In der laufenden Sommersaison sind Destinationen auf Kurz- und Mittelstrecke, wie Griechenland und Spanien inklusive Balearen und Kanaren die beliebtesten Ziele. In den letzten Wochen hat auch die Nachfrage nach den Zielgebieten des östlichen Mittelmeers wieder angezogen.
Ausblick für das Gesamtjahr 2026
TUI hält an ihrer Strategie fest in der Annahme, dass es zu keiner wesentlichen Verschärfung der geopolitischen Spannungen kommt und die Treibstoffversorgung gesichert ist. TUI hat die Umsatzprognose ausgesetzt (GJ 2025: 24,2 Milliarden Euro). Der Konzern erwartet ein bereinigtes EBIT für das Geschäftsjahr 2026 in einem Bereich von 1,1 und 1,4 Milliarden Euro (GJ 2025: 1,4 Milliarden Euro).
Das Unternehmen setzt in den kommenden Jahren auf nachhaltiges Wachstum in allen Produktbereichen und effektiven Vertrieb über alle Kanäle. Im Bereich ‘Märkte + Airline’ steht der Aufbau eines Low-Cost-Angebots über Marken wie ltur und Sundeals sowie die Weiterentwicklung aller TUI-Vertriebskanäle inklusive App und KI im Vordergrund. Die Airline wird als kommerziell eigenständiges Geschäft ausgebaut.
Die Transformation und die eingeleiteten Effizienzsteigerungen zeigen laut TUI erste Ergebnisse. Hotels & Resorts soll mit ausgewählten Investitionen und dank etablierten Marken wie RIU und TUI Blue weiter wachsen. Das Kreuzfahrtgeschäft soll durch neue Schiffe von TUI Cruises sowie die Modernisierung der Marella-Flotte gestärkt werden. TUI Musement setzt auf exklusive Erlebnisse sowie höhere Effizienz durch Digitalisierung und KI. (TI)








