
Easyjet und der US-Investor Castlelake haben eine «agreement in principle» über ein mögliches Übernahmeangebot erzielt. Castlelake bietet 6,90 britische Pfund je Easyjet-Aktie, was den Billigflieger mit rund 5,2 Milliarden Pfund bewertet. Zuvor hatte Easyjet vier Angebote des Investors abgelehnt.
Der Verwaltungsrat von Easyjet erklärte, die finanziellen Konditionen lägen auf einem Niveau, bei dem er den Aktionärinnen und Aktionären ein verbindliches Angebot grundsätzlich zur Annahme empfehlen würde.
Castlelake muss nun allerdings regulatorische Freigaben einholen und die weiteren Voraussetzungen für eine Transaktion erfüllen.
Eine zentrale Hürde ist die Eigentümerstruktur: Easyjet muss gemäss EU-Vorgaben mehrheitlich in europäischem Besitz bleiben. Da Castlelake ein US-Investor ist, müsste die Gesellschaft nachweisen, wie diese Anforderung erfüllt werden kann.
Castlelake hält über die von ihr verwalteten Fonds bereits rund 2,14% an Easyjet. Der Investor hat bis Anfang August Zeit, entweder ein verbindliches Angebot vorzulegen oder den Rückzug von einer Übernahme zu erklären. Sollte ein formelles Angebot erfolgen, müssten auch die Easyjet-Aktionärinnen und -Aktionäre darüber abstimmen.
Easyjet beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 19’000 Mitarbeitende und bedient rund 1200 Strecken in 35 europäischen Ländern. Castlelake betonte im Zusammenhang mit der möglichen Transaktion, das künftige Wachstum, die Transformation und die Modernisierung der Flotte unterstützen zu wollen.
Der Bernstein-Analyst Alex Irving hält eine Aufspaltung von Easyjet für denkbar. Castlelake könnte dabei insbesondere die Flugzeugflotte, Start- und Landerechte sowie das Feriengeschäft separat verwerten. Dies würde die Kapazitäten im europäischen Luftverkehr weiter reduzieren und könnte anderen Fluggesellschaften zugutekommen.
Die Easyjet-Aktie reagierte deutlich auf die Entwicklung und stieg in London auf den höchsten Stand seit 2022. Gleichzeitig bleibt offen, ob es tatsächlich zu einer Übernahme kommt. Neben Castlelake werden auch andere potenzielle Interessenten wie Air France-KLM und die Lufthansa Group als mögliche Akteure im Umfeld von Easyjet genannt. (TI)








