Verloren in der Reiseplanung

Gemäss einer Studie der OTA Skyscanner verbringt ein Fünftel der Reisenden gleich viel Zeit mit der Reiseplanung wie mit der Partnerwahl.
©Skyscanner

Januar ist Ferienplanungsmonat, aber gemäss einer Umfrage der OTA Skyscanner stresst diese viele Schweizer*innen denn sie verlieren sich in den unzähligen Möglichkeiten und in der Vielzahl von Angeboten.

Die erschwerenden Faktoren

Die Umfrage brachte hervor, dass die Entscheidung durch Faktoren wie ‘zu hohe Kosten’ (55%), das ‘Zerdenken von Entscheidungen’ (40%), zu wenig Information (27%), zu viele und mit endlosem Scrollen verbundene Optionen (23%) oder der Angst ein besseres Angebot zu verpassen (24%) massiv erschwert wird.

Skyscanner, in Zusammenarbeit mit der Neurowissenschaftlerin Faye Begeti, will auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Reisenden helfen den Stressfaktor bei der Ferienplanung zu verringern und die beste Reiseentscheidung zu treffen.

Ferienplanung fast so wichtig wie Finanzen und Lebensstil!?

Bei knapp der Hälfte der Umfrageteilnehmer*innen (49%) steht im neuen Jahr eine wichtige Entscheidung an. Der Januar ist dabei häufig die Hauptzeit für die Entscheidungsfindung – und auch für die Reiseplanung. Neben weiteren wichtigen Themen wie den persönlichen Finanzen (49% oder einer Änderung des gesamten Lebensstils (47%), steht bei 45% zu Beginn des neuen Jahres gleich die Planung der Ferien an. Viele träumen von neuen Abenteuern, exotischen Ländern oder einer entspannten Auszeit.

Die Planung und Entscheidung führen dabei für 26% aufgrund des grossen Angebots zu einem Gefühl der Überforderung. Nicht zuletzt, da sich 14% selbst als ‘Over-planner’, d.h. als jemand, der zu viel organisiert und durchplant, sehen, 19% Entscheidungen ‘zerdenken’ oder perfektionistisch sind (14%).

Reiseplanung gleich bedeutend wie Partner- oder Wohnortwahl!?

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Schweizer*innen sich viel Zeit für die Planung der Reise nehmen: 25% benötigen rund einen Monat für die Entscheidungsfindung, 22% sogar mehrere Monate. Damit ist die Reiseentscheidung etwa gleichauf mit bedeutenden Themen wie der Wahl des Partners oder des Wohnortes. Auch hier benötigen 19% bzw. 25% der Befragten mehrere Monate, um sich zu entscheiden. Der Wunsch, das perfekte Reiseziel zu wählen, ist bei vielen Menschen gross.

So lassen sich 19% der Umfrageteilnehmer*innen von der Angst davor, nicht die perfekte Reise zu wählen, von der Buchung abhalten oder ‘zerdenken’ die Entscheidung (26%), was sie letztendlich von der Planung und Buchung abhält. Ein noch grösseres Hindernis sind allerdings die Kosten. 42% der Befragten lassen sich häufig oder sogar immer aufgrund der Kosten von einer Reisebuchung abhalten. 2024 haben 32% der Schweizer*innen sogar weniger Ferien gemacht als ursprünglich geplant. Der Hauptgrund hierfür war, dass es zu teuer war (45%).

Geistige Ermüdung

«Nach den Erkenntnissen der Neurowissenschaften sind Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung ein wesentliches Anzeichen für geistige Ermüdung. Die Forschung zeigt, dass anhaltende mentale Anstrengung, wie sie beispielsweise an einem Arbeitstag zustande kommt, zu einer verminderten Durchblutung der für die Entscheidungsfindung zuständigen Gehirnregion sowie zur Anhäufung des Neurotransmitters Glutamat führt.

Das Gehirn schaltet dann in den ‘Energiesparmodus’ und möchte Aufgaben vermeiden, die eine kognitive Anstrengung erfordern und sich stattdessen passiven Tätigkeiten widmen, wie z. B. dem Scrollen auf dem Handy», erklärt Neurowissenschaftlerin Dr. Faye Begeti.

«Die Planung der Ferien kann überfordern, insbesondere da jede Entscheidung – von der Wahl des Reiseziels bis zur Buchung von Flügen, Hotels und Aktivitäten – eine erhebliche mentale Anstrengung erfordert. Wenn uns eine Entscheidung schwerfällt, liegt das oft daran, dass wir unsere Aufmerksamkeit zwischen verschiedenen Optionen hin- und herbewegen, sie vergleichen und die Vor- und Nachteile analysieren. Dieses ständige mentale Jonglieren mit Informationen, insbesondere wenn sie über mehrere Online-Quellen verstreut sind, beansprucht das Gehirn stark und kann unsere kognitiven Ressourcen erschöpfen. Diese Belastung wird durch den Druck auf uns selbst, die perfekte Wahl zu treffen, noch verstärkt. Wir können dann in einen Zustand der Ermüdung geraten, in dem sich die übliche Aufregung des Fernwehs in einen unangenehmen Zustand verwandelt, den wir ‚lost in planning‘ nennen.»

Fünf Tipps für eine stressfreie Reiseplanung

Die Neurowissenschaftlerin gibt fünf Tipps für eine stressfreie Reiseplanung:

  1. Entscheidungsmüdigkeit bekämpfen
    Entscheidungsmüdigkeit kann das Gehirn überfordern, so dass sich selbst einfache Entscheidungen anstrengend anfühlen. Daher ist es wichtig, die Optionen einzugrenzen.
  2. Entscheidungen frühzeitig priorisieren
    Reisende sollten die grossen Entscheidungen, wie die Auswahl von Flügen oder Unterkünften, angehen, wenn ihre geistige Energie am höchsten ist und bei weniger wichtigen Themen nach dem Prinzip ‘gut genug’ verfahren. Wenn eine Option die gesetzten Kriterien erfüllt, wählen Reisende sie einfach aus und wenden sich dem nächsten Punkt zu, um zu viel nachzudenken sowie eine Ermüdung zu vermeiden.
  3. Die Ferien an die eigene Energie anpassen
    Reisende sollten Ferien wählen, die zu ihrer mentalen Verfassung passen. Wer sich überlastet fühlt, für den eignet sich ein Rückzugsort in der Natur, um die Sinneseindrücke zu reduzieren und neue Kraft zu tanken. Wer sich nicht ausreichend stimuliert fühlt, sollte sich für eine Städtereise oder Abenteuerferien entscheiden, um Aufregung und Neues zu erleben.
  4. Das Dopamin der Vorfreude nutzen
    Unser Gehirn lebt von der Vorfreude, sodass sich die Vorbereitung auf die Ferien genauso aufregend anfühlen kann wie die Reise selbst. Reisende sollten dies nutzen, in dem sie ihre Traumreiseziele in einer Liste speichern und diese zu Rate ziehen, wenn die nächste Ferienplanung ansteht – so wird Stress reduziert.
  5. Routinen brechen
    Je älter Menschen werden, desto mehr haben sie das Gefühl, dass die Zeit schneller vergeht, weil sie in vertrauten Routinen feststecken. Reisende sollten die Voreingenommenheit gegenüber ihrer aktuellen Situation überwinden und bei der Planung versuchen, aus ihrer Komfortzone herauszutreten. So lassen sich unerwartete, neue Ziele erkunden, die zu unvergesslichen Reisen führen.
Nicht uneigennützig

Natürlich führte Skyscanner als OTA diese Umfrage, durchgeführt in Zusammenarbeit mit One Poll unter 1000 Schweizer Reisenden im November 2024, nicht aus reiner wissenschaftlicher Neugier durch. Das Unternehmen gibt gleichzeitig Tipps, wie auf dessen Webseite am besten gesucht werden soll. Ob diese Tipps die Qual der Wahl tatsächlich verringern bleibe dahingestellt.

Alle Orte in Betracht ziehen

Die ‘Alle Orte’-Suche auf Skyscanner ist ein guter Ausgangspunkt für die nächsten Ferien. Wer offen für neue Reiseziele ist, findet mit dem Tool alle möglichen Ziele zum gewünschten Datum, sortiert nach dem Preis. Dabei inspiriert sie Reisende an einen Ort zu fliegen, an dem sie noch nie zuvor waren, und das zu einem niedrigeren Preis als für viele klassische Ferienziele.

Zeitlich flexibel sein

Die Suche ohne einen festen Reisezeitraum bietet die besten Chancen, ein Schnäppchen zu ergattern. Die Flugpreise richten sich nach Angebot und Nachfrage. Da einige Termine beliebter sind als andere variieren die Preise. Mit der Skyscanner-Suchfunktion ‘gesamter Monat’ sehen Reisende die günstigsten Flüge auf einen Blick und wählen einfach das für sie passende Angebot aus. Wer in Erwägung zieht, einen Tag vor oder einen Tag nach dem ursprünglich geplanten Abreisedatum zu fliegen, kann ordentlich sparen, da Flüge an weniger beliebten Wochentagen häufig günstiger sind.

Preise beobachten

Mit der Wahl einer ‘Preismeldung’ stellen Reisende sicher, dass sie als erste erfahren, wenn die Preise für ihre Wunsch-Strecke fallen und es zusätzliche Rabatte oder Angebote gibt. Buchende können einen Flug markieren, an dem sie interessiert sind, und Skyscanner informiert sie per E-Mail, wenn der Preis steigt oder fällt.

Natürlich gibt es noch eine weitere Möglichkeit um sich in der Reiseplanung nicht zu verlieren. Nämlich diejenige, die Dienste der erfahrenen Reiseberater*innen der Reisebüros in Anspruch zu nehmen. Dabei ist wichtig, dass diese nicht nur über ausgezeichnetes Fachwissen und Destinationskenntnisse verfügen, sondern auch die Fähigkeit haben, die vielfach dem Reisenden selbst noch gar nicht klaren Bedürfnisse herauszufinden. (BRA)