Von Gen Z bis Baby Boomer – so ticken die Generationen auf Geschäftsreise

Der Gastbeitrag von Ramona Gamm zeigt wie die verschiedenen Generationen auf Geschäftsreise ticken.
Ramona Gamm ©SAP Concur

In der öffentlichen Wahrnehmung werden Generationen oft mit Klischees verbunden: Baby-Boomer gelten als traditionsbewusst, während die Gen Z als flexibel, aber auch wenig engagiert wahrgenommen wird.

Diese Stereotype finden sich auch im Berufsleben wieder, wo Annahmen über Arbeitsweisen und Präferenzen der verschiedenen Altersgruppen getroffen werden. Für Unternehmen ist es entscheidend, die tatsächlichen Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden zu verstehen. Das gilt besonders für Geschäftsreisen, bei denen persönliche Präferenzen auf betriebliche Anforderungen treffen.

Die aktuelle Global Business Travel Survey von SAP Concur zeigt die Bedeutung beruflicher Reisen: 55% der Befragten aller Generationen sehen persönliche Treffen für ihre Arbeit als unverzichtbar an. Weitere 39% erachten sie zumindest als hilfreich. Beim Reiseverhalten der verschiedenen Generationen zeigen sich dabei eindeutige Unterschiede. Die Studie beleuchtet diese und ermöglicht einen detaillierten Einblick. Weltweit wurden 3750 Geschäftsreisende in 29 Ländern befragt.

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Gen Z – Emma, 23, Junior Sales Managerin: Die Optimiererin

Als jüngste Vertreterin im Vertriebsteam bringt Emma frischen Wind in die Geschäftsreisewelt. Für sie sind Geschäftsreisen eine Mischung aus Arbeit und Erlebnis. Sie geniesst den Luxus von Upgrades auf Firmenkosten, zahlt für zusätzlichen Komfort aber auch mal selbst.

Trotz ihrer Vorliebe für Annehmlichkeiten behält Emma das Budget im Blick. Sie findet kreative Wege zu sparen, indem sie unter der Verpflegungspauschale bleibt oder kleine Annehmlichkeiten wie Hotelkosmetik oder Konferenzgeschenke mitnimmt. Bei der Reiseplanung und -buchung würde sie auch moderne Technologien und KI-gestützte Tools nutzen.

Diese Einstellung teilen 95% ihrer Generation – deutlich mehr als der Durchschnitt von 88%. Zu ihren Terminen reist Emma dabei bevorzugt mit nachhaltigen Transportmitteln wie dem Zug. Wie viele junge Arbeitnehmende hat sie aufgrund von Sicherheitsbedenken gewisse Vorbehalte gegenüber Flugreisen.

Was die Reisehäufigkeit betrifft, ist Emma zwiegespalten: Sie schätzt die Chancen, die die Reisen ihr bieten, aber ebenso einen geregelten Arbeitsalltag. Für ihren Geschmack ist sie mal zu viel und mal zu wenig unterwegs. Vor allem wünscht sie sich Flexibilität, um Reisen nach ihren beruflichen und persönlichen Bedürfnissen zu gestalten.

Emmas Ansatz spiegelt die Prioritäten ihrer Generation wider: technikaffin, erlebnisorientiert und kostenbewusst, mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Work-Life-Balance. Sie repräsentiert eine neue Art von Geschäftsreisenden, die Unternehmen vor die Herausforderung flexibler, individualisierter Reiselösungen stellt.

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Millennial – Samir, 37, Marketing-Spezialist: Der digitale Globetrotter

Als erfahrener digitaler Nomade nutzt Samir Geschäftsreisen, um sein berufliches Netzwerk zu erweitern und neue Erfahrungen zu sammeln. Auf Firmenkosten gönnt er sich gerne Upgrades, die er privat nicht buchen würde – von hochwertigeren Hotels bis hin zu privaten Transportmitteln wie Uber statt der U-Bahn. Für besondere Erlebnisse würde auch er mal selbst in die Tasche greifen, wenn das Firmenbudget nicht ausreicht.

Ähnlich wie Emma achtet Samir trotz seiner Vorliebe für Komfort auf die Kosten. Er nutzt geschickt Bonusprogramme und Reise-Apps, um Meilen zu sammeln und die besten Angebote zu finden. Dabei zeigt er eine hohe Affinität für digitale Lösungen. Millennials sind zwar etwas weniger offen für KI-gestützte Tools als die Gen Z, aber noch über dem Durchschnitt aller Generationen.

Für seine Arbeit zu verreisen, schätzt Samir, findet aber, dass er oft zu viel unterwegs ist. Für ihn ist die Balance zwischen virtueller Zusammenarbeit und persönlichen Treffen entscheidend. Als Vater junger Kinder spielt für ihn ausserdem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine wichtige Rolle: Millennials nennen im Vergleich zu anderen Generationen häufiger die Kinderbetreuung als Grund für eine Reiseabsage. Ein Aspekt, den Unternehmen bei der Reiseplanung berücksichtigen sollten.

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Gen X – Thomas, 49, Leiter Strategisches Projektmanagement: Der Ausgewogene

Thomas reist gerne geschäftlich und nutzt die Möglichkeiten, die sich ihm dabei für seine berufliche Tätigkeit und persönliche Entwicklung bieten.

Er greift für mehr Wohlbefinden auf Geschäftsreisen auch mal auf das Firmenbudget zurück, überdenkt diese Ausgaben jedoch sorgfältiger als Emma und Samir. Dasselbe gilt für sein eigenes Budget: Für besondere Annehmlichkeiten zahlt die Gen X seltener selbst als die Gen Z und Millennials. Sein Reiseverhalten ähnelt dabei oft dem privaten, was daran liegen kann, dass er bereits einen höheren Standard gewohnt ist.

Thomas’ Ansatz spiegelt die Ausgewogenheit seiner Generation wider: Er bleibt an Trends wie der Work-Life-Balance oder neuen Technologien dran, behält aber eine gewisse Skepsis und traditionelle Einstellung bei. Reiseeinschränkungen bewertet er gelassener als jüngere Reisende, was möglicherweise daran liegt, dass er bestimmte Optionen wie nachhaltigere, aber teurere Transportmittel oder Unterkünfte seltener nutzt.

Mitarbeitende der Generation X bilden für Unternehmen eine wichtige Brücke zwischen den Generationen. Sie können sowohl die Bedürfnisse jüngerer Mitarbeitenden nachvollziehen als auch die Ansprüche des Unternehmens. Das macht sie zu einem wertvollen Bindeglied im Geschäftsreisemanagement.

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Baby-Boomer – Susi, 62, Vertriebsleiterin: Die Erfahrene

Im Gegensatz zu ihren jüngeren Kolleginnen und Kollegen sieht Susi Geschäftsreisen primär als Mittel zum Zweck. Sie schätzt persönliche Treffen für ihren geschäftlichen Erfolg, betrachtet Reisen aber nicht als Gelegenheit für zusätzliche Erlebnisse oder Luxus.

Obwohl sie etwas mehr ausgibt als bei privaten Unternehmungen, ist sie deutlich kostenbewusster als jüngere Generationen. Sie legt besonderen Wert auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und versucht ihre eigenen Ausgaben im Blick zu behalten, etwa durch günstigere Mahlzeiten oder den Verzicht auf teure Upgrades.

Bei der Reiseplanung und -buchung steht Susi neuen Technologien oft skeptischer gegenüber als jüngere Reisende. Etwa 65% ihrer Altersgruppe sind offen für KI-gestützte Tools – deutlich weniger als der Durchschnitt. 22% geben sogar an, dass sie sich im Umgang mit KI nie sicher fühlen könnten. Sie wählen ihre Unterkünfte und Transportmittel am liebsten selbst oder schätzen den persönlichen Service eines Reisebüros.

Susis bewusster Umgang mit Ressourcen ist für Unternehmen besonders wertvoll. Jüngere Kolleginnen und Kollegen kann sie für ein ausgewogeneres Reiseverhalten sensibilisieren, während sie sich von ihrem stärkeren Bewusstsein für eine ausgeglichene Work-Life-Balance inspirieren lassen kann. Gleichzeitig benötigt ihre Generation oft mehr Unterstützung bei der Nutzung neuer Reisetechnologien, um von deren Vorteilen zu profitieren.

Generationenübergreifende Trends bei Geschäftsreisen

Alle Generationen sind reisebereit und würden für mehr Komfort eigenes Geld ausgeben, wenn auch in unterschiedlichem Masse. Besonders die Gen Z und Millennials legen Wert darauf und nutzen sowohl eigenes Geld als auch Firmenbudget, um für eine angenehme Reiseatmosphäre zu sorgen. Gleichzeitig versuchen Reisende aller Altersgruppen, ihre Ausgaben zu optimieren, besonders bei der Verpflegung.

Trotz der allgemeinen Reisebereitschaft bleiben Sicherheit und Gesundheit für alle Generationen die Hauptgründe, eine Reise abzusagen. Sie priorisieren ihr eigenes Wohlbefinden und wägen bei der Entscheidung Faktoren wie Ziel, Komfort und persönliche Umstände ab. Dabei haben sie je individuelle Wohlfühlgrenzen. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Unsicherheit im Umgang mit KI-gestützten Reiselösungen: Ein Grossteil fühlt sich hier noch unsicher, wobei jüngere Generationen dem Einsatz offener gegenüberstehen als die Gen X und Baby-Boomer.

Generationenvielfalt als Chance

Die unterschiedlichen Reisepräferenzen der Generationen stellen Unternehmen vor die Herausforderung, flexible Richtlinien zu entwickeln. Diese müssen den Bedürfnissen der Mitarbeitenden gerecht werden und gleichzeitig den Reiseprozess sowie die Ausgaben planbar gestalten, um unerwartete Kosten zu vermeiden. Jede Generation, von der Gen Z bis zu den Baby-Boomern, bringt dabei wertvolle Perspektiven ein.

Erfolgreiches Geschäftsreisemanagement berücksichtigt diese Vielfalt und vereint Effizienz, Kostenkontrolle und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Unternehmen, die es schaffen, die Stärken jeder Generation zu nutzen und generationenübergreifendes Lernen zu fördern, können ihre Reiseprozesse optimieren und von einer engagierteren, produktiveren Belegschaft profitieren. (Business Traveltip)

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