Was hat der Hotelplan-Verkauf der Migros gebracht?

Die Migros hat sich von diversen Geschäftsbereichen inklusive Hotelplan getrennt. Trotz Abschreibungen verzeichnet Migros eine Gewinnsteigerung.
©Migros

Die Migros hat 2024 einen Umsatz von CHF 32.5 Mrd. erzielt, eine Steigerung von 1.8% gegenüber dem Vorjahr. Auch beim Reingewinn konnte die Migros im Vergleich zum Vorjahr deutlich zulegen: Er betrug CHF 419 Mio. gegenüber CHF 175 Mio. im Vorjahr.

Mario Irminger ©MGB FCM

Die Umsatz-Zahlen sehen also – passend zum 100-jährigen Jubiläum der Migros im Jahr 2025 – gut aus, trotz des riesigen Konzernumbaus, das die Migros im letzten Jahr vorgenommen hat. Man wolle sich aufs Kerngeschäft fokussieren, teilte die Migros unter CEO Mario Irminger stets mit und trennte sich von mehreren Geschäftsbereichen.

In der Reisebranche war natürlich der Verkauf der Migros-Tochter Hotelplan in aller Munde. Im Februar wurde schliesslich bekannt, dass Hotelplan an die Dertour Group geht. Neben Hotelplan hat die Migros auch ihre Fachmärkte verkauft.

Fokussierung aufs Kerngeschäft 

Unter dem Kerngeschäft versteht die Migros die Fokussierung auf die vier strategischen Geschäftsfelder Food, Non Food, Finanzdienstleistungen und Gesundheit.

Einen grossen Teil zum Gewinn der Migros beigetragen hat die Migros Bank, die in diesem Jahr mit einem Jahresgewinn von 282 Mio. Franken das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte erzielte.

Auch der Onlinehändler Digitec Galaxus steigerte seinen Umsatz gegenüber Vorjahr um 17.2% auf CHF 2.9 Mrd. und trug ebenfalls zur Umsatzsteigerung der Migros bei. Im Supermarktgeschäft der Migros entwickelte sich der Umsatz mit 12.7 Mrd. und einer Steigerung von 0.3% stabil.

Die Portfolio-Bereinigungen machen sich im Gesamt-Ergebnis bemerkbar: Der Betriebsgewinn wird von Abschreibungen in der Höhe von CHF 440 Mio. belastet. Gemäss Migros entfällt der Grossteil (240 Mio.) davon auf die der Fachmärkte, 90 Mio. auf die Migros Zürich und deren Ausland-Investment, wie Irminger der «NZZ» sagte. 110 Mio. entfielen auf weitere Portfolio-Verkaufsentscheide.

Wie viel hat der Hotelplan-Verkauf gekostet oder eingebracht? 

Hotelplan wird bei den Abschreibungen hingegen nicht explizit erwähnt. Wie sich der Hotelplan-Verkauf finanziell auf die Migros ausgewirkt hat, ist also nicht bekannt. Während der Pandemie bezog Hotelplan zwar Kurzarbeitsentschädigung, jedoch keinen Covid-Kredit oder weitere Gelder (à Fonds perdu). Zur Überbrückung konnte sich Hotelplan von der Migros flüssige Mittel besorgen, und inzwischen auch zurückzahlen.

Ob und allenfalls wie viel die Migros vom Verkauf von Hotelplan unter dem Strich gewonnen hat, ist unbekannt. Der Deal dürfte indes für Dertour ganz ok sein, wenn auch nicht so ‘günstig’ wie damals beim Kuoni-Kauf. Gutes Geld hat die Migros jedoch mit dem Verkauf von Interhome an Hometogo erzielen können.

Fakt bei der Migros ist: Während für Hotelplan, SportX, Melectronics, Bikeworld, Obi, und Micasa neue Eigentümer gefunden wurden, werden die verbleibenden Filialen von Do it + Garden bis Ende Juni 2025 schliessen. Der Verkaufsprozess für Mibelle ist derweil noch nicht abgeschlossen. (TI)