
Der Sommer 2025 sei noch nicht ganz vorbei, auch wenn es das Wetter gerade so aussehen lasse, meinen Oliver Buchhofer, COO Swiss und Stefan Tschudin, COO der Flughafen Zürich an der gemeinsamen Medienkonferenz. Trotzdem lasse sich das Sommerferiengeschäft 2025 bereits resümieren.
In den diesjährigen Sommermonaten reisten so viele Menschen über Zürich wie nie zuvor. Im Juli nutzten über 3,2 Millionen Passagiere den Flughafen Zürich, ein Plus von 4,8% gegenüber dem Vorjahr. Swiss beförderte im Juli 1,8 Millionen Passagiere – zwischen Ende Juni und Mitte August waren es gar knapp über 3 Millionen Gäste und damit 2,4% mehr als 2024.
So viele Passagiere wie seit der Pandemie nicht mehr
In dieser Zeit führte die Airline fast 22’500 Flüge durch, rund 500 mehr als im letzten Sommer. Reisestärkster Tag war für beide Unternehmen der 28. Juli. An jenem Montag erreichten sie neue Höchstwerte: Insgesamt reisten 115’547 Passagiere über den Flughafen Zürich – davon flogen 63’460 Menschen mit Swiss, so viele wie seit der Pandemie nicht mehr.
Die beliebtesten Destinationen im Sommer 2025
Die beliebtesten Destinationen diesen Sommer waren bei Swiss London, Palma de Mallorca und München auf der Kurzstrecke. Die Top-3-Destinationen auf der Langstrecke waren New York, Chicago und Boston. Die Trenddestinationen ab dem Flughafen Zürich waren Palma de Mallorca, Istanbul, Lissabon, Rom, Vancouver und Tokio.
Tiefer Transferanteil auf dem Flughafen Zürich
Der Flughafen Zürich verzeichnete einen tiefen Transferanteil von 26,9% – er funktioniert als sogenannter Hub. Mehrmals täglich treffen hier Wellan an Flugzeugen aus ganz Europa ein und starten kurz darauf wieder in die ganze Welt. Dieses Wellensystem macht Zürich zu einem wichtigen Drehkreuz.
Der Flughafen als Hub
Die Swiss sei in erster Linie auf die Bedürfnisse des Schweizer Marktes ausgerichtet, erklärt Oliver Buchhofer. Allerdings ist die Airline auch auf Umsteigepassagiere angewiesen, da manche Destinationen sonst nicht wirtschaftlich seien.
«Für Swiss ist ein funktionierendes Drehkreuz entscheidend. Nur so können wir unseren Gästen eine attraktive Auswahl an interkontinentalen Zielen bieten und die Schweiz eng mit der Welt verbinden. Die tägliche Anbindung vieler Langstreckendestinationen wäre ohne die Zubringerflüge aus Europa gar nicht möglich», sagt Oliver Buchhofer.

Trotz mehr Passagieren: Pünktlichkeit konnte verbessert werden
Der Flughafen Zürich konnte die Pünktlichkeit gegenüber Vorjahr verbessern: Im Juli lag der Pünktlichkeitswert bei 51%, eine Steigerung zum Vorjahr von 9%. Insgesamt liegt die Pünktlichkeit im Jahr 2025 bisher bei 65%. Deutlich zurück ging die Anzahl Flugbewegungen nach 23 Uhr: Rund 21% weniger Starts und fast 20% weniger Landungen.
Auch Swiss konnte die Pünktlichkeit ihrer Flüge weltweit deutlich steigern. Sie lag im Zeitraum zwischen Ende Juni und Mitte August bei 58,6%, ein Plus von 9,8% gegenüber dem Vorjahr. Zudem konnte Swiss die Zahl kurzfristiger Flugstreichungen fast halbieren.
«Wir dürfen uns noch nicht zufrieden geben»
Die vielen ergriffenen Massnahmen hätten sich ausgezahlt, meint Oliver Buchhofer, merkt aber an: «Wir wissen auch, dass wir uns mit knapp 58,6 Prozent Pünktlichkeit im Hochsommer nicht zufriedengeben dürfen.» Stefan Tschudin und Oliver Buchhofer sind sich einig: Entscheidender Faktor waren die Mitarbeitenden, dessen tägliche Arbeit oft mit unglaublich viel Druck und Flexibilität verbunden sei.
Massnahmen für mehr Pünktlichkeit
Zentrales Instrument bei den Massnahmen sei der Airport Operations Plan (AOP) gewesen. Er stellt beteiligten Partnerinnen und Partnern mobil abrufbare Echtzeitinformationen bereit, von Gate Wechseln bis hin zu Wetterlagen. So können sie schneller auf verschiedene Situationen reagieren – im besten Fall bevor die Passagiere überhaupt etwas merken.
Neu getestet wurde zudem das Target Time Management System (TTMS). Dieses optimiert Ankunftszeiten bei Engpässen und berechnet automatisch die beste Lande-Reihenfolge, um Verspätungen zu reduzieren.
Der Flughafen Zürich hat zudem in Digitalisierung und Automatisierung investiert und mehr Bag-Tag-Automaten bereitgestellt. 60% der lokal abfliegenden Passagiere können die Gepäckabgabe selbstständig erledigen.
Swiss hat die Funktion des Turnaround Managers eingeführt, der Prozesse zwischen Landung und erneutem Abflug eines Flugzeugs koordiniert. Auch wurde für den Flughafen Zürich ein eigener Meteorologe eingeführt, um das Wetter möglichst präzise vorauszusagen.
Grossteil der Verspätungen sind auf externe Faktoren zurückzuführen
Doch die eigenen Massnahmen kommen an ihre Grenzen, wenn die Verspätungen auf externe Faktoren zurückzuführen sind: «Rund 70% der Verspätungen entstehen unter anderem auf Grund von Engpässen bei der Flugsicherung oder wegen Wetterereignissen in ganz Europa», sagt Oliver Buchhofer.
Da der Flughafen Zürich als Hub funktioniert, ist er automatisch auch anfälliger für Verspätungen als andere Flughäfen, die mit Point-to-Point-Verbindungen operieren. Auch sei die Nachtflugregelung im Vergleich zu anderen Flughäfen äussert strikt.
«Trotz schlechteren Rahmenbedingungen gelingt es uns, erfolgreich zu sein», resümiert Stefan Tschudin und richtet auch einen Appell an die Politik: «Dieses Erfolgsmodell sollte man nicht gefährden durch weitere Rahmenbedingungen.» (AL)








