
Die Schweiz zählt auch 2026 zu den reisefreudigsten Nationen der EMEA-Region.
Dies zeigen die Ergebnisse der ‘EMEA Consumer Travel Survey 2026’ der globalen Unternehmensberatung Alix Partners. Für die Studie wurden mehr als 10’000 Konsument*innen in sieben Ländern befragt, darunter über 1’000 in der Schweiz.
71% der Schweizer Konsument*innen planen, in diesem Jahr gleich viel oder mehr Geld für Reisen und Ferien auszugeben. In einkommensstarken Haushalten beabsichtigen sogar 44%, ihre Reiseausgaben zu erhöhen –deutlich mehr als im europäischen Durchschnitt (32%). Reisewillige in Deutschland, Frankreich oder Grossbritannien planen deutlich zurückhaltender.

«Reisen und Ferien sind für viele Schweizer Bevölkerung ein wichtiger Bestandteil des Lebensstils, auch in wirtschaftlich und geopolitisch anspruchsvolleren Zeiten», sagt Beatrix Morath, Country Head Schweiz sowie Co-Leader für die DACH-Region bei Alix Partners.
Die Experten würden generell eine klare Verschiebung hin zu selektiverem Konsum beobachten: Statt häufiger zu verreisen, investieren viele gezielt in hochwertige Erlebnisse.
‚Weniger, dafür besser‘
Rund zwei Drittel geben EMEA-weit an, eher die Anzahl ihrer Reisen zu reduzieren oder gezielt nach attraktiven Angeboten zu suchen, statt bei der Qualität oder beim Erlebnischarakter ihrer Ferien merkliche Abstriche zu machen.
Der Preis ist in der Schweiz für 50% der Teilnehmenden Hauptauslöser für einen Anbieterwechsel. Sehr wichtig ist allerdings auch die Servicequalität, in der Umfrage mit 23% als zweitwichtigster Faktor ausgewertet. Nachhaltigkeitsaspekte spielen im Vergleich zu den Vorjahren in der Schweiz eine geringere Rolle, insbesondere wenn ein Preisaufschlag verlangt wird.
Digitalisierung und KI werden rasant wichtiger
In der Schweiz sind Online-Reisebüros (OTA) mit 37% aktuell der führende Buchungskanal, Direktbuchungen folgen jedoch mit 34% nur knapp dahinter. Schweizer Betreiber haben damit eine besonders gute Ausgangsbasis, um direkte Kundenbeziehungen auszubauen.
Über alle Länder hinweg buchen die meisten Reisenden ihre Ferien inzwischen digital. Online-Reiseplattformen sind beliebt, doch auch Direktbuchungen bei Airlines und Hotels gewinnen an Bedeutung.
Zur Zahlung nutzen fast zwei Drittel in der EMEA-Region vornehmlich einfache, nahtlos funktionierende digitale Payment-Systeme. Besonders hohe Zuwächse verzeichnen digitale Tools mit unmittelbarem Nutzwert, etwa Online-Payments, Mobile Apps sowie Anwendungen auf Basis von KI.
Einen deutlichen Anstieg beobachtet Alix Partners bei der Nutzung KI-gestützter Tools entlang der Customer Journey: Der Anteil derjenigen, die sich von KI-Anwendungen bei der Reiseplanung unterstützen lassen, ist innerhalb eines Jahres von 27% auf 42% gestiegen. Die Schweiz nimmt hier eine Vorreiterrolle ein – bereits 2025 nutzen 51% hierzulande KI im Reisezusammenhang; 2024 lag der Wert noch bei 38%.
Für Schweizer Reiseanbieter bedeutet diese Entwicklung: Die Kund*innen haben hohe Erwartungen an digitale und KI-gestützte Services. Dementsprechend müssen auch die Anbieter ihre KI-Integration vorantreiben, wenn sie sich entlang der Customer Journey differenzieren wollen. Denn vor allem für junge als auch mittelalte Zielgruppen sind diese Optionen bereits heute ein selbstverständlicher Bestandteil der Reiseplanung.
Fokussierung auf Kundenerwartungen entscheidend
Alix Partners sieht die Umfrageergebnisse als wichtigen Impulsgeber für Reiseanbieter: «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das Angebot konsequent an veränderte Kundenerwartungen anzupassen und spezifische Stärken klar herauszuarbeiten», sagt Morath.
Angeraten sei ein noch dynamischeres, aber Kundensegment-differenziertes Preismanagement, um schnell auf die Entwicklungen im Markt reagieren zu können, dabei jedoch pauschale Rabatte zu vermeiden. Zentral sei zudem die Optimierung der gesamten digitalen Customer Journey – von Inspiration und Planung bis hin zur Buchung und Betreuung vor Ort. (TI)








