Wird 2024 das Jahr der ökologischen und sozialen Wende?

Eine Studie zeigt, wie die Reisebranche Nachhaltigkeitsinitiativen einbindet.
Nachhaltigkeit
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Nach der Klimakonferenz COP28 in Dubai richtet sich die Aufmerksamkeit der Welt auf die Massnahmen für eine nachhaltigere Welt. Neben globalen Zielen fordern Reisende zunehmend, dass die Reiseerlebnisse mit ihren Werten und Erwartungen in Bezug auf Nachhaltigkeit übereinstimmen.

Vor diesem Hintergrund gab Amadeus eine Umfrage unter 896 leitenden Entscheidungsträgern im Bereich Nachhaltigkeit in neun Märkten und sieben Business-Segmenten der Reisebranche in Auftrag, um einen Einblick in die ESG-Ambitionen, Prioritäten und Herausforderungen der Unternehmen zu erhalten. Die Studie zeigt, dass die globale Reisebranche optimistisch ist, das von der UNWTO vorgeschlagene Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erfüllen.

89% der ESG-Entscheidungsträger sind überzeugt, dass die Branche ihr Ziel erreichen kann. Davon glauben 36%, dass es ohne Anpassungen machbar ist, während 53% der Meinung sind, dass es zwar möglich ist, aber der Fortschritt dringend beschleunigt werden muss.

Der Schlüssel dazu ist die Konzentration auf das Handeln. 90% der Befragten verfügen über eine Strategie zur schrittweisen Erreichung ihrer ökologischen Nachhaltigkeitsziele oder planen die Umsetzung einer solchen Strategie bis 2024.

94% der Befragten engagieren sich derzeit oder planen, sich aktiv an sozialen Nachhaltigkeitsinitiativen zu beteiligen, die über das eigene Unternehmen hinaus wirken. Dieses Engagement geht einher mit höheren Investitionen: 46% der Befragten rechnen damit, 2024 mehr zu investieren als im Vorjahr.

Trotz des Optimismus wurden in der Studie Hindernisse für die Umsetzung von Initiativen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance festgestellt:
• 40% nannten die Kosten als grösstes Hindernis für ein Engagement im Umweltschutz, gefolgt von mangelnder Technologie und fehlendem Wissen (30%) sowie der Zustimmung der Unternehmensleitung (25%).
• Zu den grössten Hindernissen für soziale Initiativen gehören fehlende Technologie (32%), Kosten (31%), fehlendes Wissen (28%) und die Zustimmung der Unternehmensleitung (27%).
• Als Hindernisse für Governance-Initiativen werden unter anderem mangelnde Kenntnisse (31%), Kosten (31%), fehlende Technologie (29%) und die Zustimmung der Unternehmensleitung (25%) genannt.

Die Studie unterstreicht insbesondere die klare und anerkannte Rolle der Technologie bei der Verwirklichung der Branchenziele. 92% der Befragten gaben an, dass Technologie wichtig ist, um Unternehmen bei der Erreichung ökologischer Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. 91% gaben dasselbe für soziale Ziele an. Künstliche Intelligenz und virtuelle Realität waren besonders wichtig:
• 33% der Befragten nannten generative KI-Initiativen als die Technologie mit dem grössten Potenzial, die ökologische Nachhaltigkeit zu beschleunigen, da sie Reisende während der gesamten Reise über nachhaltigere Optionen informieren kann.
• 31% gaben an, dass Technologien zur Verbesserung der betrieblichen Effizienz sowie der Zugang zu Daten für eine echte Personalisierung wichtig seien.
• 38% sagten, dass sie dazu beitragen können, den sozialen Fortschritt voranzutreiben, indem sie den barrierefreien Zugang zu Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, an Flughäfen oder auf Flügen durch integrierte Technologie verbessern.

Damit die Branche ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen kann, bleibt noch einiges zu tun. 37% der ESG-Entscheidungsträger räumten ein, dass mehr technologische Lösungen erforderlich sind. Diejenigen, die es für unwahrscheinlich hielten, dass sie ihre Ziele innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens erreichen würden, betonten die Notwendigkeit einer weiteren Zusammenarbeit innerhalb der Branche (33%). (TI)