
Die World Travel Agents Associations Alliance (WTAAA) übt scharfe Kritik an einem kürzlich gefällten Entscheid der International Air Transport Association (IATA).
Demnach sollen bis Mitte 2026 in allen BSP-Märkten weltweit einheitliche, kürzere Abrechnungs- und Zahlungsfristen für Reisebüros eingeführt werden. Damit entfällt die bisherige Möglichkeit, auf lokaler Ebene über sogenannte Agency Programme Joint Councils (APJC) angepasste Lösungen festzulegen.
Ausschliesslich Airlines entschieden
Bisher konnten diese paritätisch besetzten Gremien aus lokalen Airlines und IATA-akkreditierten Reisebüros die Abrechnungszyklen und Remittance-Termine an nationale Zahlungsgepflogenheiten und Marktgegebenheiten anpassen. Mit dem Entscheid der Passenger Agency Conference, der ausschliesslich von Airline-Vertretern getragen wurde, soll diese lokale Flexibilität nun aufgehoben werden.

Nach Einschätzung der WTAAA führt die starre Vereinheitlichung dazu, dass Reisebüros Kundengelder in grösserem Umfang vorfinanzieren müssen. Insbesondere bei Firmenkunden und Grossvolumen-Geschäften müssten Agenturen Zahlungen an Airlines leisten, bevor die Endkunden ihre Rechnungen beglichen haben. Dies erhöhe den finanziellen Druck auf die Reisebüros erheblich und berücksichtige weder nationale Zahlungskulturen noch etablierte Geschäftsmodelle.
Zudem sieht die WTAAA in dem Entscheid ein strukturelles Governance-Problem bestätigt. Während Airlines in der Passenger Agency Conference verbindliche Beschlüsse fassen, verfügen Reisebüros lediglich über eine beratende Rolle.
Die Abschaffung der lokalen Flexibilitätsklausel werde als Beispiel dafür gewertet, wie globale Entscheide ausgewogene, lokal ausgehandelte Lösungen aushebeln können.
WTAAA-Exekutivdirektor Otto de Vries fordert daher eine Rückkehr zu einem System, das lokalen APJC weiterhin erlaubt, Remittance-Fristen gemäss den jeweiligen Marktbedingungen festzulegen. Gleichzeitig appelliert die Allianz an IATA und ihre Mitgliedsairlines, den Dialog mit den Reisebüro-Verbänden zu intensivieren und partnerschaftliche Lösungen zu suchen. (TI)








