
Frank Barth, Urgestein von Glur Reisen in Basel, begrüsste Mitte Februar 26 Branchenprofis aus der ganzen Schweiz im Radisson blu Hotel in der Stadt am Rheinknie und versprach neben einem ausgiebigen Brunchbuffet spannende Einblicke in die Welt der Hurtigrute und verschiedenen Expeditionen.
Seine erste Gastreferentin Pia Kuusisto, Head of Sales DACH von Havila Voyages, war aus Düsseldorf angereist, um den Schweizer Reisfachleuten ihre Schiffsreisen auf der seit 130 Jahren befahrenen, legendären Hurtigrute entlang der norwegischen Küste schmackhaft zu machen.
34 Häfen mit 4 Schiffen
Seit 2022 bedient Havilla im Auftrag der norwegischen Regierung als zweiter Anbieter neben Hurtigruten die traditionelle Postschiffroute entlang der Küste von Bergen via Trondheim, Tromsö und Nordkap bis hoch nach Kirkenes.
Insgesamt 34 Häfen laufen die vier topmodernen und praktisch baugleichen Havila-Schiffe Polaris, Pollux, Capella und Castor dabei an – entweder one way in sieben Tagen «nur» nach Norden fahrend, oder den kompletten Umlauf mit Rückfahrt in 12 Tagen.
Die Plug-In-Hybdridschiffe entsprechen neusten Umweltvorschriften und fahren ausschliesslich mit LNG oder praktisch geräuchlos im Batteriebetrieb. Die 179 Kabinen in vier Kategorien könnten theoretisch bei maximaler Auslastung zwar bis zu 600 Gäste fassen – die Schiffe gelten aber mit 250-300 Passagieren als ‘ausgebucht’ – was eine gewisse Privacy garantiert.
ÖV und Kreuzfahrtschiff in einem
«Wir sind ein Hybrid aus staatlich subventioniertem öffentlichem Verkehrsmittel im Linienverkehr und Kreuzfahrtschiff», erklärt die Verkauschefin DACH der norwegischen Reederei mit Sitz in Fosanavåg bei Alesund, gegenüber TRAVEL INSIDE.
Deshalb sei an Bord auch nicht das von den grossen Unterhaltungsreedereien gewohnte Show- und Entertainment-Programm zu erwarten, dies beschränke sich eher auf «kleinere und spontane Events, wie die beliebte ‘Polartaufe’». Das Foodkonzept bei Havila sieht keine Buffets vor, sondern ausschliesslich servierte Mahlzeiten, womit man grosse Erfolge gegen Foodwaste erzielen und diesen auf ein absolutes Minimum von lediglich 58 gr. pro Person reduzieren konnte – ein Spitzenwert.
Nicht Luxus, sondern Nachhaltigkeit
Ein völlig anderes Tätigkeitsfeld bespielt die Reederei des zweiten Referenten. Stefan Kuhl, Business Development Mananger DACH bei HX Hurtigruten Expeditions, präsentierte seine spannenden Expeditions-Seereisen als «Leaders in Mindful Adventures», und erklärte seinem interessierten Publikum umgehend auch, dass seine Reederei trotz – oder ausser des Namens – «absolut gar nichts mit der norwegischen Küstenrute gemeinsam habe.»
Seit 2002 bedient HX Expeditions nämlich mit ihrer Flotte von fünf Hybrid-Expeditionskreuzfahrtschiffen rund 250 Destinationen in 30 Ländern – meist «dahin, wo es kalt und auch mal rau ist», wie er anfügt.
Damit meint er etwa die grenzenlose Eismasse Grönlands, gewaltige Eisberge in Spitzbergen, das Paradies der Königspinguine auf den Falklandinseln, die legendäre Nordwestpassage, die mystische Andenküste, der geschichtsträchtige Panamakanal – diese und viele weitere Höhepunkte versprechen seine Expeditionsreisen von HX Expeditions.
Auch auf den Schiffen von HX Expeditions sucht man vergeblich nach glamourösen Bord-Shows oder Entertainment-Overkill. «Das Entertainmentprogramm spielt sich vor den Fenstern ab», formuliert es Kuhl treffend. Die Kulisse, die man befahren darf, ist der Star – drum sieht sich die Reederei im Gegensatz zu Mitbewerbern bewusst nicht als Luxusprodukt, sondern primär als nachhaltiges, annehmliches Boutique-Hotel im 4-Sterne Segment.
1’800 Freinächte für Forscher
«Expeditionscharakter mit echten Forschern, das Naturerlebnis, die Nachhaltigkeit und das Bewusstsein, die wunderbaren Flecken Erde, die man so hautnah kennenlernen und befahren darf, und auch die Wichtigkeit des Schutzes dieser Refugien stehen bei HX Expeditions im Fokus», erklärt Stefan Kuhl, und legt einige spannende Anekdoten aus eigener Erfahrung nach.
Forscher dürfen teils kostenfrei mit den HX Schiffen an Orte oder in Zielgebiete mitfahren, wo sie für ihre Forschungen ansonsten nur sehr schwerlich selbst hinkommen würden. «1’800 Freinächte stellen wir Wissenschaftlern so jährlich zur Verfügung – unser Beirag zum Erhalt und zur Unterstützung dieser wunderbaren Plätze. Im Gegenzug berichten dann diese Forscher in Vorträgen den Passagieren an Bord von ihrer Arbeit», hebt Kuhl hervor.
Positives Feedback
Die 26 Reiseprofis, aus der ganzen Schweiz für dieses interessante Seminar nach Basel gereist, sind sehr zufrieden und nutzen auch nach dem offiziellen Teil den Smalltalk mit den Protagonisten rege. Stellvertretend zeigen sich speziell Cornelia Ruch, aus dem Wallis angereist, von der Reisestube Brig der Zerzuben Touristik, und TPS-Vorstandsmitglied Koni Koelbl, Inhaber von Travel Solutions in Bremgarten bei Bern, gegenüber TRAVEL INSIDE auf Nachfrage sehr begeistert.

«Für mich war es das erste Seminar von Glur, und ich fand es sehr informativ», lässt sich das Reisebranchen-Urgestein Kölbl zitieren. Auch Cornelia Ruch nimmt als Reiseberaterin «wertvolle Inputs für den Verkauf dieser tollen Produkte mit heim ins Wallis».
Christoph Fontanive, Basel








