Sorgfaltspflicht: Zunehmender Druck für Arbeitgeber

Wachsende Sicherheitsbedenken beeinträchtigen den Geschäftsreiseverkehr.
©Clickerhappy/Pixabay

Eine im Vorfeld der ‘Business Travel Show Europe’, die nächsten Monat in London stattfindet, veröffentlichte Studie befragte 192 Reise- und Beschaffungsfachleute aus ganz Europa und kam zu dem Ergebnis, dass die internationale Instabilität derzeit die Strategien für Geschäftsreisen neu prägt.

Fast die Hälfte der Fachleute für Geschäftsreisen gab an, dass geopolitische Spannungen im Jahr 2026 nun ihre grösste Sorge seien und damit zum ersten Mal seit Jahren die Kosteneinsparungen überholt hätten. Sie äusserten Bedenken hinsichtlich instabiler Grenzsituationen, gestrichener Flugverbindungen, steigender Treibstoffkosten und sich rasch ändernder staatlicher Richtlinien, während Unternehmen damit zu kämpfen haben, die zunehmend unvorhersehbaren Reisebedingungen zu bewältigen.

Geopolitische Instabilität wird zu einem grossen Problem

Fast 47% der Befragten nannten geopolitische Spannungen als die grösste Herausforderung für Reiseprogramme in diesem Jahr. Diese Bedenken kommen zu einer Zeit, in der Fluggesellschaften in ganz Europa weiterhin mit Beeinträchtigungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten und stark steigenden Treibstoffpreisen konfrontiert sind, was zu Flugausfällen, Umleitungen und höheren Flugpreisen führt.

Louis Magliaro, Executive Vice President der BTN Group, die die Reisemesse organisiert, erklärte, die weltweite Instabilität sei für Arbeitgeber, die reisende Mitarbeiter betreuen, zu einer alltäglichen operativen Herausforderung geworden. «Diese Daten decken sich mit der allgemeinen Einschätzung der Branche, dass die weltweite Instabilität kein Hintergrundrisiko mehr ist, sondern eine tägliche operative Variable.»

Er erklärte, der Konflikt im Nahen Osten habe den Druck auf Reiseteams in ganz Europa verstärkt. «Allein der Konflikt im Nahen Osten hat Notfallrückführungen, einen allgemeinen Anstieg der Flugpreise, Stornierungen, Umleitungen, Reiseverbote und eine erhöhte Angst unter Reisenden ausgelöst. Es ist ein sich täglich veränderndes Minenfeld, das Reisemanager auf Trab hält.»

Steigende Kosten belasten Arbeitgeber zusätzlich

Die Umfrage zeigte zudem eine wachsende Besorgnis über steigende Reisekosten und schrumpfende Budgets.

Mehr als ein Drittel der Befragten nannte steigende Flugpreise, Hotelkosten und Kosten für den Bodentransport als ihre grössten Belastungen, während fast ein Viertel angab, dass es zunehmend schwieriger geworden sei, den Reisebedarf mit knapperen Budgets in Einklang zu bringen.

Jeder fünfte Befragte nannte zudem wachsende Sorgfaltspflichten und die Volatilität von Reisrisiken als wesentliche Sorgen für das Jahr 2026. Die Daten deuten darauf hin, dass Arbeitgeber zunehmend gezwungen sind, die Sicherheitserwartungen der Mitarbeiter mit finanziellem Druck und betrieblichen Anforderungen in Einklang zu bringen.

Technologische Veränderungen sorgen für Verwirrung

Reisefachleute berichteten zudem von Unsicherheiten hinsichtlich sich weiterentwickelnder Technologiesysteme und KI-Tools im Geschäftsreisebereich. Zu den Bedenken zählten fragmentierte Buchungssysteme der Fluggesellschaften, uneinheitliche Vertriebsstandards und Schwierigkeiten bei der Integration neuer Reisetechnologien in bestehende Plattformen.

Magliaro sagte, viele Unternehmen hätten Schwierigkeiten, sich an die rasanten Veränderungen in der Branche anzupassen. «Die Botschaft der Reiseeinkäufer ist hier sehr klar: Während KI und moderne Vertriebskanäle einen Wandel versprechen, haben viele Unternehmen Mühe, sich in fragmentierten Inhalten, uneinheitlichen Standards und veralteten Technologiesystemen zurechtzufinden, die sich nicht integrieren lassen.»

Die Umfrage ergab zudem eine unerwartete mangelnde Besorgnis hinsichtlich Cybersicherheit und grenzüberschreitender Datenschutzrisiken: Kein Befragter wählte eines dieser Themen als eine seiner grössten Herausforderungen, obwohl Unternehmen weltweit mit wachsenden digitalen Bedrohungen konfrontiert sind.

Die Sicherheit der Mitarbeiter wird zur strategischen Priorität

Die Untersuchung legt nahe, dass die Fürsorgepflicht bei der Planung von Geschäftsreisen zunehmend an Bedeutung gewinnt, da Unternehmen auf wachsende Unsicherheit und Ängste der Reisenden reagieren. Notfallplanung, das Wohlbefinden der Mitarbeiter und die Risikoüberwachung in Echtzeit gewinnen an Bedeutung, da Reiseunterbrechungen immer schwerer vorhersehbar sind.

Magliaro sagte, dass Unternehmen angesichts der zunehmenden Instabilität gezwungen seien, ihr Reisemanagement zu überdenken. «Die Daten aus unserem jährlichen Einkäuferbericht machen eines deutlich: 2026 ist ein entscheidendes Jahr für Geschäftsreisen. Externe Schwankungen verändern die Strategie, die Kosteninflation definiert Budgets neu und die Erwartungen der Reisenden steigen rapide, was es für Reiseprogramme schwierig macht, sich an die Nachfrage anzupassen.»

(Business Traveltip)

Business Traveltip News

Business Traveltip News

Die Business Traveltip News erscheinen jeden Donnerstag und liefern Ihnen schnell und umfassend die wichtigsten News aus der Businesstravel-Welt.

Email Address