Europäische Hotelverbände stärken Zusammenarbeit

Austausch über zentrale Herausforderungen der Beherbergungsbranche.
©Hotellerie Suisse

Auf Einladung von Hotelleriesuisse besuchte die Verbandsleitung von HOTREC, dem europäischen Dachverband des Gastgewerbes und der Beherbergungsbranche, die Schweiz. Gemeinsam mit Vertretern von Gastrosuisse diskutierten die Teilnehmenden aktuelle Herausforderungen und Chancen der europäischen Beherbergungsbranche. Ziel des Treffens war es, Erfahrungen auszutauschen, Lösungsansätze zu vergleichen und die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zu stärken.

Im Mittelpunkt standen Themen, die viele Länder gleichermassen beschäftigen. Dazu zählen der Fachkräftemangel, digitale Buchungsplattformen sowie politische Rahmenbedingungen zur Förderung des Tourismus.

«Der direkte Austausch innerhalb des europäischen Netzwerks ermöglicht es, voneinander zu lernen, neue Perspektiven zu gewinnen und gemeinsame Interessen wirkungsvoll zu vertreten», sagte Christian Hürlimann, Direktor von Hotelleriesuisse.

Reduzierter Mehrwertsteuersatz als Standortfaktor

Ein wichtiges Thema aus Schweizer Sicht war die Zukunft des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Beherbergungsleistungen. Da in den meisten europäischen Staaten ebenfalls ein ermässigter Satz für Übernachtungen gilt, wird dieser auch von HOTREC als bedeutender Wettbewerbsfaktor betrachtet. Für die Schweiz als Hochpreisland sei der reduzierte Mehrwertsteuersatz ein wichtiger Beitrag zur internationalen Konkurrenzfähigkeit der Hotellerie.

Faire Bedingungen im Online-Buchungsmarkt

Intensiv diskutiert wurden zudem die Entwicklungen im Online-Buchungsmarkt. Im Zentrum standen Fragen zu Preisunterbietungen, mangelnder Transparenz bei Rankings, der Erreichbarkeit von Plattformanbietern sowie unternehmerischen Freiheiten. Vor dem Hintergrund der von HOTREC initiierten Klage gegen Booking.com, an der sich auch zahlreiche Schweizer Beherbergungsbetriebe beteiligen, wurde die Bedeutung eines koordinierten Vorgehens auf europäischer Ebene hervorgehoben.

«Gerade bei Problemfeldern im Bereich des Online-Buchungsmarktes ist es sinnvoll, gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln und so faire Wettbewerbsbedingungen zu fördern», erklärte Martin von Moos, Präsident von Hotelleriesuisse.

Bildung als Antwort auf den Fachkräftemangel

Auch der anhaltende Fachkräftemangel war ein zentrales Diskussionsthema. Die Schweizer Delegation stellte dabei insbesondere den Stellenwert der Aus- und Weiterbildung vor. Über den Landes-Gesamtarbeitsvertrag (L-GAV) werden absolvierte Aus- und Weiterbildungen lohnseitig honoriert, um die Attraktivität der Branche zu erhöhen. Ergänzend besuchte die Delegation die EHL Hospitality Business School in Lausanne und erhielt Einblicke in das Schweizer Bildungssystem.

Einblick in das politische System der Schweiz

Neben den Branchenthemen stand auch das politische System der Schweiz auf dem Programm. Nationalrat und STV-Präsident Reto Nause führte die Delegation durch das Bundeshaus und erläuterte die Grundzüge des Schweizer politischen Systems.

Europäische Zusammenarbeit gewinnt an Bedeutung

Zum Abschluss betonten die Beteiligten die wachsende Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit. Der Besuch des HOTREC-Exekutivkomitees habe gezeigt: Trotz unterschiedlicher politischer Systeme, Marktbedingungen und nationaler Lösungsansätze ist der europäische Austausch für die Beherbergungsbranche von grosser Bedeutung.

«Gerade in einem zunehmend internationalen Marktumfeld gewinnen gemeinsame Lösungsansätze und eine enge Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg weiter an Gewicht», erläutert Alexandros Vassilikos, Präsident von HOTREC. (MICE-tip)