
Künstliche Intelligenz ist im Schweizer Tourismus keine Zukunftsvision mehr, sondern bereits produktiv im Einsatz. Beim Event ‘Future Unfolding’ an der ETH Zürich standen konkrete KI-Anwendungen im Fokus, die Mitarbeitende im Arbeitsalltag spürbar entlasten.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Basel Tourismus gemeinsam mit Aumera AI. Rund 80 Fachpersonen erhielten Einblick in konkrete Anwendungen, die Arbeitsprozesse beschleunigen und Freiräume für strategische Aufgaben schaffen sollen.
Im Zentrum standen die KI-Agenten Eve, Joy und Sonny, die bereits bei Tourismusorganisationen in der Deutschschweiz, im Engadin und im Tessin eingesetzt werden.
Das Projekt wurde von Basel Tourismus und Aumera AI initiiert und durch das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO im Rahmen von Innotour finanziert. Aktuell beteiligen sich 15 touristische Organisationen, die gemeinsam bedarfsgerechte Anwendungen entwickeln und diese anschliessend untereinander teilen.
Die live präsentierten Use Cases zeigten, wie KI-Agenten insbesondere repetitive Aufgaben in der Gästekommunikation und in internen Workflows übernehmen. Prozesse, die früher mehrere Tage dauerten, lassen sich heute in wenigen Minuten abwickeln.
Dabei kommen unterschiedliche Agenten mit klar definierten Rollen zum Einsatz: Eve automatisiert Anfragen, Content-Planung und Newsletter, Sonny unterstützt im Sales-Bereich bei Offerten und Reiseprogrammen, während Joy Dialogformate begleitet und Inhalte verständlich aufbereitet.
Der menschliche Faktor bleibt zentral
Trotz Automatisierung verbleibt die inhaltliche Kontrolle weiterhin bei den Mitarbeitenden. Sie steuern den KI-Einsatz über klare Vorgaben und übernehmen die finale Freigabe. In der anschliessenden Paneldiskussion wurde auch der Einfluss von KI auf zukünftige Berufsbilder thematisiert.
Dominic Stöcklin, Head of Marketing bei Basel Tourismus, betonte, dass KI zwar Aufgaben verändere, der menschliche Faktor im Tourismus jedoch zentral bleibe. Durch die Delegation strukturierter Abläufe entstehe Raum für Innovation und neue Projekte.
Neben den Chancen wurden auch die Voraussetzungen für einen erfolgreichen KI-Einsatz diskutiert. Michael Koch, Gründer von Aumera AI, hob hervor, dass nicht die Technologie allein entscheidend sei, sondern die Qualität der eingespeisten Inhalte sowie die sinnvolle Integration in bestehende Prozesse. KI-Agenten könnten ihr Potenzial nur entfalten, wenn sie mit strukturierten und relevanten Informationen arbeiten.
Einigkeit herrschte auch über die Bedeutung des branchenweiten Austauschs. Christoph Schlumpf, Programmleiter Innotour beim SECO, verwies darauf, dass gemeinsames Lernen im Umgang mit KI zentrale Voraussetzung für praxistaugliche Lösungen sei. Das Wachstum des Projekts von ursprünglich 6 auf heute 15 Organisationen zeige, wie gross das Interesse und der Nutzen kooperativer Ansätze sei. (MICE-tip)



