HF Thun will Fachkräftemangel bekämpfen

Ab 2027 bietet die Hotelfachschule nur noch berufsbegleitende Programme an.
©Hotelfachschule Thun

Die Hotelfachschule Thun setzt sie 2027 vollständig auf Studiengänge ohne Arbeitsunterbruch. Künftig werden alle Programme ausschliesslich berufsbegleitend angeboten.

Dieser Schritt soll ein Signal an die Schweizer Bildungslandschaft senden: Wie können Fach- und Führungskräfte weitergebildet werden, ohne sie für mehrere Jahre aus dem Arbeitsmarkt zu nehmen?

Lernen und arbeiten gleichzeitig

Im Schweizer Arbeitsmarkt steht das Thema Fachkräftemangel seit Jahren weit oben auf der Agenda. Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) fehlten 2025 in der Schweiz über 110’000 qualifizierte Arbeitskräfte. Besonders stark betroffen sind Branchen wie das Gastgewerbe, das Gesundheitswesen, die IT-Branche und der Handwerkssektor.

Raphaël Gaudart, Schulleiter Hotelfachschule Thun ©zVg

Traditionelle Vollzeitweiterbildungen begünstigen das Problem, da sie oft einen längeren Berufsunterbruch verlangen. Deshalb setzt die Hotelfachschule Thun auf das Modell der berufsbegleitenden Weiterbildung. Studierende bleiben während der gesamten Ausbildung berufstätig und arbeiten meist 50% bis 70%. Raphaël Gaudart, Site-Manager und Schulleiter, sagt: «Qualifizierte Mitarbeitende werden heute und nicht erst nach dem Studienabschluss benötigt. Weiterbildung muss Teil der Lösung sein und darf den Fachkräftemangel nicht verschärfen.»

Vorteile für Unternehmen und Wirtschaft

Gemäss einer Studie von Swissuniversities aus 2025 wünschen sich 72% der Berufstätigen in der Schweiz mehr berufsbegleitende Bildungsangebote. Der Verzicht auf Vollzeitmodelle kann dem Entgegenkommen und den Fachkräftemangel über Branchengrenzen hinweg lindern.

Für Unternehmen bedeutet dieses Modell eine unmittelbare Entlastung. Beschäftigte bleiben im Betrieb, bringen kontinuierlich neues Wissen mit und setzen es sofort in der Praxis um. (MICE-tip)