Hotellerie Suisse lehnt beide Volksinitiativen ab

Beide Volksinitiativen, über die am 30. November abgestimmt wird, würden aus Sicht der Branche Risiken bergen, so der Branchenverband.
Christian Hürlimann, Direktor von Hotellerie Suisse ©Hotellerie Suisse

Die Regionalverbandskonferenz von Hotellerie Suisse, bestehend aus der Verbandsleitung und den Präsidien der Regionalverbände, hat zu beiden Vorlagen für die November-Abstimmung die NEIN-Parole gefasst.

«Beide Initiativen würden die Rahmenbedingungen für die Beherbergung verschlechtern und die Investitionsbereitschaft der Betriebe mindern», sagt Christian Hürlimann, Direktor von Hotellerie Suisse und ergänzt: «Beide Vorlagen schaffen neue Probleme anstatt Lösungen und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz».

Die Schweiz müsse zu ihrem Wirtschaftsstandort Sorge tragen und vor allem die grosse Vielfalt an kleinen und mittleren Unternehmen schützen. Sie würden das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft und des Wohlstandes bilden, betont der Branchenverband.

«Hohe Erbschaftssteuer gefährdet Familienbetriebe»

Die JUSO-Initiative fordert eine Besteuerung von 50% auf Nachlässe und Schenkungen über CHF 50 Millionen. Die Einnahmen sollen in den Klimaschutz investiert werden. Hotellerie Suisse lehnt dies ab.

«Familiengeführte Beherbergungsbetriebe, die über Generationen hinweg in ihr Unternehmen und die Immobilien investiert haben, könnten durch die hohe Erbschaftssteuer in ihrer Existenz bedroht werden. Eine solche Steuer könnte den Generationenwechsel erschweren oder gar verunmöglichen. Damit würde die Vielfalt der Beherbergungslandschaft geschwächt», argumentiert Hotellerie Suisse.

«Dienstpflicht für alle verschärft Fachkräftemangel»

Hotellerie Suisse lehnt auch die «Service-Citoyen-Initiative» ab. Die Beherbergungsbranche sei bereits heute stark vom Fachkräftemangel betroffen. Eine zusätzliche Dienstpflicht für alle, wie sie die Initiative vorsieht, würde die Situation weiter verschärfen, insbesondere weil Frauen – die mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden stellen – neu einer Dienstpflicht unterstellt wären, so der Branchenverband.

«Unsere Branche ist mitarbeitenden intensiv und hat bereits jetzt Mühe, alle notwendigen Stellen zu besetzen. Die Initiative würde den Fachkräftemangel verschärfen und die Wettbewerbsfähigkeit vieler Betriebe bedrohen», betont Christian Hürlimann. Zudem könne die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht zu erheblichen Kosten für die öffentliche Hand führen, ohne dass die gewünschten gesellschaftlichen Effekte erzielt werden, argumentiert der Branchenverband weiter. (MICE-tip)