
Der Bergsturz von Blatten hat im Lötschental nicht nur grosse Teile des Dorfes zerstört, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf den Tourismus hinterlassen.
Unter anderem gingen drei Hotels verloren, während das Hotel Fafleralp und der nahegelegene Campingplatz aufgrund der fehlenden Erreichbarkeit geschlossen werden mussten.
Um die verlorenen Übernachtungskapazitäten möglichst rasch zu ersetzen, wurden inzwischen mehrere Projekte lanciert. Die Schweizer Berghilfe unterstützt drei davon.
Neues Hotel in Ferden
Einen Neustart wagen Daniel und Karin Ritler. Das Ehepaar verlor beim Bergsturz seinen Landwirtschaftsbetrieb und einen bedeutenden Teil seines Landes. In Ferden haben die beiden ein leerstehendes Hotel gekauft, das derzeit saniert wird.
Unter dem Namen Zeitlos soll dort ein kleines Hotel mit zehn individuell eingerichteten Zimmern entstehen, das sich ganzjährig an Naturliebhaber richtet. Die Totalsanierung kostet rund CHF 1,8 Mio. Die Schweizer Berghilfe beteiligt sich mit CHF 329’000 am Projekt.
Lodge auf der Lauchernalp
Bereits eröffnet ist die Lodge Momentum auf der Lauchernalp. Zwei der vom Bergsturz betroffenen Hotelfamilien bauten sich damit eine neue Existenz auf. Das temporäre Hotel nahm im Dezember 2025 und damit nur sieben Monate nach dem Bergsturz den Betrieb auf.
Die Investitionskosten beliefen sich auf rund CHF 4,7 Mio., wovon die Schweizer Berghilfe CHF 500’000 übernahm. Laut Mitinhaberin Esther Bellwald kehren die bisherigen Stammgäste langsam zurück, die Auslastung liege jedoch noch nicht auf dem gewünschten Niveau.
Ein Problem sei dabei ausgerechnet die Rücksichtnahme der Schweizerinnen und Schweizer. Sie höre oft von Gästen, sie seien nicht schon früher gekommen, weil sie nicht als Gaffer oder Katastrophentouristen gelten und die schicksalsgeplagten Lötschentaler in Ruhe lassen wollten. «Da kann ich nur sagen: Kommt und geniesst es hier. Damit helft ihr uns am meisten», so Esther Bellwald.
Fafleralp wieder erreichbar
Auch das Hotel Fafleralp konnte nach anderthalb Jahren Schliessung wieder öffnen. Möglich wurde dies durch eine neue Zugangsstrasse, die im Frühsommer fertiggestellt wurde. Ein Postauto verbindet nun die Lauchernalp mit der Fafleralp.
Die erschwerte Anreise sowie die aufwändige Versorgung und Entsorgung stellen den Betrieb allerdings weiterhin vor Herausforderungen. Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen könne das Hotel dennoch wieder Gäste empfangen, erklärt Geschäftsführerin Barbara Achrainer.
Die Schweizer Berghilfe unterstützt Kleinst- und Kleinunternehmen nach Naturkatastrophen ergänzend zu Versicherungen, Elementarschädenfonds und staatlichen Hilfen, insbesondere wenn beim Wiederaufbau gleichzeitig Verbesserungen oder Erweiterungen vorgenommen werden. (MICE-tip)



