
Die SBB hat den Auftrag für 116 neue Doppelstockzüge an Siemens Mobility vergeben. Damit werden die ersten Generationen der Zürcher S-Bahn-Züge ersetzt, die seit 1990 im Einsatz stehen. 95 der neuen Fahrzeuge sind für das Netz der Zürcher S-Bahn vorgesehen, 21 weitere für den Betrieb in der Romandie – unter anderem auf der Linie RE33 Martigny–Annemasse. Zudem beinhaltet der Vertrag eine Option auf 84 zusätzliche Züge für künftige Angebotsausbauten.
Die neuen Züge sind speziell auf die Bedürfnisse von Pendlerinnen und Pendlern ausgelegt, bieten aber auch Freizeitreisenden mehr Komfort. Ein Zug ist rund 150 Meter lang und verfügt über etwa 540 Sitzplätze sowie acht Multifunktionszonen für Velos, Gepäck oder Kinderwagen. In Doppeltraktion verkehren die Züge mit 300 Metern Länge und bieten 45 zusätzliche Sitzplätze sowie über 30% mehr Stehplätze als die bisherigen Doppelstock-Pendelzüge der ersten Generation.
Zu den Neuerungen gehören niederflurige Einstiege an allen Türen, mehr Komfort in der 1. Klasse mit verstellbaren Sitzen und Klapptischen, Steckdosen in beiden Klassen – auch für das Laden von E-Bikes – sowie eine verbesserte Fahrgastinformation mit grösseren Bildschirmen und Lichtbändern über den Türen. Zudem sind zwei Toiletten pro Zug vorgesehen, eine davon barrierefrei.
Der Auftrag wurde gemäss öffentlichem Beschaffungsrecht vergeben. Ausschlaggebend waren Kriterien wie Investitionskosten, Betriebsaufwand, Qualität und Nachhaltigkeit. Siemens Mobility erzielte dabei die besten Werte in mehreren Bereichen und setzte sich mit dem wirtschaftlich vorteilhaftesten Angebot durch, erklärt die SBB. Das Investitionsvolumen beträgt rund zwei Milliarden Franken.
Mit der Beschaffung will die SBB ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und in eine moderne, leistungsfähige und nachhaltige Mobilität investieren. Siemens Mobility ist für die SBB kein Neuling: Der Hersteller lieferte bereits die Doppelstockzüge der zweiten Generation, die seit Mitte der 2000er Jahre im Einsatz sind.
Die neuen Züge werden eine maximale Geschwindigkeit von 160 km/h erreichen und sollen ab den 2030er Jahren schrittweise in Betrieb genommen werden. (MICE-tip)



