
Die Schweizer Hotellerie blickt auf einen durchzogenen Sommer 2026 zurück. Gemäss Schweiz Tourismus (ST) führten wiederholte Hitzewellen sowie das Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität zu einer verstärkten Nachfrage nach Ferien in der Schweiz. Insbesondere Schweizer und europäische Gäste zog es vermehrt in die Berge.
In den Monaten Juni und Juli lagen die Hotellogiernächte insgesamt 0,8% unter dem Vorjahresniveau. Während der Schweizer Markt um 2,3% zulegte, gingen die Logiernächte aus dem Ausland um 3,3% zurück. Für August rechnet das Bundesamt für Statistik (BFS) gemäss einer ersten Hochrechnung mit einem Minus von 2,1% gegenüber dem Vorjahr.
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert Schweiz Tourismus einen Rückgang der Logiernächte um 0,7%. Bei Schweizer Gästen wird ein Plus von 0,9% erwartet, bei den ausländischen Märkten ein Minus von 2,4%.
Unterschiedliche Entwicklung je nach Herkunftsmarkt
Aus Deutschland entwickelte sich die Nachfrage laut ST stabil bis leicht positiv. Besonders Zug- und Rundreisen waren gefragt. Auch aus Nordamerika blieb die Nachfrage ungefähr auf dem hohen Niveau des Sommers 2025. Vor allem das Luxussegment zeigte sich robust. Die Schweiz profitierte von ihrem Ruf als sicheres und stabiles Reiseziel.
Anders präsentierte sich die Situation in Asien und den Golfstaaten. Teure Flugverbindungen, schwache Lokalwährungen und geopolitische Unsicherheiten belasteten insbesondere das Geschäft mit der Mittelschicht. Das Luxussegment erwies sich hingegen auch in diesen Märkten als vergleichsweise stabil.
Destinationen unterschiedlich betroffen
Auch innerhalb der Schweiz zeigen sich deutliche Unterschiede. Graubünden profitierte von zahlreichen Schweizer Gästen, die während der Hitzeperioden Abkühlung in den Bergen suchten. Zermatt verzeichnete im Juni 25% mehr Nachfrage aus dem Heimmarkt als im Vorjahresmonat.
Interlaken und Genf spürten dagegen die schwächere Nachfrage aus Asien und den Golfstaaten stärker. In Zürich entwickelten sich der Heimmarkt und die europäischen Nahmärkte stabil bis positiv. Gleichzeitig berichten Leistungsträger laut ST von einem zurückhaltenderen Ausgabeverhalten, insbesondere in der Gastronomie sowie bei Kongressen und Events.
Insgesamt sieht Schweiz Tourismus einen verstärkten Trend zu Ferien in der Nähe, der die Sommersaison 2026 gestützt hat. Ob dieses ‘Nahweh’ längerfristig anhält, bleibt nach Einschätzung der Organisation jedoch offen. (MICE-tip)








